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Generalkonvent in Emden: Kirche zwischen Gemeinschaft, Wandel und KI
Wie kann Kirche Menschen verbinden, Orientierung geben und zugleich offen für neue Entwicklungen bleiben? Mit diesen Fragen hat sich der Generalkonvent des Sprengels Ostfriesland-Ems am 20. Mai 2026 in Emden beschäftigt – und dabei auch Künstliche Intelligenz als Zukunftsthema in den Blick genommen.
Generalkonvent des Sprengels Ostfriesland-Ems tagt in Emden
Pastorinnen und Pastoren aus den Kirchenkreisen des Sprengels Ostfriesland-Ems kamen am 20. Mai 2026 in Emden zusammen, um gemeinsam Gottesdienst zu feiern, aktuelle Entwicklungen zu beraten und über die Zukunft kirchlicher Arbeit ins Gespräch zu kommen. Der Tag stand dabei sichtbar im Zeichen von Austausch und gemeinsamer Orientierung: Es ging um das, was Kirche vor Ort trägt – und um das, was sich verändern muss.
Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche und Ehrungen für Jubiläen
Den Auftakt bildete ein Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche Emden, der bischöflichen Predigtkirche des Sprengels. Im Rahmen des Gottesdienstes wurden mehrere Pastorinnen und Pastoren für ihre Ordinationsjubiläen geehrt. Für ihr 25. Ordinationsjubiläum wurden Heino Dirks, Dr. Andreas Lüder, Joachim Pothmann, Christian Erchinger und Christiane Schuster-Scholz ausgezeichnet. Pastor i. R. Gerhard Küsel wurde für 50 Jahre Ordinationsdienst geehrt.
Predigt mit Blick auf Verständigung – bis hin zur Künstlichen Intelligenz
In ihrer Predigt griff Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer die Pfingstgeschichte auf und stellte die Frage nach gelingender Verständigung in den Mittelpunkt. Sprache könne verbinden, aber auch trennen. Wirkliches Verstehen brauche Offenheit, Zuhören und den Mut, sich auf andere Perspektiven einzulassen.
Schiermeyer spannte den Bogen dabei ausdrücklich bis in die Gegenwart moderner Kommunikationsformen, darunter Künstliche Intelligenz. KI – also Systeme, die auf Basis von Daten Muster erkennen und Inhalte oder Vorschläge erzeugen können – könne helfen, Verständigung zu fördern, ersetze aber nicht persönliche Begegnung und menschliches Mitgefühl.
Schwerpunkt KI: Chancen, Grenzen und ethische Orientierung
Ein inhaltlicher Schwerpunkt des Generalkonvents war das Thema Künstliche Intelligenz. Unter dem Titel „Mensch, Maschine, Mission – Wie KI die Kirche herausfordert“ gestalteten Dr. Karl Teille, Referent für KI und Ethik der Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers, und Christian Sterzik, Leiter der Stabsstelle Digitalisierung in der Evangelische Kirche in Deutschland, einen Impulsvortrag.
Die Referenten machten deutlich, dass Kirche sich aktiv mit KI auseinandersetzen müsse. Künstliche Intelligenz könne Verwaltungsabläufe erleichtern und neue Möglichkeiten in Beratung, Kommunikation und Seelsorge eröffnen. Gleichzeitig brauche es klare ethische Orientierung und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie. Besonders in der Seelsorge seien menschliche Nähe, Mitgefühl und persönliche Begegnung unersetzbar. In der anschließenden Diskussion wurde laut Mitteilung deutlich, wie groß das Interesse ist – und dass gleichzeitig Fragen und Sorgen mit Blick auf Chancen und Risiken von KI bestehen.
Berichte aus Landeskirche und Sprengel: Veränderungen, Einsparungen, neue Formate
Im weiteren Verlauf berichtete Ralf Meister aus der Landeskirche. Er sprach über aktuelle Veränderungsprozesse und betonte, dass sich Kirche in einem tiefgreifenden Wandel befinde. Zugleich stellte er die Treue Gottes als verlässliches Fundament in bewegten Zeiten heraus. Christinnen und Christen seien berufen, Zeuginnen und Zeugen dieser Treue zu sein.
Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer berichtete zudem aus dem Sprengel Ostfriesland-Ems. Sie hob hervor, wie wichtig Begegnungen vor Ort, Visitationen und neue kreative Formen kirchlichen Lebens seien. Zugleich verwies sie auf Herausforderungen durch notwendige Veränderungen und Einsparungen. Gerade im ländlichen Raum bleibe Kirche ein wichtiger Ort für Gemeinschaft, Bildung und Begegnung. Als ermutigende Beispiele wurden das tolle Mitsingfestival im Mai sowie beliebte Formate wie Tauffeste oder jetzt neu „Einfach heiraten“ genannt.
Abschluss mit Dank und Reisesegen
Zum Abschluss dankte Schiermeyer allen haupt- und ehrenamtlich Engagierten für ihren Einsatz. Der Generalkonvent endete mit einem gemeinsamen Reisesegen. Der Tag machte deutlich, wie wichtig Austausch, Gemeinschaft und gegenseitige Ermutigung für die kirchliche Arbeit sind – und dass Kirche in Zeiten des Wandels von Menschen lebt, die Verantwortung übernehmen und Zukunft gestalten.
Quellen/Kontakt/Hinweise
Quelle: Pressemitteilung zum Generalkonvent des Sprengels Ostfriesland-Ems am 20. Mai 2026 in Emden.
Bildhinweis
Bildunterschrift: Ehrung der Ordinationsjubiläen in der Martin-Luther-Kirche, v.l. Dagrun Peterhans, Landesbischof Ralf Meister, Pastor i. R. Gerhard Küsel wurde für sein 50. Ordinationsjubiläum geehrt, 25. Ordinationsjubiläum der Pastoren und Pastorin: Christiane Schuster-Scholz aus der St. Jürgens Kirchengemeinde Holtrop, Christian Erchinger aus der Paulus-Kirchengemeinde Heisfelde, Joachim Pothmann, Schulpastor am Gymnasium Ulricianum Aurich und Befkus, Dr. Andreas Lüder aus der Christus-Kirchengemeinde Großheide, Heino Dirks aus der Kirchengemeinde Völlen und Sabine Schiermeyer, Regionalbischöfin.
Quelle: Julia Fischer
— Redaktion: LeserECHO Emden