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Seltene Nervenerkrankungen: Deutsche GBS CIDP Selbsthilfe bietet Anlaufstelle in der Region
Wenn das eigene Nervensystem unvermittelt versagt, stehen Betroffene und ihre Familien vor großen Herausforderungen. Eine Diagnose wie das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) oder die chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) wirft viele Fragen auf. Die Deutsche GBS CIDP Selbsthilfe e.V. mit Sitz in Berlin bietet als bundesweites Netzwerk Unterstützung, Beratung und Möglichkeiten zum persönlichen Austausch an. Auch in unserer ländlich geprägten Region gibt es mit Sabine Nett eine feste Ansprechpartnerin für Betroffene und Angehörige.
Da es sich um seltene Krankheitsbilder handelt, weicht die Organisation von klassischen Selbsthilfegruppen ab: Die regionalen Treffen finden zwei- bis viermal im Jahr statt. Zu den jeweiligen Terminen werden gesonderte Einladungen verschickt und die Details rechtzeitig bekannt gegeben.
Um welche Krankheitsbilder geht es?
Der Verein setzt sich für Menschen ein, die an seltenen, entzündlichen Erkrankungen des peripheren Nervensystems leiden. Bei diesen Erkrankungen greift das Immunsystem fälschlicherweise körpereigene Nervenbahnen an. Die isolierende Schutzschicht der Nervenfasern wird beschädigt, wodurch elektrische Reize vom Gehirn nicht mehr ordnungsgemäß an die Muskeln weitergeleitet werden.
Im Zentrum der Vereinsarbeit stehen dabei drei Hauptbereiche. Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) tritt meist akut und unvorhersehbar auf, häufig im Anschluss an eine vorangegangene Infektion. Innerhalb weniger Tage oder Wochen kann es zu rasch aufsteigenden Lähmungen kommen. Nach intensiver medizinischer Behandlung und Rehabilitation bilden sich die Symptome in vielen Fällen über Monate hinweg wieder zurück.
Bei der chronisch inflammatorischen demyelinisierenden Polyneuropathie (CIDP) handelt es sich hingegen um die chronische Verlaufsform. Muskelschwäche, Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühle entwickeln sich hier schleichend über einen längeren Zeitraum oder verlaufen in Schüben. Erkrankte sind in der Regel auf eine dauerhafte Therapie und medizinische Begleitung angewiesen.
Darüber hinaus widmet sich der Verein Varianten und Folgezuständen. Hierzu zählen seltene Syndrome wie das Miller-Fisher-Syndrom, MMN (Multifokale motorische Neuropathie) oder MADSAM sowie bleibende körperliche Einschränkungen und anhaltende Erschöpfungszustände, die sogenannte Fatigue, nach einer akuten Erkrankung.
Unterstützung im Alltag und gegenseitiger Austausch
Neben der fachärztlichen Betreuung ist der Austausch mit Menschen, die sich in derselben Lebenssituation befinden, für viele Ratsuchende ein wichtiger Baustein. Die Deutsche GBS CIDP Selbsthilfe e.V. schließt hier eine Lücke zwischen medizinischer Versorgung und dem praktischen Alltag.
Dazu gehört zunächst die Vermittlung von Kontakten zu anderen Betroffenen für persönliche Gespräche und einen wertvollen Erfahrungsaustausch. Ergänzt wird dies durch regionale Treffen im kleineren Kreis, die zwei- bis viermal jährlich stattfinden, um Erfahrungen zu teilen und den Zusammenhalt untereinander zu stärken. Zudem stellt der Verein verständliche Informationsmaterialien und Broschüren zu Diagnostik, Behandlungsansätzen, sozialrechtlichen Fragen und Reha-Maßnahmen bereit. Nicht zuletzt bietet die Selbsthilfe eine Begleitung auf dem Behandlungsweg und schafft damit Orientierung und Unterstützung für Neu-Diagnostizierte, Patienten in laufender Behandlung sowie deren Familienangehörige.
Kontakt und Information
Betroffene, Angehörige und Interessierte aus der Region können sich für Fragen zu den Erkrankungen oder zur Teilnahme an den nächsten Gruppentreffen direkt an die regionale Ansprechpartnerin wenden.
Ansprechpartnerin: Sabine Nett
Telefon: 0177–5286703
E‑Mail: s.nett@gbs-selbsthilfe.org
Bundesweiter Verein: Deutsche GBS CIDP Selbsthilfe e.V.
— Redaktion: LeserECHO Emden