Neues aus Emden
Nach hitziger Debatte am Wochenende: Kunstwerk an der Trogstrecke mutmaßlich in der Nacht beschmiert
Das Kunstwerk an der Emder Trogstrecke, das bereits am Wochenende für lebhafte Diskussionen im Rahmen des Festivals „Hit the Trog“ gesorgt hatte, ist offenbar zum Ziel von Vandalismus geworden. Mutmaßlich in der Nacht von Sonntag auf Montag haben bislang Unbekannte das Werk gezielt verunstaltet. Über die bestehende Gestaltung wurden mehrere grobe VW-Zeichen geschmiert. Dabei blieb es jedoch nicht: Auch ein unmittelbar angrenzendes Kunstwerk wurde durch die Schmierereien in Mitleidenschaft gezogen.
Zur Erinnerung: Das Werk, das unter anderem das Emder Peterke-Denkmal zeigte, war am Wochenende in den Fokus geraten, da dort zunächst Unternehmenslogos zu sehen waren. Weil die Veranstalter das Festival im Vorfeld als unpolitischen Begegnungsraum vereinbart haben sollen, wurden die Logos nach Absprache übermalt. Bereits diese Entscheidung hatte in der Stadt und in den sozialen Netzwerken zu einer intensiven, aber weitgehend sachlichen Debatte über Kunstfreiheit und Regeln im öffentlichen Raum geführt.
Kommentar der Redaktion: Reine Zerstörungswut bringt niemanden weiter
Mit dem nächtlichen Vorfall hat die Auseinandersetzung jedoch eine Grenze überschritten, bei der wir als Redaktion die rein neutrale Beobachterrolle bewusst verlassen: Diese Aktion ist eine absolute Schande.
Wer auch immer dafür verantwortlich ist, hat weder zur begonnenen Debatte etwas Sinnvolles beigetragen, noch irgendein Statement gesetzt. Das ist kein politischer Protest und schon gar keine Kunst, sondern schlichtweg respektloser Vandalismus. Hier wurde die aufwendige Arbeit von Künstlerinnen und Künstlern mit Füßen getreten, die sich viele Gedanken gemacht und über Tage hinweg Zeit und Herzblut investiert haben, um unsere Stadt bunter zu gestalten. Dass dabei auch noch ein völlig unbeteiligtes Nachbarwerk beschädigt wurde, unterstreicht die blinde Zerstörungswut dieser Aktion.
Man kann über Kunst, Regeln und politische Botschaften im öffentlichen Raum geteilter Meinung sein und leidenschaftlich darüber streiten – aber wer mutmaßlich nachts im Schutz der Dunkelheit mit der Farbdose anrückt, um fremde Werke zu beschmieren, zeigt nur eines: mangelnden Respekt vor der Arbeit anderer und vor dem gesamten Projekt. An die Verantwortlichen bleibt an dieser Stelle nur eine deutliche Botschaft: Schämt euch!
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Redaktion: LeserECHO Emden