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Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Vorläufiges Ergebnis nach Wahl am 6. September
Die Bürgerinnen und Bürger in Sachsen-Anhalt haben am Sonntag, 6. September 2026, einen neuen Landtag gewählt. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis lag die Wahlbeteiligung bei rund 77,8 Prozent. Die AfD wurde demnach stärkste Kraft, während CDU, SPD, Grüne, Linke und das Bündnis Sahra Wagenknecht ebenfalls den Einzug in den Landtag schaffen.
Mit der Landtagswahl wird festgelegt, wie sich das Landesparlament in den kommenden Jahren zusammensetzt. Der Landtag von Sachsen-Anhalt beschließt Landesgesetze, entscheidet über den Haushalt des Bundeslandes und wählt außerdem die Ministerpräsidentin oder den Ministerpräsidenten.
Die Wahlbeteiligung lag nach den vorläufigen Zahlen bei etwa 77,8 Prozent. Damit beteiligten sich deutlich mehr Wahlberechtigte an der Abstimmung als bei der vorherigen Landtagswahl im Jahr 2021.
Zwei Stimmen entscheiden über Wahlkreis und Sitzverteilung
Bei einer Landtagswahl haben Wählerinnen und Wähler zwei Stimmen. Mit der Erststimme wird jeweils eine Kandidatin oder ein Kandidat im eigenen Wahlkreis gewählt. Die Zweitstimme ist grundsätzlich entscheidend für die Verteilung der Sitze auf die Parteien im Landtag.
Nach dem vorläufigen Gesamtergebnis der Zweitstimmen entfielen auf die AfD 43,8 Prozent. Die CDU erreichte 17,2 Prozent, die SPD kam auf 9,3 Prozent. Die Grünen erzielten 8,9 Prozent, die Linke 8,6 Prozent und das Bündnis Sahra Wagenknecht 5,3 Prozent. Die FDP lag mit 2,6 Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde.
Damit zieht die FDP nach dem vorläufigen Ergebnis nicht in den neuen Landtag ein. AfD, CDU, SPD, Grüne, Linke und BSW haben die Fünf-Prozent-Hürde hingegen überwunden und werden im Parlament vertreten sein.
83 Abgeordnete im neuen Landtag
Der neue Landtag von Sachsen-Anhalt umfasst nach dem vorläufigen Ergebnis insgesamt 83 Abgeordnete. Die Sitzverteilung stellt sich wie folgt dar: Die AfD kommt auf 39 Sitze, die CDU auf 15 Mandate. SPD, Grüne und Linke erhalten jeweils acht Sitze. Das BSW zieht mit fünf Abgeordneten in den Landtag ein.
Für eine absolute Mehrheit wären bei insgesamt 83 Sitzen mindestens 42 Mandate erforderlich. Keine Partei erreicht diese Zahl nach dem vorläufigen Ergebnis allein. Damit beginnt nun die Phase, in der mögliche Konstellationen für eine Regierungsbildung ausgelotet werden.
AfD gewinnt 38 von 41 Direktmandaten
Neben den Zweitstimmen spielten die Direktmandate in den Wahlkreisen eine wichtige Rolle. Von insgesamt 41 Wahlkreisen gewann die AfD nach den vorläufigen Angaben 38 Direktmandate. Die drei übrigen Direktmandate gingen an Kandidatinnen oder Kandidaten der Linken in Magdeburg und Halle.
Die Direktmandate spiegeln die Ergebnisse der Erststimmen in den jeweiligen Wahlkreisen wider. Die endgültige Zusammensetzung des Landtags ergibt sich jedoch aus dem Zusammenspiel von Direktmandaten und dem landesweiten Zweitstimmenergebnis.
Gespräche zur Regierungsbildung beginnen
Mit der Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnisses beginnt nun die politische Phase der Regierungsbildung. Die Parteien, die künftig im Landtag vertreten sind, werden in den kommenden Wochen entscheiden, ob und in welcher Konstellation sie Gespräche über eine Zusammenarbeit aufnehmen.
Anschließend wird sich der neue Landtag konstituieren und eine Landesregierung wählen. Die genannten Werte beruhen auf dem vorläufigen amtlichen Endergebnis. Die endgültige Feststellung erfolgt nach der Prüfung durch den zuständigen Landeswahlausschuss.
Quellen:
- Landeswahlleiterin Sachsen-Anhalt – Wahlergebnisse und Downloads zur Landtagswahl 2026
- tagesschau.de – Bericht zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
- DIE ZEIT – Ergebnisse und Wahlkreise der Landtagswahl Sachsen-Anhalt
— Redaktion: LeserECHO Emden
Neues aus Emden
Ein Tag, der verbindet: Gedanken zum Tag der Deutschen Einheit
Am 3. Oktober erinnert Deutschland an seine Wiedervereinigung. An diesem Tag im Jahr 1990 trat der Einigungsvertrag offiziell in Kraft: Die zuvor über Jahrzehnte getrennten deutschen Staaten wurden wieder zu einem gemeinsamen Land. Vorausgegangen waren der mutige, friedliche Protest unzähliger Bürgerinnen und Bürger in der damaligen DDR, der historische Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 sowie intensive politische Verhandlungen auf nationaler und internationaler Ebene.
Ein Meilenstein für Freiheit, Demokratie und Zusammenwachsen
Der Tag der Deutschen Einheit ist weit mehr als der bloße Rückblick auf einen formalen Staatsakt im Kalender. Das Datum mahnt und erinnert an die vielen Menschen, die für bürgerliche Grundrechte und demokratische Mitbestimmung friedlich auf die Straße gingen, an Familien und Freundeskreise, die über vier Jahrzehnte hinweg durch Stacheldraht und Grenzanlagen zerrissen waren, und an einen tiefgreifenden politischen Wandel, der gänzlich ohne Gewalt glückte.
Gleichzeitig steht der 3. Oktober für die anhaltende gesellschaftliche Aufgabe, das Zusammenwachsen von Ost und West tagtäglich mit Leben zu füllen – getragen von gegenseitiger Offenheit für individuelle Lebenserfahrungen und von Respekt vor dem, was Menschen in den verschiedenen Regionen geprägt hat.
Lokale Perspektive: Zusammenhalt an der Küste
Auch bei uns in Emden und Ostfriesland lässt sich dieser Feiertag als willkommener Anlass begreifen, über das Miteinander und den gesellschaftlichen Zusammenhalt nachzudenken. Am nordwestlichen Rand der Bundesrepublik gelegen, in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Niederlanden, ist unsere Region seit jeher von regem Austausch über Staats- und Kulturgrenzen hinweg geprägt.
In einer Seehafenstadt wie Emden gehören Begegnungen mit Menschen unterschiedlichster Herkunft, Traditionen und Lebensentwürfe ganz selbstverständlich zum alltäglichen Straßenbild. Dieses Miteinander ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein wertvolles Gut, das Tag für Tag durch ein respektvolles, solidarisches Verhalten gepflegt werden muss.
Vielfalt der Biografien ernst nehmen
Die Vereinigung vor über drei Jahrzehnten hat Deutschland grundlegend verändert. Doch sie verlief und wirkt für Menschen je nach persönlicher Biografie bis heute sehr unterschiedlich. Während die einen vor allem den kraftvollen Aufbruch, offene Grenzen und die neu gewonnene persönliche Freiheit in den Vordergrund stellen, verbinden andere mit den Nachwendejahren auch harte wirtschaftliche Umbrüche, soziale Verunsicherungen und tiefgreifende Brüche in den eigenen Erwerbsbiografien.
Beide Seiten gehören untrennbar zur gemeinsamen Geschichte der Einheit. Vorurteilsfreies Zuhören und das aufrichtige Interesse an den unterschiedlichen Perspektiven bilden das tragfähige Fundament, um dauerhaft Verständnis füreinander zu sichern.
Freiheit und Demokratie sind Errungenschaften, die nicht von allein bestehen. Sie bedürfen der aktiven Mitgestaltung. Echter Zusammenhalt wächst nicht allein durch Gesetze oder Festakte, sondern im Alltag vor Ort: im nachbarschaftlichen Gespräch, im ehrenamtlichen Engagement in Vereinen, am Arbeitsplatz und überall dort, wo Menschen Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen.
So ist der Tag der Deutschen Einheit ein lebendiger Auftrag an uns alle: Unterschiede mit Gelassenheit auszuhalten, verbindende Gemeinsamkeiten in den Mittelpunkt zu rücken und die Zukunft gemeinsam zu gestalten – in ganz Deutschland ebenso wie hier bei uns in Ostfriesland.
— Redaktion: LeserECHO Emden
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Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: Linke und AfD vorn, Koalitionssuche beginnt
Am Sonntag, 20. September 2026, wurden in Berlin ein neues Abgeordnetenhaus und in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. Die Ergebnisse fallen in beiden Ländern deutlich aus, führen aber jeweils zu schwierigen Gesprächen über mögliche Regierungsbündnisse.
Berlin: Die Linke wird stärkste Kraft
In Berlin hat Die Linke nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis mit 25,7 Prozent die Wahl zum Abgeordnetenhaus gewonnen. Es ist das bisher beste Ergebnis der Partei bei einer Berliner Abgeordnetenhauswahl. Spitzenkandidatin Elif Eralp beansprucht damit den Auftrag zur Regierungsbildung und könnte die erste Regierende Bürgermeisterin der Linkspartei in Berlin werden.
Die bisher regierende CDU folgt mit 18,8 Prozent auf Platz zwei und verliert deutlich. Auch die SPD, bislang Koalitionspartnerin der CDU, musste Verluste hinnehmen: Mit 12,1 Prozent erreicht sie ihr bisher schwächstes Ergebnis bei einer Berliner Abgeordnetenhauswahl. Die bisherige CDU-SPD-Koalition hat damit keine Mehrheit mehr.
Die AfD kommt auf 16,3 Prozent und wird drittstärkste Partei. Die Grünen erreichen 14,3 Prozent. Das Bündnis Sahra Wagenknecht verpasst mit 4,7 Prozent knapp den Einzug ins Abgeordnetenhaus.
Dreierbündnis dürfte notwendig werden
Für eine stabile Mehrheit im Berliner Abgeordnetenhaus ist voraussichtlich ein Bündnis aus drei Parteien nötig. Rechnerisch möglich wäre eine Koalition aus Linken, Grünen und SPD. Ebenfalls denkbar wäre ein Bündnis aus CDU, Grünen und SPD.
Die Linke hat nach ihrem Wahlsieg signalisiert, regieren zu wollen. In den bevorstehenden Gesprächen dürften vor allem Fragen rund um Mieten, Wohnungsbau und die weitere politische Ausrichtung Berlins eine Rolle spielen.
Auffällig ist zudem die gestiegene Wahlbeteiligung. Sie lag nach dem vorläufigen Ergebnis bei 74,2 Prozent, nachdem bei der vorherigen Wahl 63 Prozent erreicht worden waren.
Mecklenburg-Vorpommern: AfD gewinnt, SPD hat Regierungsoption
In Mecklenburg-Vorpommern wird die AfD mit 38,2 Prozent stärkste Kraft. Bei der Landtagswahl 2021 hatte die Partei noch 16,7 Prozent erreicht. Trotz des Wahlsiegs zeichnet sich derzeit keine Regierungsbeteiligung der AfD ab, da die weiteren im Landtag vertretenen Parteien eine Zusammenarbeit ausgeschlossen haben.
Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt auf 35,5 Prozent. Gegenüber der Landtagswahl 2021 bedeutet das ein Verlust. Dennoch kann Schwesig auf eine weitere Amtszeit hoffen: Die bisherige Koalition aus SPD und Linken hat zwar keine Mehrheit mehr, ein Dreierbündnis aus SPD, Linken und Grünen wäre jedoch rechnerisch möglich.
Die Linke erreicht 6,5 Prozent. Die Grünen ziehen mit 5,7 Prozent erneut in den Landtag ein. Die CDU scheitert mit 4,9 Prozent knapp an der Fünf-Prozent-Hürde und wäre damit erstmals nicht in einem Landesparlament vertreten. Auch das BSW verpasst mit 4,8 Prozent den Einzug.
Höhere Wahlbeteiligung und Folgen für die Bundespolitik
Die Wahlbeteiligung in Mecklenburg-Vorpommern stieg deutlich von 70,8 auf 78,1 Prozent. Das Ergebnis zeigt damit nicht nur eine stärkere Mobilisierung, sondern auch eine deutlich veränderte politische Kräfteverteilung im Land.
Beide Wahlen erhöhen den Druck auf CDU und SPD. In Berlin verliert die bisherige CDU-SPD-Regierung ihre Mehrheit. In Mecklenburg-Vorpommern verpasst die CDU den Einzug in den Landtag, während die AfD stark zulegen kann.
Für die SPD bleibt in Mecklenburg-Vorpommern trotz Verlusten die Option, unter Führung von Manuela Schwesig weiterzuregieren. In Berlin könnte Die Linke erstmals die Führung einer Landesregierung übernehmen. Ob es dazu kommt, entscheiden nun die Gespräche zwischen den Parteien.
Quellen
- Deutschlandfunk: Linke in Berlin vorne – deutliche Niederlagen für CDU
- ZDFheute: Wahl in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – Ergebnisse und Reaktionen
- t‑online: Wahl in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern – Ergebnisse, Koalitionen und Kreise
— Redaktion: LeserECHO Emden



