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Whis­ky-Tasting in der Ida-Destil­le: Ein Abend mit Genuss­welt Klus – kura­tiert von Hein­fried Tacke

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Hei­ke und Ste­phan von der Genuss­welt Klus waren dies­mal nicht Gast­ge­ber, son­dern Gäs­te: Für ein Whis­ky-Tasting ging es nach Rhau­der­fehn in die Ida-Destil­le, Ost­fries­lands ein­zi­ge aktiv pro­du­zie­ren­de Destil­le. Zwi­schen Duft­no­ten, Fach­wis­sen und leben­di­gen Dis­kus­sio­nen wur­de der Abend zu einer genuss­vol­len Ent­de­ckungs­rei­se – mit Inspi­ra­tio­nen, die spä­ter auch in Emden nach­klin­gen könnten.

Hein­fried Tacke als Ver­an­stal­ter und Spea­k­er – der Impuls­ge­ber des Abends

Aus­lö­ser und Kura­tor die­ses beson­de­ren Tasting-Abends war Hein­fried Tacke. In Abspra­che mit Destil­len-Inha­be­rin Hei­di Brin­trup wähl­te er die Ida-Destil­le als Ort sei­nes Vor­trags und führ­te fach­kun­dig durch Dra­ma­tur­gie und Inhalt des Pro­gramms. Tacke, Jahr­gang 1962, lebt und arbei­tet in Kon­stanz. Der stu­dier­te Phi­lo­soph und Diplom-Päd­ago­ge befasst sich seit 1995 inten­siv mit Genuss­the­men, schreibt seit vie­len Jah­ren für das Fach­ma­ga­zin „Der Whis­ky-Bot­schaf­ter“ und über­nahm 2014 des­sen Chef­re­dak­ti­on. 2004 ver­öf­fent­lich­te er erst­mals einen Whis­ky­füh­rer für Deutsch­land, 2007 folg­te die 1. Aus­ga­be des „Whis­ky Gui­de Deutsch­land“, in dem er seit 2009 auch gezielt dem deut­schen Whis­ky ein Forum gibt. 2012 grün­de­te er das „Forum Deut­sche Whis­kys“, den Vor­läu­fer des „Ver­bands Deut­scher Whis­ky­bren­ner“. Für sei­ne Ver­diens­te wur­de Hein­fried Tacke 2015 zum „Kee­per of the Quaich“ ernannt. Als Ver­an­stal­ter und Spea­k­er präg­te er den Abend in Rhau­der­fehn mit pro­fun­dem Wis­sen, prä­zi­ser Sen­so­rik und leben­di­ger Moderation.

Zu Gast in Ost­fries­lands ein­zi­ger aktiv pro­du­zie­ren­der Destille

Die Ida-Destil­le in Rhau­der­fehn ist Ost­fries­lands ein­zi­ge aktiv pro­du­zie­ren­de Bren­ne­rei – ein Ort, an dem tra­di­tio­nel­le Hand­werks­kunst und moder­ne Exper­ti­se auf­ein­an­der­tref­fen. Erst im April wur­de die Bren­ne­rei mit dem „The Excel­lence of Whis­ky Awards 2026“ aus­ge­zeich­net und damit zu den bes­ten Bren­ne­rei­en in ganz Deutsch­land gezählt. Der warm erleuch­te­te Ver­kos­tungs­raum trägt den Duft von Malz, Holz und Gewür­zen, wäh­rend die kup­fer­ne Anla­ge, lie­be­voll „die ele­gan­te Ida“ genannt, als glän­zen­des Herz­stück der Pro­duk­ti­on den Ton angibt. Die Atmo­sphä­re macht unmit­tel­bar spür­bar, wie eng hier hand­werk­li­che Prä­zi­si­on und genuss­vol­le Neu­gier zusam­men­ge­hö­ren und wie selbst­ver­ständ­lich die Bren­ne­rei Besu­che­rin­nen und Besu­cher in die­se Welt hineinführt.

Für die bei­den aus der Gro­ßen Stra­ße in Emden war das ein Rol­len­wech­sel: nicht vor­ne mode­rie­ren, son­dern sich füh­ren las­sen – und genau das eröff­ne­te Raum, Aro­men und Her­an­ge­hens­wei­sen ohne Zeit­druck auf sich wir­ken zu lassen.

„Batt­le“ im Glas: So wur­de verkostet

Das Tasting war klar auf­ge­baut und setz­te auf direk­te Ver­glei­che: In meh­re­ren Run­den tra­ten die Whis­kys in ein Duell – ein „Batt­le“ der Cha­rak­te­re. Bevor pro­biert wur­de, ging es um den ers­ten Ein­druck im Glas: Wie fließt der Whis­ky, wel­che Schlie­ren bil­det er, wie wirkt die Far­be im Licht? Erst danach folg­te die Nase, dann der ers­te Schluck, beglei­tet von Hein­fried Tackes Mode­ra­ti­on, dem Ida-Team und den Ein­schät­zun­gen der Runde. 

Hei­ke und Ste­phan brach­ten ihre Erfah­rung aus der Genuss­welt Klus spür­bar ein. Ihr Sen­so­ri­um wirk­te geschult, die Spra­che prä­zi­se – und trotz­dem blieb der Aus­tausch offen und ein­la­dend. Genau die­se Mischung gab dem Abend eine Dyna­mik, die nicht beleh­rend, son­dern gemein­schaft­lich wirkte.

Wenn „leich­te­re“ Whis­kys die Dis­kus­si­on anheizen

Beson­ders leb­haft wur­de es in der zwei­ten Run­de, als bewusst „leich­te­re“ Ver­tre­ter mit nied­ri­ge­rem Alko­hol­ge­halt ins Ren­nen gin­gen. Was zunächst nach „Ver­schnauf­pau­se“ klang, wur­de zum Per­spek­tiv­wech­sel: Plötz­lich tra­ten ande­re Nuan­cen her­vor, Frucht­no­ten wirk­ten zar­ter, Gewür­ze fei­ner, der Abgang wei­cher. Und damit stand eine Fra­ge im Raum, die spür­bar Bewe­gung aus­lös­te: Ist leich­ter gleich weni­ger kom­plex? Oder ent­ste­hen gera­de durch die gerin­ge­re Stär­ke neue Ebe­nen, die bei höhe­rem Volu­men­pro­zent unter­ge­hen würden?

 Es wur­de dis­ku­tiert, ver­gli­chen und neu sor­tiert – genau so, wie man es sich wünscht, wenn Neu­gier und Erfah­rung zusammenkommen.

Ein­bli­cke ins Hand­werk: Von Roh­stof­fen bis Fassreife

Zwi­schen den Run­den gab das Team der Ida-Destil­le – flan­kiert von Tackes Ein­ord­nun­gen – Hin­ter­grün­de zur Pro­duk­ti­on: von Roh­stof­fen und Mai­sche über die Destil­la­ti­on bis zur Fass­rei­fe, vom Ein­fluss der Fass­ar­ten bis zur Kunst des Blen­dens. Dadurch wur­den die Ein­drü­cke im Glas greif­ba­rer. Aro­men stan­den nicht mehr nur als Begrif­fe im Raum, son­dern lie­ßen sich als Ergeb­nis kon­kre­ter Ent­schei­dun­gen rund um Brenn­kes­sel und Lager nachvollziehen.

Favo­ri­ten­wahl ohne Ein­heits­mei­nung – und genau das ist der Punkt

Am Ende stand die Kür: die Wahl des Favo­ri­ten. Eine ein­deu­ti­ge Ent­schei­dung gab es nicht – und gera­de das mach­te den Reiz aus. Wäh­rend die einen eine kla­re Kirsch­no­te wahr­nah­men, iden­ti­fi­zier­ten ande­re eine Erin­ne­rung an „Bubble-Gum“. Wo hier Vanil­le und nussi­ge Wär­me im Vor­der­grund stan­den, fan­den ande­re dunk­le Bee­ren und einen Hauch Kakao.

 Hei­ke und Ste­phan nah­men aus die­sem Abend nicht nur Ein­drü­cke, son­dern kon­kre­te Inspi­ra­tio­nen mit – neue Akzen­te, mit denen sich das Sor­ti­ment der Genuss­welt Klus wei­ter ver­fei­nern lässt, so sorg­fäl­tig kura­tiert, wie man es aus Emden kennt.

Als sich spä­ter die Türen der Destil­le in die küh­le Nacht öff­ne­ten, blieb vor allem eines hän­gen: Die­ses Tasting war mehr als eine Ver­kos­tung. Es war eine Rei­se durch Hand­werk und Her­kunft, durch Nuan­cen und Noten – ermög­licht durch die Exper­ti­se der Ida-Destil­le, die ent­de­ckungs­freu­di­ge Hal­tung der Genuss­welt Klus und die klu­ge, inspi­rie­ren­de Regie von Hein­fried Tacke, des­sen Aus­wahl der Loca­ti­on und Rol­le als Ver­an­stal­ter und Spea­k­er dem Abend sei­nen cha­rak­te­ris­ti­schen Rah­men gaben.

— Redak­ti­on: Lese­r­ECHO Emden

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