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Neues Angebot im Advent: Fahrten durch den Emder Hafen
Emden. Seit dem 26. November 2025 lädt die AG EMS in der Adventszeit zu stimmungsvollen Hafenfahrten ein – eine Linienfahrt, die maritimes Wissen, Winterlicht und Stadtblick verbindet. Start ist an der Haltestelle Ratsdelft am Emder Hafentor, wo die MB ENGELKE ablegt und entlang des maritimen Herzens der Seehafenstadt Kurs nimmt. Die Route führt vorbei am Tonnenhof und den Schwimmdocks der Thyssen Nordsee‑Werke sowie an der ehemaligen Cassens Werft; im Ölhafen wirken die Dimensionen greifbar, wenn die großen Gastanker festmachen und der Hinweis überrascht, dass das Löschen einer Ladung rund 36 Stunden dauert. Richtung Außenhafen öffnen sich die Blickachsen zur Großen Seeschleuse, zum Borkumkai mit dem Fährverkehr nach Borkum und zur Autoverladung des VW‑Werks – industrielle Präsenz, Seefahrtstradition und Hafenlogistik in einem Panorama. Wer später zusteigen möchte, kann das an der Haltestelle „Am Seemannsheim“. Mit der weihnachtlichen Beleuchtung entlang der Kaimauern und über den Anlagen wird aus der sachlichen Linienfahrt ein atmosphärischer Adventsbummel auf dem Wasser, bei dem der Hafen im Lichterglanz seine eigene Geschichte erzählt.
Bis zum 19. Dezember fahren die Schiffe nahezu täglich – ausgenommen montags und in der Kalenderwoche 50 zusätzlich dienstags – jeweils um 12:00 Uhr und 14:00 Uhr. Die rund 75‑minütige Tour ist damit gut planbar für Einheimische ebenso wie für Gäste. Zum Wochenende wartet ein Extra, das die winterliche Fahrt abrundet: Am Freitag und Samstag gibt es an Bord ein Heißgetränk, wahlweise Glühwein oder alkoholfreien Punsch. Tickets sind unkompliziert online oder direkt an Bord erhältlich; weitere Informationen finden sich unter www.ag-ems.de/hafenfahrten. Wer Emden einmal aus der Perspektive der Schifffahrtswege erleben will – nah an Werften, Schleusen, Fährverkehr und Umschlagplätzen – bekommt in der Adventszeit eine besondere Gelegenheit: ein maritimer Blick hinter die Kulissen, eingerahmt von winterlichem Licht.
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Redaktion: LeserECHO Emden
Pressestelle AG-EMS
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Rum-Tasting im Grusy: Genusswelt Klus lädt ein — 31. Juli
Sommerabend, gute Gesellschaft und besondere Tropfen im Glas: Am 31. Juli verwandelt sich das Grusy erneut in einen Treffpunkt für Rum-Liebhaberinnen und ‑Liebhaber. Die Genusswelt Klus lädt zum großen Rum-Tasting ein — eine Verkostung sorgfältig ausgewählter Abfüllungen, bei der Herkunft, Herstellungsverfahren und Aromatik im Mittelpunkt stehen.
Was Sie erwartet
- Kuratierte Auswahl besonderer Rums aus verschiedenen Regionen — von klassisch-karibisch bis ungewöhnlich-exotisch.
- Fachliche Moderation: Herkunft, Destillation, Fassreifung und Geschmacksprofile werden erklärt und gemeinsam verkostet.
- Verkostungsrunden mit Raum für Fragen, Diskussionen und persönliche Eindrücke.
- Kleine Neutralisations-Snacks zwischen den Proben, damit Aromen klarer wahrgenommen werden.
- Inspirierendes Ambiente im Grusy: stilvolles Tasting-Set, kupferfarbene Flaschen und entspannte Runde.
Das Tasting verbindet handwerkliches Wissen mit Genuss — ideal für alle, die Rum nicht nur trinken, sondern verstehen wollen.
Für wen eignet sich das Event?
Das Angebot richtet sich gleichermaßen an Einsteigerinnen und Einsteiger wie an erfahrene Kenner. Ob Neugierige, die erste Aromen kennenlernen möchten, oder Connaisseurs, die seltene Abfüllungen schätzen — jeder, der Lust auf hochwertige Tropfen, Hintergrundwissen und lebhafte Gespräche hat, ist willkommen. Hinweis: Teilnahme nur ab 18 Jahren.
Termin, Preis und Anmeldung
- Wann: 31. Juli (Einlass- und Startzeit werden bei Anmeldung mitgeteilt)
- Wo: Grusy
- Preis: 50 € pro Person (inkl. Verkostungen und kleiner Begleitungssnacks)
- Verfügbarkeit: Restplätze vorhanden — Plätze sind limitiert, rechtzeitige Anmeldung empfohlen
Reservierung über die Genusswelt Klus oder die bekannten Kontaktkanäle des Grusy. Schnell sein lohnt sich — die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Warum Sie teilnehmen sollten
Rum ist mehr als ein Getränk: Er erzählt von Regionen, Rohstoffen, Destillationskunst und Fassreifung. Das Rum-Tasting der Genusswelt Klus bietet die Chance, diese Geschichten zu verkosten — moderiert von Fachleuten, die erklären, ohne zu belehren. Ein Abend, der Genuss, Wissensvermittlung und geselliges Vergnügen verbindet.
Hinweise zur Verantwortung
Bitte denken Sie an einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol. Die Verkostung ist nur für Personen ab 18 Jahren geeignet. Anreise und Heimweg sollten sicher geplant werden.
Kontakt & Anmeldung
Interessenten melden sich direkt bei der Genusswelt Klus oder reservieren ihren Platz über das Grusy. Bei Fragen zu Ablauf oder Verfügbarkeit empfiehlt sich eine kurze telefonische oder schriftliche Anfrage vorab.
Wir freuen uns auf einen genussvollen Abend im Grusy — mit feinen Rums, spannenden Geschichten und guten Gesprächen!
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Redaktion: LeserECHO Emden
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„Sei Mensch“: Ulli Schönrock verabschiedet sich nach 22 Jahren Gefängnisseelsorge
Foto: Ulli Schönrock -
Nach mehr als zwei Jahrzehnten als evangelischer Seelsorger in der Justizvollzugsanstalt Meppen-Versen tritt Ulli Schönrock in den Ruhestand. Der Lingener hat in seiner langen Dienstzeit Menschen in außergewöhnlichen und oft existenziellen Lebenssituationen begleitet. Sein Ansatz war dabei klar: Hinter jeder Tat steht ein Mensch, dessen Würde nicht verloren geht.
Im Gespräch anlässlich seines Abschieds gibt Schönrock Einblicke in die Gefängnisseelsorge, die Bedeutung von Zuhören und die Herausforderungen, Menschen nach einer Haftzeit wieder Perspektiven zu eröffnen.
Der Mensch ist mehr als seine Tat
Ulli Schönrock vertritt eine Haltung, die seine Arbeit in der JVA Meppen-Versen über viele Jahre geprägt hat: Ein Mensch ist nicht auf seine Schuld oder seine Taten zu reduzieren. Deshalb verzichtete er in Gesprächen mit Inhaftierten meist bewusst darauf, deren Akten vorab zu lesen.
„Gott steht auf der Seite der Opfer, aber er verlässt auch die Täterinnen und Täter nicht“, erklärt Schönrock. Für ihn bleibt die Würde eines Menschen unverlierbar, auch wenn dieser schwer gegen die Würde anderer gehandelt hat.
Seelsorge bedeute in diesem Zusammenhang nicht, Verantwortung kleinzureden oder Taten zu entschuldigen. Vielmehr gehe es darum, Menschen dabei zu unterstützen, sich mit ihrem Fehlverhalten auseinanderzusetzen, Veränderungen anzustoßen und langfristig wieder Teil der Gesellschaft zu werden.
Zuhören und Situationen gemeinsam aushalten
Eine Inhaftierung bedeutet für Betroffene einen tiefen Einschnitt. Der vertraute Alltag bricht weg, Kontakte verändern sich und die eigene Zukunft erscheint häufig ungewiss. Gerade in solchen Momenten sei es entscheidend, dass jemand da ist, zuhört und die Situation nicht vorschnell bewertet.
„Menschen brauchen jemanden, der da ist und die Situation gemeinsam aushält“, beschreibt Ulli Schönrock die Essenz seiner Arbeit.
Überraschend blickt der Seelsorger auf seine Zeit hinter Gefängnismauern auch als eine Phase großer Freiheit zurück. Abseits komplexer Verwaltungsstrukturen habe er sich auf die jeweilige Begegnung und den konkreten Moment konzentrieren können. Diese Aufmerksamkeit für die Menschen sei ein zentraler Bestandteil seiner seelsorgerischen Arbeit gewesen.
Wiedergutmachung statt reiner Ausgrenzung
Kritisch äußert sich Schönrock über ein Strafverständnis, das vor allem auf Ausgrenzung und Freiheitsentzug setzt. Er sieht darin ein Spannungsfeld: Soziale Verantwortung lasse sich nur schwer in einem Umfeld der vollständigen Kontrolle lernen.
Für nachhaltiger hält er den Gedanken der Wiedergutmachung. „Sie belässt den Menschen in seiner Verantwortung und gibt ihm die Möglichkeit, aktiv etwas zu verändern.“
Damit verbindet sich die Frage, wie Menschen nach einer Haftzeit wieder in die Gesellschaft zurückfinden können. Unterstützung, Verantwortung und die Bereitschaft zur Veränderung spielen dabei eine wichtige Rolle – sowohl für die Betroffenen selbst als auch für das gesellschaftliche Zusammenleben.
Entlassene sind die Nachbarn von morgen
Zum Abschied richtet Ulli Schönrock einen Appell an die Gesellschaft. Vorurteile gegenüber dem Strafvollzug, vereinfachende Aussagen über einen vermeintlichen „Hotelvollzug“ oder reine Rachegedanken würden der Realität nicht gerecht.
Sein Rat an Menschen, die bisher nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, lautet: „Sagt niemals: ‚Das könnte mir nicht passieren.‘“
Gleichzeitig erinnert er daran, dass die Menschen, die eine Haftanstalt verlassen, wieder Teil des gesellschaftlichen Lebens werden: Die Entlassenen von heute sind die Nachbarn von morgen. Deshalb sei es wichtig, nicht nur über Strafe, sondern auch über Verantwortung, Veränderung und Wiedereingliederung zu sprechen.
„Sei aufmerksam. Sei wachsam. Sei Mensch.“
Auf die Frage, welchen Rat er seinem jüngeren Ich am ersten Arbeitstag in der Gefängnisseelsorge geben würde, antwortet Ulli Schönrock knapp, aber eindringlich: „Sei aufmerksam. Sei wachsam. Sei Mensch.“
Nach 22 Jahren in der JVA Meppen-Versen endet für ihn nun ein bedeutender beruflicher Abschnitt. Seine Worte machen deutlich, wie wichtig Begegnung, Zuhören und ein differenzierter Blick auf Menschen in schwierigen Lebenslagen bleiben.
Das Interview im Wortlaut
Das vollständige Interview mit Ulli Schönrock kann an dieser Stelle ergänzt werden.
Bildinformation:
Motiv: Ulli Schönrock
Quelle: Sprengel Ostfriesland-Ems
Interviewführung: Julia Fischer
Quellen/Kontakt/Hinweise:
Dieser Artikel basiert auf Informationen und einem Interview des Kirchenkreises Emsland-Bentheim. Für Rückfragen oder weitere Auszüge aus dem Interview können sich Medienvertreter direkt an den Kirchenkreis wenden.
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Redaktion: LeserECHO Emden




