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Sai­son­ende auf dem Was­ser: War­um Boo­te jetzt ins Tro­cke­ne gehö­ren – und wie „Frie­da“ an Land schwebte

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Die Tage wer­den spür­bar kür­zer, die Näch­te emp­find­lich kühl und der herbst­li­che Wind fegt über die ost­frie­si­schen Kanä­le und Mee­re: Die kal­te Jah­res­zeit nähert sich mit gro­ßen Schrit­ten. Für Frei­zeit­ka­pi­tä­ne und Was­ser­sport­freun­de bedeu­tet das Ende Okto­ber tra­di­tio­nell Abschied neh­men von den Aus­flü­gen auf Flüs­sen, Kanä­len und Seen. Am heu­ti­gen Sams­tag, den 24. Okto­ber 2026, war es auch für unser Redak­ti­ons- und Frei­zeit­boot „Frie­da“ so weit: Die Sai­son ist offi­zi­ell been­det, der Rumpf steht wie­der sicher und tro­cken an Land.

Spek­ta­ku­lä­re Kran­ak­ti­on beim WSV Baren­burg e. V.

Das soge­nann­te Aus­was­sern oder Aus­kra­nen mar­kiert in jedem Spät­herbst einen ganz beson­de­ren Höhe­punkt im Ver­eins- und Was­ser­sport­le­ben. Dass „Frie­da“ heu­te sicher und wohl­be­hal­ten ihren Weg aus den Flu­ten fand, war der ver­läss­li­chen Infra­struk­tur und der tat­kräf­ti­gen Unter­stüt­zung des WSV Baren­burg e. V. zu verdanken.

Mit schwe­rem Gerät ging es am Vor­mit­tag zur Sache: Spek­ta­ku­lär schweb­te das Boot am mäch­ti­gen Aus­le­ger des Krans durch die Luft, hing für weni­ge Augen­bli­cke frei über dem Hafen­be­cken und wur­de anschlie­ßend von ein­ge­spiel­ten Ver­eins­mit­glie­dern mit viel Augen­maß zen­ti­me­ter­ge­nau auf den bereit­ste­hen­den Trai­ler abge­setzt. Sol­che Manö­ver erfor­dern blin­des Ver­trau­en, hand­werk­li­ches Geschick und ech­te Kame­rad­schaft – Wer­te, die den Was­ser­sport an unse­ren hei­mi­schen Gewäs­sern seit jeher ausmachen.

War­um Boo­te vor dem Win­ter unbe­dingt ins Tro­cke­ne gehören

Gele­gent­lich fra­gen sich Spa­zier­gän­ger am Steg, war­um Schif­fe über­haupt das Win­ter­la­ger auf­su­chen müs­sen, wo sie doch auch bei kal­tem Wet­ter schwim­men. Erfah­re­ne Skip­per wis­sen jedoch, dass der Ver­bleib im Win­ter­was­ser mit erheb­li­chen Risi­ken für Mate­ri­al, Sicher­heit und den eige­nen Geld­beu­tel ver­bun­den ist.

An ers­ter Stel­le steht der Schutz vor mas­si­ven Frost- und Eis­schä­den. Gefrie­ren­des Was­ser dehnt sich mit enor­mer Kraft aus. Bil­det sich im Hafen­be­cken eine geschlos­se­ne Eis­de­cke, kann sie einen Rumpf regel­recht zer­quet­schen, Bord­durch­läs­se spren­gen oder emp­find­li­che Dich­tun­gen zer­stö­ren. Hin­zu kommt ste­hen­des Was­ser in Motor­kühl­sys­te­men, Ven­ti­len und Bord­toi­let­ten, das bei Minus­gra­den Bau­tei­le zum Plat­zen bringt.

Ein wei­te­rer ent­schei­den­der Fak­tor ist die Vor­beu­gung von Osmo­se und Mate­ri­al­er­mü­dung. Dau­er­haf­te Feuch­tig­keit setzt ins­be­son­de­re Rümp­fen aus glas­fa­ser­ver­stärk­tem Kunst­stoff (GFK) zu. Die mona­te­lan­ge Pau­se an Land gibt dem Boots­kör­per die not­wen­di­ge Zeit, um voll­stän­dig durch­zu­trock­nen, was den gefürch­te­ten Osmo­se­schä­den wirk­sam vor­beugt. Direkt nach dem Her­aus­ho­len lässt sich zudem das Unter­was­ser­schiff gründ­lich von Algen, Muscheln und Pocken befrei­en. Mit dem Hoch­druck­rei­ni­ger gelingt das mühe­los, solan­ge der Bewuchs noch feucht ist und noch nicht fest ver­krus­tet ist.

Nicht zuletzt bie­ten die Win­ter­mo­na­te an Land Sicher­heit vor schwe­ren Herbst- und Win­ter­stür­men. Sturm­flu­ten und schwan­ken­de Pegel­stän­de belas­ten Lei­nen, Fen­der und Klam­pen extrem. Im Win­ter­la­ger steht das Boot sturm­si­cher und bie­tet die idea­le Gele­gen­heit, um in aller Ruhe War­tun­gen durch­zu­füh­ren: Den Motor mit Frost­schutz zu spü­len, Bat­te­rien frost­si­cher ein­zu­la­gern und anste­hen­de Pfle­ge­ar­bei­ten für die nächs­te Sai­son vorzubereiten.

Der WSV Baren­burg e. V. als star­ker Anker­punkt für den Wassersport

Ohne das geleb­te Enga­ge­ment ört­li­cher Gemein­schaf­ten wäre der Was­ser­sport in die­ser Viel­falt kaum denk­bar. Der Was­ser­sport­ver­ein Baren­burg e. V. ist weit über die Emder Stadt­gren­zen hin­aus eine geschätz­te Anlauf­stel­le für Boots­fah­rer, Kanu­ten und was­ser­sport­be­geis­ter­te Gäs­te. Neben der idyl­lisch gele­ge­nen Steg­an­la­ge und den gepfleg­ten Lie­ge­plät­zen zeich­net sich der Ver­ein vor allem durch ech­te ost­frie­si­sche Gast­freund­schaft und ein akti­ves Mit­ein­an­der aus.

Ob beim gemein­sa­men An- und Abwas­sern, bei Ver­eins­tou­ren oder beim gemüt­li­chen Klön­schnack am Was­ser: Beim WSV Baren­burg packt man selbst­ver­ständ­lich mit an und unter­stützt sich gegen­sei­tig mit Rat und Tat. Genau die­ser Zusam­men­halt sorg­te dafür, dass das heu­ti­ge Kran­ma­nö­ver rei­bungs­los ver­lief und „Frie­da“ wohl­be­hal­ten in den ver­dien­ten Win­ter­schlaf gehen konn­te. Damit beginnt nun die Zeit der Vor­freu­de – denn nach dem Win­ter heißt es im Früh­jahr wie­der: Lei­nen los!

Das Sai­son­ende auf einen Blick

  • Boot: Redak­ti­ons- und Frei­zeit­boot „Frie­da“
  • Anlass: Kran­ak­ti­on und offi­zi­el­les Sai­son­ende 2026
  • Ort: Hafen­an­la­ge des WSV Baren­burg e. V.
  • Wich­tigs­te Win­ter­schrit­te: Rumpf­rei­ni­gung mit Hoch­druck, GFK durch­trock­nen las­sen, Motor mit Frost­schutz spü­len, Bat­te­rien frost­frei einlagern
  • Aus­blick: Wir brin­gen unse­re Frie­da wie­der auf Hochglanz!

— Redak­ti­on: Lese­r­ECHO Emden

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