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Emder Matjestage 2026: Wenn Emden seine maritime Seele feiert
Der Counddown läuft — 3 Tage noch und Emden rüstet sich für ein Wochenende voller Hafenflair: Die Emder Matjestage laden 2026 zum 35. Mal ein. Vom 29. bis 31. Mai wird das Areal rund um Rathaus, Hafentor und die Liegeplätze zur Bühne für Traditionsschiffe, Shantys, Flohmarkt, Kinderaktionen – und Matjes in vielen Varianten.
35. Matjestage: Hafen, Geschichte und Gemeinschaft
Wenn Emden nach Salz, Seeluft und frischem Matjes duftet, dann zeigt sich, wie eng die Stadt mit ihrer maritimen Tradition verbunden ist. Die Emder Matjestage stehen nicht nur für ein Festprogramm, sondern auch für ein Stück Stadtgeschichte: Seit Jahrhunderten prägt die Heringsfischerei Emden. Bereits 1597 regelte die „Emder Herings-Ordnung“ den Handel, 1723 erklärte Friedrich der Große Emden zum Heringshafen – die Fischer waren vom Kriegsdienst befreit. Diese Wurzeln sind bei den Matjestagen nicht bloß Kulisse, sondern Teil dessen, was das Wochenende am Wasser ausmacht.
Im Mittelpunkt steht auch 2026 der historische Heringslogger AE7. Rund um ihn schart sich das Festgeschehen, das sich räumlich vom Rathaus über das Hafentor bis zu den Liegeplätzen erstreckt.
Traditionsschiffe und Shantys: Musik am Kai – teils an Bord
Maritim wird es nicht nur im Namen: Für die Emder Matjestage 2026 werden 24 Traditionsschiffe erwartet, darunter die Dreimastbark „Elisabeth“, der Schlepper „Anthony 2“ und Schiffe der Reederei Deichmann. Besonders für die Stimmung am Hafen wichtig: Auf zwei Schiffen entstehen Bühnen. Shantychöre aus Ostfriesland und den Niederlanden sollen für das passende Klangbild sorgen – teils auch direkt an Bord der „Elisabeth“.
Matjesprobe am Hafentor: Der Moment der Freigabe
Ein fester Höhepunkt ist die Eröffnung: Am Samstag um 11 Uhr wird am Hafentor die Matjesprobe gefeiert. Der Oberbürgermeister testet den Festmatjes öffentlich; erst wenn die Schiffssirene ertönt, gilt der Genuss als freigegeben. Rund 230 geladene Gäste nehmen an der Probe teil – ein Ritual, das in dieser Form eng mit Emden verbunden ist. Danach heißt es: „Welcome, hartelijk welkom, hjertelig velkommen, herzlich willkommen!“ – und der Startschuss fürs Wochenende ist gesetzt.
Essen, Flohmarkt, Kinderbereiche – bewusst ohne Großfahrgeschäfte
Auch an Land ist für Versorgung und Programm gesorgt. Acht Fischbuden und sechs Getränkestände sind vorgesehen, die „Goldener Adler“-Crew übernimmt die Verpflegung. Großfahrgeschäfte soll es bewusst nicht geben. Stattdessen setzt das Konzept auf familienfreundliche Angebote, Mitmachmöglichkeiten und einen großen Flohmarkt an beiden Tagen. Für Kinder sind eigene Bereiche geplant, außerdem wird die Veranstaltung mit einem Sicherheitskonzept begleitet.
Weil der Schützenplatz nicht verfügbar ist, steht zusätzliche Fläche hinter der Nordseehalle bereit. Parallel will das Orga-Team die Präsenz auf Instagram und Facebook erhöhen, um Programm und Schiffsankünfte aktuell zu begleiten.
Anreise und Organisation: Sonderzüge, Busse und Hafenlogistik
Die Größenordnung zeigt sich auch in der Logistik: Drei Sonderzüge – darunter der „Ake Reinhold“, der „Westfalendampfer“ und eine historische Garnitur der Eisenbahnfreunde Hamm – bringen Besucherinnen und Besucher nach Emden. Zudem werden 180 Reisebusse erwartet. Parkflächen stellt das Thyssen-Gelände bereit, inklusive Shuttleservice.
Im Hafen koordiniert Hafenmeister Günter Laurenawitz das Anlegen, der AG-Ems-Tourismuschef organisiert die Unterbringung der Crews. Getragen wird das Fest seit Jahren in freier Verantwortung des Arbeitskreises Emder Matjestage – mit Sponsorenhilfe und Zusammenarbeit von Politik, Verwaltung, Behörden und Schaustellern. Auch bei steigenden Kosten und sinkenden Zuschüssen hält das Team am Kurs fest, um die Tradition weiterzuführen.
Matjeslauf als Herzstück: Gemeinsam ankommen zählt
Neben Matjesbrötchen und Musik gehört auch der Lauf zum Wochenende: In diesem Jahr als „Dollart-Center-Teamlauf“. Ob Firmenstaffeln, Vereinsgruppen oder Freundeskreise – im Mittelpunkt steht das gemeinsame Ankommen. Die Strecke führt, je nach Variante, nah an Hafen- und Innenstadtflair vorbei, begleitet von Publikum, Crews und Shantys vom Kai. Genau darin spiegelt sich der Charakter der Matjestage: miteinander unterwegs sein, gemeinsam feiern, zusammen ans Ziel kommen.
— Redaktion: LeserECHO Emden