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Ers­ter Advent: Wenn das ers­te Licht die Dun­kel­heit teilt

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Der ers­te Advent ist mehr als ein Datum, er ist ein Beginn. Mit der ers­ten Ker­ze auf dem Kranz tritt ein lei­ses Licht gegen die Dun­kel­heit an und mar­kiert jenen Moment, in dem das Tem­po sinkt, der Atem tie­fer wird und das Zuhau­se sich in ein war­mes Jetzt ver­wan­delt. Drau­ßen liegt das Novem­ber­grau, der Wind zeich­net küh­le Fin­ger an die Schei­ben. Drin­nen mischt sich der Duft von Tan­nen­grün und Wachs mit der süßen Vor­ah­nung frisch geba­cke­ner Plätz­chen. Ein Kranz, ein paar Zwei­ge, viel­leicht eine Hand­voll Ster­ne – es braucht nicht viel, um die­se beson­de­re Stim­mung zu wecken. Das ers­te Licht erin­nert dar­an, wor­auf wir war­ten: an die Freu­de, die wächst, an die Ruhe, die ein­kehrt, an das Mit­ein­an­der, das gera­de in dunk­len Tagen hel­ler leuchtet.

Vie­le Men­schen fül­len die­sen Sonn­tag mit klei­nen Ritua­len. Ein Spa­zier­gang am frü­hen Nach­mit­tag, wenn das Licht wei­cher wird und die Luft kla­rer klingt, schafft Raum im Kopf. In der Küche ver­bin­den sich Vanil­le und Zimt mit Kind­heits­er­in­ne­run­gen, Teig­res­te wan­dern von der Schüs­sel an die Lip­pen, und aus dem Ofen klingt das Knis­tern der ers­ten Ble­che. Ein Anruf bei denen, die man zu sel­ten hört, über­brückt Distan­zen, und viel­leicht führt der Weg auf einen Weih­nachts­markt, wo der ers­te Punsch des Jah­res die Hän­de wärmt und Lich­ter­ket­ten die Stadt ein klein wenig ver­zau­bern. Am Abend sitzt man zusam­men, erzählt, blät­tert in Kalen­dern und steckt Zei­chen in die Wochen, die kom­men: Kon­zer­te, Tref­fen, klei­ne Vor­ha­ben. Die Zeit bis zum Fest fühlt sich plötz­lich greif­bar an.

Der ers­te Advent ist ein sanf­ter Auf­takt. Nicht laut, nicht spek­ta­ku­lär, son­dern lei­se und warm. Er macht Mut, sich dem Wesent­li­chen zuzu­wen­den, dem Maß­vol­len, dem Zar­ten. Jede acht­sa­me Minu­te, jede Ges­te der Freund­lich­keit, jedes gedul­di­ge Wort fügt dem Tag Tie­fe hin­zu, ganz ohne gro­ßen Auf­wand. So wird aus der ers­ten Ker­ze mehr als ein Sym­bol: eine Ein­la­dung zu Geduld und Hoff­nung, zu jener stil­len Vor­freu­de, die Schritt für Schritt begleitet.

Möge das ers­te Licht nach­klin­gen – in ruhi­gen Momen­ten, in klei­nen Freu­den, in Begeg­nun­gen, die das Herz hel­ler machen. Einen schö­nen ers­ten Advent.


Redak­ti­on: Lese­r­ECHO Emden

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