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Schneefall und Glätte in Emden: Unterricht bis Freitag fällt aus – Busverkehr und Müllabfuhr eingestellt
Emden. Der anhaltende Schneefall und die Glätte sorgen weiterhin für erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Bereich. Die Stadt Emden ruft die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, besonders auf die eigene Sicherheit zu achten und Wege nur dann anzutreten, wenn es wirklich nötig ist. Am Mittwoch (07.01.2026) hat die Stadt umfassende Maßnahmen bekanntgegeben, die Schulen, den öffentlichen Nahverkehr sowie die Müllabfuhr betreffen.
Im Zentrum steht der Schulausfall: Der Unterricht an den allgemeinbildenden Schulen in Emden fällt nach Angaben der Stadt bis einschließlich Freitag aus. Auch die berufsbildenden Schulen (BBS) sind betroffen. Dort findet ab sofort und ebenfalls bis Freitag Distanzunterricht statt. Damit reagiert die Stadt auf die weiterhin schwierigen Straßenverhältnisse und die Gefahr, die durch glatte Wege und eingeschränkte Befahrbarkeit entsteht.
Zusätzlich kommt es zu massiven Auswirkungen im öffentlichen Nahverkehr. Der Stadtverkehr Emden teilt mit, dass der Busbetrieb ab heute Mittag aufgrund der Wetterlage eingestellt wird. In der Mitteilung heißt es, die Schulen seien darum gebeten worden sicherzustellen, dass alle Fahr- und Schülerinnen und Schüler spätestens nach der sechsten Unterrichtsstunde die Möglichkeit haben, die Busse zu nutzen. Hintergrund ist, dass der Betrieb nur noch bis zum Mittag aufrechterhalten werden kann und danach keine reguläre Schülerbeförderung mehr möglich ist.
Auch die Müllabfuhr ist betroffen. Aus Sicherheitsgründen mussten die Touren eingestellt werden. Nach Angaben der Stadt konnte die Restmüllabfuhr auf der Route Friesland, Borssum und Hilmarsum größtenteils noch durchgeführt werden. Teilweise konnten jedoch Papier‑, Gelbe Tonnen sowie Gelbe Säcke nicht abgeholt werden. Betroffene Bürgerinnen und Bürger werden gebeten, die Abfälle zunächst wieder an sich zu nehmen. Ob die Abfuhr am morgigen Tag fortgesetzt werden kann, soll erst morgen früh entschieden werden. Alternative Abfuhrtermine können aktuell nicht genannt werden. Die Maßnahmen dienen laut Stadt dem Schutz der Mitarbeitenden und der Vermeidung von Sachschäden.
Der Winter- und Streudienst bleibt derweil im Dauereinsatz. Die Teams arbeiten nach Angaben der Stadt bis in den Abend hinein und fahren aktuell in zwei Schichten, um Straßen zu räumen und zu streuen. Ziel sei es, die Verkehrssicherheit so gut wie möglich zu gewährleisten – auch wenn nicht alle Straßen gleichzeitig geräumt werden können.
Die Stadt bedankt sich für das Verständnis der Bevölkerung. Angesichts der Wetterlage ist damit zu rechnen, dass sich Hinweise und Maßnahmen kurzfristig ändern können. Bürgerinnen und Bürger sollten daher aktuelle Informationen aufmerksam verfolgen und bei Glätte besonders vorsichtig unterwegs sein.
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Redaktion: LeserECHO Emden
Quelle: https://www.emden.de
Neues aus Ostfriesland
Ostermontag in Ostfriesland: Ausklang der Feiertage und der traditionelle „Eier-Smit“
Emden. Mit dem heutigen Ostermontag neigt sich das Osterfest dem Ende zu. Während der gestrige Sonntag ganz im Zeichen der religiösen Bedeutung und der großen Familienessen stand, markiert der Montag in Ostfriesland traditionell den Tag der Geselligkeit im Freien und den sportlichen Ausklang der Feiertage.
Der Ostermontag erinnert im christlichen Kontext an die Begegnung zweier Jünger mit dem auferstandenen Jesus auf ihrem Weg nach Emmaus. In der modernen Tradition unserer Region ist dieser Tag vor allem ein willkommener Feiertag, der für ausgiebige Spaziergänge am Deich oder Ausflüge in die nähere Umgebung genutzt wird. Dabei stehen vor allem die Bewegung an der frischen Luft und das gemeinschaftliche Erleben der Natur im Vordergrund.
Ostfriesisches Brauchtum: „Eier-Smieten“ und „Trullern“ im Endspurt
In vielen Emder Ortsteilen und den umliegenden Dörfern ist der Ostermontag der klassische Tag für das „Eier-Smieten“(Eierwerfen). Dabei treten Jung und Alt gegeneinander an, um ein hartgekochtes und meist bunt gefärbtes Ei so weit wie möglich zu werfen. Die Herausforderung dabei ist groß: Nur wer sein Ei heil wieder aufhebt, geht als Sieger aus dem Wettbewerb hervor. An den Deichen rund um Emden sieht man heute zudem die letzten Runden des beliebten „Eiertrullerns“, bei dem die Kinder ihre bunten Schätze die Rasenhänge hinunterkullern lassen – ein Spektakel, das bei trockenem Wetter Scharen von Zuschauern anlockt.
Kulinarischer Abschluss und letzter Kirmesspaß
Nach dem sportlichen Einsatz zieht es die Ostfriesen traditionell zurück in die gemütliche Stube. Zum Abschluss der Osterfeiertage darf der Osterstuten nicht fehlen. Das süße Rosinenbrot aus Hefeteig, reichlich mit guter Butter bestrichen, ist der perfekte Begleiter zur obligatorischen Tasse Ostfriesentee mit Kluntje und Wulkje. Dies bildet den harmonischen Rahmen, um das Festwochenende in aller Ruhe Revue passieren zu lassen.
Viele nutzen den Ostermontag zudem für einen letzten Besuch auf dem Emder Ostermarkt am Wall. Heute bietet sich die finale Gelegenheit für eine Fahrt im Karussell oder eine Tüte gebrannte Mandeln, bevor die Schausteller ihre Zelte wieder abbrechen. Der Ostermontag in Ostfriesland verbindet so auf ideale Weise die Ruhe des Feiertages mit lebendiger Nachbarschaftspflege. Wir wünschen allen Emderinnen und Emdern einen entspannten Ausklang der Ostertage und einen guten Start in die kommende Woche!
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Redaktion: LeserECHO Emden
Neues aus Ostfriesland
Ostern in Ostfriesland: Von biblischer Bedeutung und lebendigem Brauchtum
Emden. Mit dem heutigen Ostersonntag erreicht das Osterfest seinen glanzvollen Höhepunkt. Es ist das älteste und bedeutendste Fest der Christenheit, doch neben der religiösen Kernbotschaft haben sich über Jahrhunderte, insbesondere in unserer Region, ganz eigene Traditionen entwickelt. Zwischen dem traditionellen Eiertrullern und den lodernden Osterfeuern blicken wir auf die Herkunft und die besonderen Bräuche in Ostfriesland.
Das Wort „Ostern“ leitet sich vermutlich vom altgermanischen Austro (Morgenröte) ab, was im Althochdeutschen zu Ostarum wurde. Christlich gesehen feiern wir an diesem Wochenende die Auferstehung Jesu Christi und damit den Sieg des Lebens über den Tod. In der Natur symbolisiert Ostern das Erwachen nach dem langen Winter. Symbole wie das Ei oder der Hase stehen seit jeher für Fruchtbarkeit und neues Leben – Begriffe, die wunderbar zur aufblühenden ostfriesischen Landschaft im April passen.
Ostfriesische Bräuche: Mehr als nur Eiersuchen
In Ostfriesland wird das Osterfest mit einer Mischung aus Geselligkeit und spielerischem Wettbewerb gefeiert. Einige dieser Bräuche sind tief in der regionalen Identität verwurzelt und werden von Generation zu Generation weitergegeben. Einer der bekanntesten Bräuche ist das Eiertrullern (oder Eiertrillen). Dabei lassen Kinder und Erwachsene hartgekochte, bunt gefärbte Eier an einem Deich oder einer Düne herunterrollen. Ziel ist es, dass das eigene Ei möglichst weit rollt oder andere Eier trifft, ohne zu zerbrechen. In Emden und Umgebung sind die Deichabschnitte an diesen Tagen ein beliebter Treffpunkt für dieses Spektakel.
Ähnlich sportlich geht es beim Eiersmieten zu. Hierbei werden die Eier um die Wette geworfen. Wer sein Ei am weitesten wirft, ohne dass die Schale Schaden nimmt, hat gewonnen. Oft dient dieser Brauch dazu, in der Nachbarschaft zusammenzukommen und die ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings gemeinsam zu genießen. Wie bereits am gestrigen Abend in vielen Emder Stadtteilen zu sehen war, bleibt das Osterfeuer der soziale Höhepunkt. Das Feuer soll symbolisch den Winter vertreiben und bietet den Emdern die ideale Gelegenheit, bei einer Bratwurst mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen.
Kulinarik: Der Ostertisch in der Region
In vielen ostfriesischen Haushalten darf am Ostersonntag der Osterstuten nicht fehlen – ein süßes Hefegebäck, oft mit Rosinen, das dick mit Butter bestrichen wird. Dazu gehört natürlich eine Tasse echter Ostfriesentee, die auch an Feiertagen für die nötige Gemütlichkeit sorgt. Ostern in Ostfriesland ist somit weit mehr als nur ein freies Wochenende. Es ist ein Fest, das religiöse Bedeutung mit der Liebe zur Heimat und einer ordentlichen Portion Spielfreude verbindet. Wir wünschen allen Emderinnen und Emdern ein frohes Fest und viel Erfolg beim nächsten „Trulldurchgang“ am Deich!
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Redaktion: LeserECHO Emden




