Neues aus Emden
12.01.2026: Schulausfall in Emden – Kitas wechseln in den Notbetrieb
Emden. Die winterlichen Witterungsbedingungen halten an und führen auch zu Beginn der neuen Woche zu weiteren Einschränkungen im öffentlichen Leben. Wie die Stadt Emden am Sonntag (11.01.2026) mitteilt, kommt es am Montag, den 12. Januar 2026, erneut zu Ausfällen im Schul- und Betreuungsbetrieb. Eltern, Schülerinnen und Schüler sollten sich auf einen eingeschränkten Start in die Woche einstellen.
Der Unterricht an allen allgemeinbildenden Schulen in Emden fällt am Montag vollständig aus. Damit reagiert die Stadt weiterhin auf die anhaltenden Probleme durch Schnee und Glätte, die sichere Schulwege und den Transport erschweren. Die berufsbildenden Schulen (BBS) wechseln am 12.01.2026 erneut in den Distanzunterricht, sodass der Unterricht dort digital fortgeführt wird.
Auch die städtischen Kindertagesstätten sind betroffen. Wie bereits am vergangenen Freitag gehen die Kitas am Montag in den Notbetrieb. Die Betreuung wird dabei ausschließlich durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichergestellt, die keine lange Anfahrt haben und die Einrichtungen sicher erreichen können. Ziel ist es, zumindest eine Grundbetreuung für Familien mit dringendem Bedarf aufrechtzuerhalten.
Darüber hinaus informiert die Stadt, dass auch weitere Kitas sowie freie Träger durch den zuständigen städtischen Fachdienst benachrichtigt werden. Diese Einrichtungen werden sich direkt mit den betroffenen Eltern in Verbindung setzen und über ihr jeweiliges Vorgehen informieren. Eltern werden gebeten, die Rückmeldungen ihrer Kita aufmerksam zu verfolgen und nur im unbedingt notwendigen Fall auf die Notbetreuung zurückzugreifen.
Die Stadt Emden bittet um Verständnis für die getroffenen Maßnahmen. Sie dienen in erster Linie der Sicherheit von Kindern, Eltern sowie Beschäftigten. Angesichts der weiterhin angespannten Wetterlage sind kurzfristige Anpassungen auch in den kommenden Tagen möglich.
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Redaktion: LeserECHO Emden
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Rum-Tasting im Grusy: Genusswelt Klus lädt ein — 31. Juli
Sommerabend, gute Gesellschaft und besondere Tropfen im Glas: Am 31. Juli verwandelt sich das Grusy erneut in einen Treffpunkt für Rum-Liebhaberinnen und ‑Liebhaber. Die Genusswelt Klus lädt zum großen Rum-Tasting ein — eine Verkostung sorgfältig ausgewählter Abfüllungen, bei der Herkunft, Herstellungsverfahren und Aromatik im Mittelpunkt stehen.
Was Sie erwartet
- Kuratierte Auswahl besonderer Rums aus verschiedenen Regionen — von klassisch-karibisch bis ungewöhnlich-exotisch.
- Fachliche Moderation: Herkunft, Destillation, Fassreifung und Geschmacksprofile werden erklärt und gemeinsam verkostet.
- Verkostungsrunden mit Raum für Fragen, Diskussionen und persönliche Eindrücke.
- Kleine Neutralisations-Snacks zwischen den Proben, damit Aromen klarer wahrgenommen werden.
- Inspirierendes Ambiente im Grusy: stilvolles Tasting-Set, kupferfarbene Flaschen und entspannte Runde.
Das Tasting verbindet handwerkliches Wissen mit Genuss — ideal für alle, die Rum nicht nur trinken, sondern verstehen wollen.
Für wen eignet sich das Event?
Das Angebot richtet sich gleichermaßen an Einsteigerinnen und Einsteiger wie an erfahrene Kenner. Ob Neugierige, die erste Aromen kennenlernen möchten, oder Connaisseurs, die seltene Abfüllungen schätzen — jeder, der Lust auf hochwertige Tropfen, Hintergrundwissen und lebhafte Gespräche hat, ist willkommen. Hinweis: Teilnahme nur ab 18 Jahren.
Termin, Preis und Anmeldung
- Wann: 31. Juli (Einlass- und Startzeit werden bei Anmeldung mitgeteilt)
- Wo: Grusy
- Preis: 50 € pro Person (inkl. Verkostungen und kleiner Begleitungssnacks)
- Verfügbarkeit: Restplätze vorhanden — Plätze sind limitiert, rechtzeitige Anmeldung empfohlen
Reservierung über die Genusswelt Klus oder die bekannten Kontaktkanäle des Grusy. Schnell sein lohnt sich — die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Warum Sie teilnehmen sollten
Rum ist mehr als ein Getränk: Er erzählt von Regionen, Rohstoffen, Destillationskunst und Fassreifung. Das Rum-Tasting der Genusswelt Klus bietet die Chance, diese Geschichten zu verkosten — moderiert von Fachleuten, die erklären, ohne zu belehren. Ein Abend, der Genuss, Wissensvermittlung und geselliges Vergnügen verbindet.
Hinweise zur Verantwortung
Bitte denken Sie an einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol. Die Verkostung ist nur für Personen ab 18 Jahren geeignet. Anreise und Heimweg sollten sicher geplant werden.
Kontakt & Anmeldung
Interessenten melden sich direkt bei der Genusswelt Klus oder reservieren ihren Platz über das Grusy. Bei Fragen zu Ablauf oder Verfügbarkeit empfiehlt sich eine kurze telefonische oder schriftliche Anfrage vorab.
Wir freuen uns auf einen genussvollen Abend im Grusy — mit feinen Rums, spannenden Geschichten und guten Gesprächen!
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Redaktion: LeserECHO Emden
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„Sei Mensch“: Ulli Schönrock verabschiedet sich nach 22 Jahren Gefängnisseelsorge
Foto: Ulli Schönrock -
Nach mehr als zwei Jahrzehnten als evangelischer Seelsorger in der Justizvollzugsanstalt Meppen-Versen tritt Ulli Schönrock in den Ruhestand. Der Lingener hat in seiner langen Dienstzeit Menschen in außergewöhnlichen und oft existenziellen Lebenssituationen begleitet. Sein Ansatz war dabei klar: Hinter jeder Tat steht ein Mensch, dessen Würde nicht verloren geht.
Im Gespräch anlässlich seines Abschieds gibt Schönrock Einblicke in die Gefängnisseelsorge, die Bedeutung von Zuhören und die Herausforderungen, Menschen nach einer Haftzeit wieder Perspektiven zu eröffnen.
Der Mensch ist mehr als seine Tat
Ulli Schönrock vertritt eine Haltung, die seine Arbeit in der JVA Meppen-Versen über viele Jahre geprägt hat: Ein Mensch ist nicht auf seine Schuld oder seine Taten zu reduzieren. Deshalb verzichtete er in Gesprächen mit Inhaftierten meist bewusst darauf, deren Akten vorab zu lesen.
„Gott steht auf der Seite der Opfer, aber er verlässt auch die Täterinnen und Täter nicht“, erklärt Schönrock. Für ihn bleibt die Würde eines Menschen unverlierbar, auch wenn dieser schwer gegen die Würde anderer gehandelt hat.
Seelsorge bedeute in diesem Zusammenhang nicht, Verantwortung kleinzureden oder Taten zu entschuldigen. Vielmehr gehe es darum, Menschen dabei zu unterstützen, sich mit ihrem Fehlverhalten auseinanderzusetzen, Veränderungen anzustoßen und langfristig wieder Teil der Gesellschaft zu werden.
Zuhören und Situationen gemeinsam aushalten
Eine Inhaftierung bedeutet für Betroffene einen tiefen Einschnitt. Der vertraute Alltag bricht weg, Kontakte verändern sich und die eigene Zukunft erscheint häufig ungewiss. Gerade in solchen Momenten sei es entscheidend, dass jemand da ist, zuhört und die Situation nicht vorschnell bewertet.
„Menschen brauchen jemanden, der da ist und die Situation gemeinsam aushält“, beschreibt Ulli Schönrock die Essenz seiner Arbeit.
Überraschend blickt der Seelsorger auf seine Zeit hinter Gefängnismauern auch als eine Phase großer Freiheit zurück. Abseits komplexer Verwaltungsstrukturen habe er sich auf die jeweilige Begegnung und den konkreten Moment konzentrieren können. Diese Aufmerksamkeit für die Menschen sei ein zentraler Bestandteil seiner seelsorgerischen Arbeit gewesen.
Wiedergutmachung statt reiner Ausgrenzung
Kritisch äußert sich Schönrock über ein Strafverständnis, das vor allem auf Ausgrenzung und Freiheitsentzug setzt. Er sieht darin ein Spannungsfeld: Soziale Verantwortung lasse sich nur schwer in einem Umfeld der vollständigen Kontrolle lernen.
Für nachhaltiger hält er den Gedanken der Wiedergutmachung. „Sie belässt den Menschen in seiner Verantwortung und gibt ihm die Möglichkeit, aktiv etwas zu verändern.“
Damit verbindet sich die Frage, wie Menschen nach einer Haftzeit wieder in die Gesellschaft zurückfinden können. Unterstützung, Verantwortung und die Bereitschaft zur Veränderung spielen dabei eine wichtige Rolle – sowohl für die Betroffenen selbst als auch für das gesellschaftliche Zusammenleben.
Entlassene sind die Nachbarn von morgen
Zum Abschied richtet Ulli Schönrock einen Appell an die Gesellschaft. Vorurteile gegenüber dem Strafvollzug, vereinfachende Aussagen über einen vermeintlichen „Hotelvollzug“ oder reine Rachegedanken würden der Realität nicht gerecht.
Sein Rat an Menschen, die bisher nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, lautet: „Sagt niemals: ‚Das könnte mir nicht passieren.‘“
Gleichzeitig erinnert er daran, dass die Menschen, die eine Haftanstalt verlassen, wieder Teil des gesellschaftlichen Lebens werden: Die Entlassenen von heute sind die Nachbarn von morgen. Deshalb sei es wichtig, nicht nur über Strafe, sondern auch über Verantwortung, Veränderung und Wiedereingliederung zu sprechen.
„Sei aufmerksam. Sei wachsam. Sei Mensch.“
Auf die Frage, welchen Rat er seinem jüngeren Ich am ersten Arbeitstag in der Gefängnisseelsorge geben würde, antwortet Ulli Schönrock knapp, aber eindringlich: „Sei aufmerksam. Sei wachsam. Sei Mensch.“
Nach 22 Jahren in der JVA Meppen-Versen endet für ihn nun ein bedeutender beruflicher Abschnitt. Seine Worte machen deutlich, wie wichtig Begegnung, Zuhören und ein differenzierter Blick auf Menschen in schwierigen Lebenslagen bleiben.
Das Interview im Wortlaut
Das vollständige Interview mit Ulli Schönrock kann an dieser Stelle ergänzt werden.
Bildinformation:
Motiv: Ulli Schönrock
Quelle: Sprengel Ostfriesland-Ems
Interviewführung: Julia Fischer
Quellen/Kontakt/Hinweise:
Dieser Artikel basiert auf Informationen und einem Interview des Kirchenkreises Emsland-Bentheim. Für Rückfragen oder weitere Auszüge aus dem Interview können sich Medienvertreter direkt an den Kirchenkreis wenden.
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Redaktion: LeserECHO Emden




