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Was Sie zur neu­en KI‑Kennzeichnungspflicht wis­sen müs­sen — ein­fach erklärt

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Foto: Die­ses Bild ist mit­hil­fe von KI erstellt / bearbeitet.

Seit Inkraft­tre­ten der EU‑Transparenzregeln müs­sen kom­mer­zi­ell ver­brei­te­te Inhal­te, die ganz oder teil­wei­se von Künst­li­cher Intel­li­genz erzeugt oder wesent­lich ver­än­dert wur­den, ein­deu­tig als „KI/AI‑Erzeugnis“ gekenn­zeich­net wer­den. Medi­en, Unter­neh­men, Agen­tu­ren und Platt­form­be­trei­ber tra­gen die Ver­ant­wor­tung – und Ver­stö­ße kön­nen teu­er werden.

Wor­um geht es bei der neu­en Regelung?

Die EU hat mit ihren Trans­pa­renz­re­geln einen kla­ren Rah­men geschaf­fen: Ziel ist, dass Nut­ze­rin­nen und Nut­zer beim ers­ten Kon­takt erken­nen kön­nen, ob ein Bild, ein Video, eine Stim­me oder ein Text voll­stän­dig maschi­nell erzeugt oder durch KI sub­stan­zi­ell ver­än­dert wur­de. Die Vor­schrif­ten erfas­sen nicht nur die sicht­ba­re Kenn­zeich­nung für Men­schen, son­dern ver­lan­gen auch maschi­nen­les­ba­re Provenance‑Informationen (z. B. C2PA‑Manifeste, digi­ta­le Was­ser­zei­chen wie Syn­thID). So sol­len Platt­for­men, Such­ma­schi­nen und Fact‑Checking‑Dienste Inhal­te auto­ma­tisch ein­ord­nen kön­nen — ein zen­tra­ler Bau­stein im Kampf gegen Des­in­for­ma­ti­on und mani­pu­la­ti­ve Deepfakes.

Was ist neu? Die Kern­punk­te der Pflicht

Neu gere­gelt wer­den soge­nann­te „syn­the­ti­sche Inhal­te“: dazu zäh­len voll­stän­dig KI‑generierte Medi­en eben­so wie rea­le Auf­nah­men, die durch KI inhalt­lich oder visu­ell wesent­lich ver­än­dert wur­den. Die Pflicht umfasst drei wich­ti­ge Elemente:

  • Sicht­ba­re Kenn­zeich­nung beim ers­ten Kon­takt (ein Badge am Bild, eine sicht­ba­re Bild­un­ter­schrift, ein Video‑Overlay zu Beginn etc.).
  • Erhalt und Über­mitt­lung maschi­nen­les­ba­rer Meta­da­ten zur tech­ni­schen Provenienz.
  • Zusätz­li­che Pflich­ten für Her­stel­ler von KI‑Systemen, etwa in Bezug auf Doku­men­ta­ti­on und Nach­voll­zieh­bar­keit der Generierung.

Ein blo­ßer Hin­weis in ver­steck­ten Meta­da­ten genügt nicht: Die Kenn­zeich­nung muss direkt erkenn­bar sein.

Wie und wo muss gekenn­zeich­net werden?

Im Zen­trum steht die Nutzer‑Wahrnehmung beim ers­ten Kon­takt. Bei Bil­dern emp­fiehlt sich ein dau­er­haft sicht­ba­res Badge oder eine kla­re Bild­un­ter­schrift mit dem Hin­weis „KI‑generiert / AI‑generated“. Bei Vide­os ist eine Ein­blen­dung zu Beginn (und bei lan­gen Clips ggf. wie­der­holt) Pflicht; bei syn­the­ti­schen Stim­men emp­fiehlt sich zusätz­lich eine gespro­che­ne Offen­le­gung in den ers­ten Sekun­den. Par­al­lel dazu müs­sen Provenance‑Metadaten (C2PA, Syn­thID o. Ä.) beim Export und Upload erhal­ten blei­ben, damit auto­ma­ti­sier­te Sys­te­me die Her­kunft nach­voll­zie­hen können.

Prak­ti­sche Hin­wei­se zur Umsetzung

Unter­neh­men soll­ten Kenn­zeich­nungs­vor­la­gen anle­gen (Badge, Over­lay, Hin­weis­text), Export‑ und Upload‑Pfade prü­fen, damit Meta­da­ten nicht ver­lo­ren gehen, und tech­ni­sche Tests für Wasserzeichen/Provenance durch­füh­ren. Agen­tu­ren sind ver­trag­lich zu ver­pflich­ten, Meta­da­ten zu über­mit­teln und Kenn­zeich­nungs­vor­ga­ben einzuhalten.

Voll­stän­dig erzeugt vs. teil­wei­se modi­fi­ziert — war­um die Unter­schei­dung wich­tig ist

Die Regeln unter­schei­den zwi­schen „ful­ly AI‑generated“ (voll­stän­dig syn­the­tisch) und „par­ti­al­ly AI‑modified“ (ech­te Auf­nah­men, die wesent­lich ver­än­dert wur­den). Die­se Dif­fe­ren­zie­rung ist ent­schei­dend für die Rezep­ti­on: Ein kom­plett KI‑erzeugtes Mode­fo­to ver­langt ein ande­res Label als ein Foto, dem mit Hil­fe von KI Gesich­ter oder Inhal­te aus­ge­tauscht wur­den. Die kla­re Kenn­zeich­nung hilft Nut­ze­rin­nen und Nut­zern, die Ver­trau­ens­wür­dig­keit und den Kon­text der Inhal­te bes­ser einzuschätzen.

Wel­che Regeln gel­ten für Texte?

Bei Tex­ten kommt es stark auf den Kon­text an. Inhal­te zu öffent­li­chen oder sen­si­blen The­men — etwa Poli­tik, Gesund­heit, Umwelt, Jus­tiz oder Ver­brau­cher­schutz — müs­sen gekenn­zeich­net wer­den, wenn kei­ne natür­li­che Per­son die redak­tio­nel­le Ver­ant­wor­tung über­nimmt. Die Aus­nah­me bil­det das Prin­zip „Human‑in‑the‑Loop“: Wur­de eine KI‑erstellte Vor­la­ge von einer Redak­ti­on geprüft, sub­stan­ti­ell über­ar­bei­tet und unter der Ver­ant­wor­tung einer rea­len Per­son frei­ge­ge­ben, ent­fällt in vie­len Fäl­len die Kenn­zeich­nungs­pflicht. Ent­schei­dend ist die Doku­men­ta­ti­on: Wer hat geprüft, wel­che Ände­run­gen wur­den vor­ge­nom­men und wer trägt die ver­ant­wort­li­che Frei­ga­be? Die­se Pro­to­kol­lie­rung ist künf­ti­ger Compliance‑Nachweis gegen­über Aufsichtsbehörden.

Aus­nah­men und sen­si­ble Sonderfälle

Nicht alle KI‑Erzeugnisse sind kenn­zeich­nungs­pflich­tig. Pri­va­te, rein per­sön­li­che Nut­zung fällt in der Regel nicht unter die Vor­schrift. Künst­le­ri­sche, fik­tio­na­le oder sati­ri­sche Arbei­ten sind teil­wei­se aus­ge­nom­men, um Kunst‑ und Mei­nungs­frei­heit nicht unver­hält­nis­mä­ßig ein­zu­schrän­ken; trotz­dem emp­fiehlt sich in vie­len Fäl­len ein deut­li­cher Hin­weis auf KI‑Anteil, um Miss­ver­ständ­nis­se zu ver­mei­den. Wei­ter­hin erfor­dern Ange­bo­te mit hohem Schutz­be­darf (z. B. bestimm­te Selbsthilfe‑Formate) eine sen­si­ble Abwä­gung zwi­schen Sicht­bar­keit und Dis­kre­ti­on — hier kann die SHK‑Praxis als Vor­bild die­nen, wie Schutz­be­dürf­nis und Auf­find­bar­keit in Balan­ce gebracht werden.

Was Unter­neh­men und Redak­tio­nen jetzt tun sollten

Prag­ma­ti­sches, struk­tu­rier­tes Vor­ge­hen redu­ziert recht­li­che Risi­ken und stärkt Ver­trau­en. Emp­foh­len wird fol­gen­de Schritt­fol­ge: Zunächst eine umfas­sen­de Bestands­auf­nah­me aller KI‑Nutzungen (Bil­der, Vide­os, Audio, Tex­te). Dar­auf auf­bau­end Kenn­zeich­nungs­vor­la­gen ent­wi­ckeln — Bild‑Badges, Video‑Overlays, kur­ze CMS‑Hinweise und gespro­che­ne Offen­le­gun­gen für Audio. Tech­ni­sche Abläu­fe prü­fen, damit C2PA/SynthID‑Metadaten beim Export/Upload nicht ver­lo­ren gehen. Redak­ti­ons­work­flows orga­ni­sie­ren und Human‑in‑the‑Loop‑Prüfungen doku­men­tie­ren. Agentur‑ und Dienst­leis­ter­ver­trä­ge anpas­sen und Mit­ar­bei­ten­de in Mar­ke­ting, Redak­ti­on und Social Media gezielt schulen.

Kon­kre­tes Praxisbeispiel

Ein Online­shop, der Pro­dukt­bil­der voll­stän­dig per KI erstellt, soll­te jedes Bild mit einem sicht­ba­ren Hin­weis „KI‑generiert“ ver­se­hen und die Datei mit C2PA‑Metadaten spei­chern. Eine Lokal­re­dak­ti­on, die eine KI‑gestützte Zusam­men­fas­sung zu einem Umwelt­the­ma ver­öf­fent­licht, muss klar kenn­zeich­nen, sofern kei­ne redak­tio­nel­le Ver­ant­wor­tungs­über­nah­me doku­men­tiert ist; andern­falls reicht die doku­men­tier­te Prü­fung der Redak­ti­on, um die Kenn­zeich­nungs­pflicht zu umge­hen. Ein Wer­be­clip mit KI‑generierter Stim­me soll­te eine kur­ze Ein­blen­dung am Anfang tra­gen und idea­ler­wei­se eine gespro­che­ne Offen­le­gung („Ent­hält KI‑generierte Stim­me“) beinhalten.

Fol­gen bei Ver­stö­ßen: Buß­gel­der, zivil­recht­li­che Ansprü­che und Reputationsrisiken

Die EU‑Regeln sehen emp­find­li­che Sank­tio­nen vor: Bei Ver­stö­ßen dro­hen hohe Buß­gel­der, Unterlassungs‑ und Scha­dens­er­satz­an­sprü­che sowie erheb­li­che Repu­ta­ti­ons­schä­den. Beson­ders für lokal täti­ge Anbie­ter, Medi­en und Dienst­leis­ter kön­nen sol­che Fol­gen gra­vie­rend sein. Des­halb ist pro­ak­ti­ves Han­deln nicht nur recht­lich gebo­ten, son­dern auch wirt­schaft­lich sinnvoll.

Kur­ze Check­lis­te: Die­se Maß­nah­men soll­ten Sie jetzt umsetzen

Füh­ren Sie eine Inven­tur Ihrer KI‑Nutzung durch, erstel­len Sie sicht­ba­re Kennzeichnungs‑Templates, sichern Sie Provenance‑Metadaten bei Export und Upload, doku­men­tie­ren Sie Human‑in‑the‑Loop‑Prüfungen, pas­sen Sie Ver­trä­ge mit Agen­tu­ren und Dienst­leis­tern an und schu­len Sie Ihre Mit­ar­bei­ten­den. Tech­ni­sche Tests der Metadaten‑Workflows und regel­mä­ßi­ge Audit‑Checks run­den die Pro­zess­si­cher­heit ab.

—
Redak­ti­on: Lese­r­ECHO Emden

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Ein Tag, der ver­bin­det: Gedan­ken zum Tag der Deut­schen Einheit

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Am 3. Okto­ber erin­nert Deutsch­land an sei­ne Wie­der­ver­ei­ni­gung. An die­sem Tag im Jahr 1990 trat der Eini­gungs­ver­trag offi­zi­ell in Kraft: Die zuvor über Jahr­zehn­te getrenn­ten deut­schen Staa­ten wur­den wie­der zu einem gemein­sa­men Land. Vor­aus­ge­gan­gen waren der muti­ge, fried­li­che Pro­test unzäh­li­ger Bür­ge­rin­nen und Bür­ger in der dama­li­gen DDR, der his­to­ri­sche Fall der Ber­li­ner Mau­er am 9. Novem­ber 1989 sowie inten­si­ve poli­ti­sche Ver­hand­lun­gen auf natio­na­ler und inter­na­tio­na­ler Ebene.

Ein Mei­len­stein für Frei­heit, Demo­kra­tie und Zusammenwachsen

Der Tag der Deut­schen Ein­heit ist weit mehr als der blo­ße Rück­blick auf einen for­ma­len Staats­akt im Kalen­der. Das Datum mahnt und erin­nert an die vie­len Men­schen, die für bür­ger­li­che Grund­rech­te und demo­kra­ti­sche Mit­be­stim­mung fried­lich auf die Stra­ße gin­gen, an Fami­li­en und Freun­des­krei­se, die über vier Jahr­zehn­te hin­weg durch Sta­chel­draht und Grenz­an­la­gen zer­ris­sen waren, und an einen tief­grei­fen­den poli­ti­schen Wan­del, der gänz­lich ohne Gewalt glückte.

Gleich­zei­tig steht der 3. Okto­ber für die anhal­ten­de gesell­schaft­li­che Auf­ga­be, das Zusam­men­wach­sen von Ost und West tag­täg­lich mit Leben zu fül­len – getra­gen von gegen­sei­ti­ger Offen­heit für indi­vi­du­el­le Lebens­er­fah­run­gen und von Respekt vor dem, was Men­schen in den ver­schie­de­nen Regio­nen geprägt hat.

Loka­le Per­spek­ti­ve: Zusam­men­halt an der Küste

Auch bei uns in Emden und Ost­fries­land lässt sich die­ser Fei­er­tag als will­kom­me­ner Anlass begrei­fen, über das Mit­ein­an­der und den gesell­schaft­li­chen Zusam­men­halt nach­zu­den­ken. Am nord­west­li­chen Rand der Bun­des­re­pu­blik gele­gen, in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft zu den Nie­der­lan­den, ist unse­re Regi­on seit jeher von regem Aus­tausch über Staats- und Kul­tur­gren­zen hin­weg geprägt.

In einer See­ha­fen­stadt wie Emden gehö­ren Begeg­nun­gen mit Men­schen unter­schied­lichs­ter Her­kunft, Tra­di­tio­nen und Lebens­ent­wür­fe ganz selbst­ver­ständ­lich zum all­täg­li­chen Stra­ßen­bild. Die­ses Mit­ein­an­der ist kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit, son­dern ein wert­vol­les Gut, das Tag für Tag durch ein respekt­vol­les, soli­da­ri­sches Ver­hal­ten gepflegt wer­den muss.

Viel­falt der Bio­gra­fien ernst nehmen

Die Ver­ei­ni­gung vor über drei Jahr­zehn­ten hat Deutsch­land grund­le­gend ver­än­dert. Doch sie ver­lief und wirkt für Men­schen je nach per­sön­li­cher Bio­gra­fie bis heu­te sehr unter­schied­lich. Wäh­rend die einen vor allem den kraft­vol­len Auf­bruch, offe­ne Gren­zen und die neu gewon­ne­ne per­sön­li­che Frei­heit in den Vor­der­grund stel­len, ver­bin­den ande­re mit den Nach­wen­de­jah­ren auch har­te wirt­schaft­li­che Umbrü­che, sozia­le Ver­un­si­che­run­gen und tief­grei­fen­de Brü­che in den eige­nen Erwerbsbiografien.

Bei­de Sei­ten gehö­ren untrenn­bar zur gemein­sa­men Geschich­te der Ein­heit. Vor­ur­teils­frei­es Zuhö­ren und das auf­rich­ti­ge Inter­es­se an den unter­schied­li­chen Per­spek­ti­ven bil­den das trag­fä­hi­ge Fun­da­ment, um dau­er­haft Ver­ständ­nis für­ein­an­der zu sichern.

Frei­heit und Demo­kra­tie sind Errun­gen­schaf­ten, die nicht von allein bestehen. Sie bedür­fen der akti­ven Mit­ge­stal­tung. Ech­ter Zusam­men­halt wächst nicht allein durch Geset­ze oder Fest­ak­te, son­dern im All­tag vor Ort: im nach­bar­schaft­li­chen Gespräch, im ehren­amt­li­chen Enga­ge­ment in Ver­ei­nen, am Arbeits­platz und über­all dort, wo Men­schen Ver­ant­wor­tung für ihr Umfeld übernehmen.

So ist der Tag der Deut­schen Ein­heit ein leben­di­ger Auf­trag an uns alle: Unter­schie­de mit Gelas­sen­heit aus­zu­hal­ten, ver­bin­den­de Gemein­sam­kei­ten in den Mit­tel­punkt zu rücken und die Zukunft gemein­sam zu gestal­ten – in ganz Deutsch­land eben­so wie hier bei uns in Ostfriesland.

— Redak­ti­on: Lese­r­ECHO Emden

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Wah­len in Ber­lin und Meck­len­burg-Vor­pom­mern: Lin­ke und AfD vorn, Koali­ti­ons­su­che beginnt

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Am Sonn­tag, 20. Sep­tem­ber 2026, wur­den in Ber­lin ein neu­es Abge­ord­ne­ten­haus und in Meck­len­burg-Vor­pom­mern ein neu­er Land­tag gewählt. Die Ergeb­nis­se fal­len in bei­den Län­dern deut­lich aus, füh­ren aber jeweils zu schwie­ri­gen Gesprä­chen über mög­li­che Regierungsbündnisse.

Ber­lin: Die Lin­ke wird stärks­te Kraft

In Ber­lin hat Die Lin­ke nach dem vor­läu­fi­gen amt­li­chen Ergeb­nis mit 25,7 Pro­zent die Wahl zum Abge­ord­ne­ten­haus gewon­nen. Es ist das bis­her bes­te Ergeb­nis der Par­tei bei einer Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus­wahl. Spit­zen­kan­di­da­tin Elif Eralp bean­sprucht damit den Auf­trag zur Regie­rungs­bil­dung und könn­te die ers­te Regie­ren­de Bür­ger­meis­te­rin der Links­par­tei in Ber­lin werden.

Die bis­her regie­ren­de CDU folgt mit 18,8 Pro­zent auf Platz zwei und ver­liert deut­lich. Auch die SPD, bis­lang Koali­ti­ons­part­ne­rin der CDU, muss­te Ver­lus­te hin­neh­men: Mit 12,1 Pro­zent erreicht sie ihr bis­her schwächs­tes Ergeb­nis bei einer Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus­wahl. Die bis­he­ri­ge CDU-SPD-Koali­ti­on hat damit kei­ne Mehr­heit mehr.

Die AfD kommt auf 16,3 Pro­zent und wird dritt­stärks­te Par­tei. Die Grü­nen errei­chen 14,3 Pro­zent. Das Bünd­nis Sahra Wagen­knecht ver­passt mit 4,7 Pro­zent knapp den Ein­zug ins Abgeordnetenhaus.

Drei­er­bünd­nis dürf­te not­wen­dig werden

Für eine sta­bi­le Mehr­heit im Ber­li­ner Abge­ord­ne­ten­haus ist vor­aus­sicht­lich ein Bünd­nis aus drei Par­tei­en nötig. Rech­ne­risch mög­lich wäre eine Koali­ti­on aus Lin­ken, Grü­nen und SPD. Eben­falls denk­bar wäre ein Bünd­nis aus CDU, Grü­nen und SPD.

Die Lin­ke hat nach ihrem Wahl­sieg signa­li­siert, regie­ren zu wol­len. In den bevor­ste­hen­den Gesprä­chen dürf­ten vor allem Fra­gen rund um Mie­ten, Woh­nungs­bau und die wei­te­re poli­ti­sche Aus­rich­tung Ber­lins eine Rol­le spielen.

Auf­fäl­lig ist zudem die gestie­ge­ne Wahl­be­tei­li­gung. Sie lag nach dem vor­läu­fi­gen Ergeb­nis bei 74,2 Pro­zent, nach­dem bei der vor­he­ri­gen Wahl 63 Pro­zent erreicht wor­den waren.

Meck­len­burg-Vor­pom­mern: AfD gewinnt, SPD hat Regierungsoption

In Meck­len­burg-Vor­pom­mern wird die AfD mit 38,2 Pro­zent stärks­te Kraft. Bei der Land­tags­wahl 2021 hat­te die Par­tei noch 16,7 Pro­zent erreicht. Trotz des Wahl­siegs zeich­net sich der­zeit kei­ne Regie­rungs­be­tei­li­gung der AfD ab, da die wei­te­ren im Land­tag ver­tre­te­nen Par­tei­en eine Zusam­men­ar­beit aus­ge­schlos­sen haben.

Die SPD von Minis­ter­prä­si­den­tin Manue­la Schwe­sig kommt auf 35,5 Pro­zent. Gegen­über der Land­tags­wahl 2021 bedeu­tet das ein Ver­lust. Den­noch kann Schwe­sig auf eine wei­te­re Amts­zeit hof­fen: Die bis­he­ri­ge Koali­ti­on aus SPD und Lin­ken hat zwar kei­ne Mehr­heit mehr, ein Drei­er­bünd­nis aus SPD, Lin­ken und Grü­nen wäre jedoch rech­ne­risch möglich.

Die Lin­ke erreicht 6,5 Pro­zent. Die Grü­nen zie­hen mit 5,7 Pro­zent erneut in den Land­tag ein. Die CDU schei­tert mit 4,9 Pro­zent knapp an der Fünf-Pro­zent-Hür­de und wäre damit erst­mals nicht in einem Lan­des­par­la­ment ver­tre­ten. Auch das BSW ver­passt mit 4,8 Pro­zent den Einzug.

Höhe­re Wahl­be­tei­li­gung und Fol­gen für die Bundespolitik

Die Wahl­be­tei­li­gung in Meck­len­burg-Vor­pom­mern stieg deut­lich von 70,8 auf 78,1 Pro­zent. Das Ergeb­nis zeigt damit nicht nur eine stär­ke­re Mobi­li­sie­rung, son­dern auch eine deut­lich ver­än­der­te poli­ti­sche Kräf­te­ver­tei­lung im Land.

Bei­de Wah­len erhö­hen den Druck auf CDU und SPD. In Ber­lin ver­liert die bis­he­ri­ge CDU-SPD-Regie­rung ihre Mehr­heit. In Meck­len­burg-Vor­pom­mern ver­passt die CDU den Ein­zug in den Land­tag, wäh­rend die AfD stark zule­gen kann.

Für die SPD bleibt in Meck­len­burg-Vor­pom­mern trotz Ver­lus­ten die Opti­on, unter Füh­rung von Manue­la Schwe­sig wei­ter­zu­re­gie­ren. In Ber­lin könn­te Die Lin­ke erst­mals die Füh­rung einer Lan­des­re­gie­rung über­neh­men. Ob es dazu kommt, ent­schei­den nun die Gesprä­che zwi­schen den Parteien.

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— Redak­ti­on: Lese­r­ECHO Emden

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