Neues aus Ostfriesland
Ostern in Ostfriesland: Von biblischer Bedeutung und lebendigem Brauchtum
Emden. Mit dem heutigen Ostersonntag erreicht das Osterfest seinen glanzvollen Höhepunkt. Es ist das älteste und bedeutendste Fest der Christenheit, doch neben der religiösen Kernbotschaft haben sich über Jahrhunderte, insbesondere in unserer Region, ganz eigene Traditionen entwickelt. Zwischen dem traditionellen Eiertrullern und den lodernden Osterfeuern blicken wir auf die Herkunft und die besonderen Bräuche in Ostfriesland.
Das Wort „Ostern“ leitet sich vermutlich vom altgermanischen Austro (Morgenröte) ab, was im Althochdeutschen zu Ostarum wurde. Christlich gesehen feiern wir an diesem Wochenende die Auferstehung Jesu Christi und damit den Sieg des Lebens über den Tod. In der Natur symbolisiert Ostern das Erwachen nach dem langen Winter. Symbole wie das Ei oder der Hase stehen seit jeher für Fruchtbarkeit und neues Leben – Begriffe, die wunderbar zur aufblühenden ostfriesischen Landschaft im April passen.
Ostfriesische Bräuche: Mehr als nur Eiersuchen
In Ostfriesland wird das Osterfest mit einer Mischung aus Geselligkeit und spielerischem Wettbewerb gefeiert. Einige dieser Bräuche sind tief in der regionalen Identität verwurzelt und werden von Generation zu Generation weitergegeben. Einer der bekanntesten Bräuche ist das Eiertrullern (oder Eiertrillen). Dabei lassen Kinder und Erwachsene hartgekochte, bunt gefärbte Eier an einem Deich oder einer Düne herunterrollen. Ziel ist es, dass das eigene Ei möglichst weit rollt oder andere Eier trifft, ohne zu zerbrechen. In Emden und Umgebung sind die Deichabschnitte an diesen Tagen ein beliebter Treffpunkt für dieses Spektakel.
Ähnlich sportlich geht es beim Eiersmieten zu. Hierbei werden die Eier um die Wette geworfen. Wer sein Ei am weitesten wirft, ohne dass die Schale Schaden nimmt, hat gewonnen. Oft dient dieser Brauch dazu, in der Nachbarschaft zusammenzukommen und die ersten warmen Sonnenstrahlen des Frühlings gemeinsam zu genießen. Wie bereits am gestrigen Abend in vielen Emder Stadtteilen zu sehen war, bleibt das Osterfeuer der soziale Höhepunkt. Das Feuer soll symbolisch den Winter vertreiben und bietet den Emdern die ideale Gelegenheit, bei einer Bratwurst mit den Nachbarn ins Gespräch zu kommen.
Kulinarik: Der Ostertisch in der Region
In vielen ostfriesischen Haushalten darf am Ostersonntag der Osterstuten nicht fehlen – ein süßes Hefegebäck, oft mit Rosinen, das dick mit Butter bestrichen wird. Dazu gehört natürlich eine Tasse echter Ostfriesentee, die auch an Feiertagen für die nötige Gemütlichkeit sorgt. Ostern in Ostfriesland ist somit weit mehr als nur ein freies Wochenende. Es ist ein Fest, das religiöse Bedeutung mit der Liebe zur Heimat und einer ordentlichen Portion Spielfreude verbindet. Wir wünschen allen Emderinnen und Emdern ein frohes Fest und viel Erfolg beim nächsten „Trulldurchgang“ am Deich!
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Redaktion: LeserECHO Emden
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„Demokratie beginnt vor Ort“: Sprengel Ostfriesland-Ems setzt starkes Zeichen zum Grundgesetztag
Foto: Privat —
Emden. Mit einer klaren Botschaft zum Grundgesetztag am 23. Mai 2026 bekennt sich der ev.-luth. Sprengel Ostfriesland-Ems zu Demokratie, Menschenwürde und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Der Sprengel schließt sich der gemeinsamen Erklärung der leitenden Geistlichen in Niedersachsen und Bremen an und startet zugleich eine regionale Dialoginitiative.
„Demokratie beginnt nicht in Berlin, sondern hier bei uns – auf dem Marktplatz, im Gemeindesaal, am Küchentisch. Sie lebt davon, dass Menschen mitgestalten und Verantwortung übernehmen. Dafür machen wir uns als Kirche stark“, sagt Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer. Mit Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung betont sie zugleich die Bedeutung einer respektvollen Sprache: „Vereinfachende Darstellungen und abwertende Worte nehmen zu. Das steht in Spannung zu den Werten, für die wir als Kirche einstehen. Unser Anliegen bleibt es, die von Gott gegebene Würde jedes Menschen zu achten und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.“
Die gemeinsame Erklärung der leitenden Geistlichen – „Menschenwürde – Nächstenliebe – Zusammenhalt. Wir stehen dazu!“ – hebt die Demokratie als Grundlage eines friedlichen, solidarischen Miteinanders hervor. Unterstützt wird auch die Initiative von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, den 23. Mai als Ehrentag anlässlich des Geburtstags des Grundgesetzes zu begehen. Ziel: das Bewusstsein für die verfassungsmäßigen Grundlagen der Demokratie stärken und Engagement sichtbar machen.
Dialogoffensive in der Region
An den Grundgesetztag anknüpfend, stellt der Sprengel Ostfriesland-Ems Materialien für Kirchengemeinden bereit, um Gespräche vor Ort zu fördern – von Gemeindeaktionen über Diskussionsabende bis hin zu ökumenischen Formaten. Damit wird die landesweite Demokratie-Kampagne der Kirchen fortgeführt, die bereits zur Bundestagswahl 2025 Impulse setzte und nun mit Blick auf die Kommunalwahlen 2026 (Niedersachsen) und 2027 (Bremen) erneut sichtbar wird.
Hintergrund: Breite kirchliche Unterstützung
Die Erklärung wird von führenden Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen Kirchen in Niedersachsen und Bremen getragen – unter anderem von den Landesbischöfinnen und Landesbischöfen sowie den Kirchenpräsidentinnen und Kirchenpräsidenten der beteiligten Landeskirchen. Sie rufen dazu auf, Menschenwürde zu achten, Nächstenliebe zu leben und aktiv für demokratische Werte einzustehen.
Über den Sprengel Ostfriesland-Ems
Der Sprengel Ostfriesland-Ems ist einer von sechs Bezirken der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Er umfasst 143 Kirchen- und Kapellengemeinden sowie drei Gesamtkirchengemeinden mit rund 274.500 Mitgliedern in den Kirchenkreisen Aurich, Emden-Leer, Emsland-Bentheim, Harlingerland, Norden und Rhauderfehn.
Weitere Informationen
Initiative des Bundespräsidenten zum Ehrentag des Grundgesetzes: bundespraesident.de
Informationen zur Demokratie-Kampagne der Kirchen in Niedersachsen: evangelisch-in-niedersachsen.de/demokratie
Sprengel Ostfriesland-Ems: sprengel-ostfriesland-ems.de
Kontakt
Julia Fischer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Regionalbischöfin Sprengel Ostfriesland-Ems
Rudolf-Breitscheid-Straße 32, 26721 Emden
Mobil: 0163 9163892
E‑Mail: julia.fischer@evlka.de
Botschaft des Tages: Demokratie braucht Menschen, die hinschauen, zuhören, mitreden – und sie beginnt genau dort, wo wir leben.
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Hinweise zum Titelbild: Menschenwürde, Nächstenliebe und Zusammenhalt. Wir stehen dazu! Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer und das Pfarrteam der Kirchengemeinde Lamberti Aurich, v.l. Pastorin Cathrin Meenken, Diakon Torsten Hoffmann, Superintendent Dr. Tido Janssen, Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer, Pastorin Taalke von Blumröder, geschäftsführende Pastor Steffen von Blumröder, Kantor Maxim Polijakowski.
Quelle: Privat
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Redaktion: LeserECHO Emden
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50 Jahre BORKUMLIJN: Vom Pionier zur starken Achse zwischen Eemshaven und Borkum
Foto: AG Ems Nederland B.V.- BORKUMLIJN -
Emden/Eemshaven. Die AG Ems Nederland B.V. – BORKUMLIJN hat am 8. Mai ihr 50-jähriges Jubiläum gefeiert und blickt auf eine Erfolgsgeschichte, die die Verbindung zwischen dem niederländischen Eemshaven und der Insel Borkum nachhaltig geprägt hat. Was Anfang der 1970er-Jahre mit ersten Hafenanlagen und saisonalen Ausflugsfahrten begann, ist heute eine leistungsfähige Fährverbindung – mit hoher Taktung, moderner Infrastruktur und klarer Ausrichtung auf Nachhaltigkeit.
„Rund 40 Prozent der Borkum-Reisenden starten inzwischen ab Eemshaven, bei den Pkw sind es sogar rund 60 Prozent“, betonte AG EMS-Vorstandsvorsitzender Dr. Wessel P. Brons. „In der Saison fahren wir bis zu sechs Mal täglich, bei Bedarf auch bis zu acht Mal.“ Sein Vorstandskollege Warner Warnders verwies auf die strategische Bedeutung des Standorts für die Offshore-Wirtschaft: Am Eemshaven entsteht bereits die dritte Service-Base der Unternehmensgruppe.
Auch aus der Region kommt Anerkennung. „Die Borkumlijn war 2002 Unternehmen des Jahres in der Provinz Groningen – ein Beispiel gelungener grenzüberschreitender Zusammenarbeit“, sagte Erik Jan Bennema, Gedeputeerde der Provinz Groningen. Groningen Seaports-CEO Bart-Jan Hoevers erinnerte an die Pionierrolle: „Erst vor drei Jahren feierte der Eemshaven seinen 50. Geburtstag. Die Borkumlijn war von Anfang an Motor der Entwicklung und hat mit dem Umzug in den Beatrixhaven bereits ihren dritten Hafenstandort bezogen.“
Meilensteine aus fünf Jahrzehnten
1973: Rückenwind durch die Eröffnung des Eemshaven durch Königin Juliana. Zunächst reine Passagierfahrten, u. a. mit der MS STADT BORKUM; an Bord ging es noch über hölzerne Gangways und Pontons.
1975–1977: Einsatz weiterer Schiffe wie MS NORDLICHT (I), POSEIDON und RHEINLAND (III). Die beliebten „Butterfahrten“ enden 1983 mit neuen Zollregeln; Fokus fortan auf der Fährverbindung.
1976: Gründung der Niederlassung im Eemshaven – der Name BORKUMLIJN ist geboren. Am Doekegatkanaal entsteht ein erster Terminal (5.000 m²).
1978: Umwandlung in die AG Ems Nederland B.V. – der Markenname BORKUMLIJN bleibt als Identitätsträger erhalten.
1985: Einweihung des neuen Terminals – mit Bundespräsident Richard von Weizsäcker und Prinz Claus der Niederlande. Ab jetzt können auch Fracht und Pkw transportiert werden.
1993: Erweiterter Fahrplan – Borkum ist nun auch in den Wintermonaten ab Eemshaven erreichbar.
2001/2002: 25-jähriges Jubiläum mit Indienststellung des Katamarans POLARSTERN; Auszeichnung als „Unternehmen des Jahres“ der Provinz Groningen.
2006–2009: Neubau im Beatrixhaven – Spatenstich 2007, Eröffnung des neuen BORKUMLIJN-Terminals durch Königin Beatrix 2008; 2009 folgt ein Parkhaus.
2015: Inbetriebnahme eines schwimmenden Stegs für den Offshore-Sektor.
2018: Direkte Bahnverbindung Groningen–Eemshaven wird eröffnet – ermöglicht durch niederländisch-deutsche Kooperation; die AG EMS-Gruppe beteiligt sich mit über 2 Mio. Euro.
2022: Nachhaltiger Antrieb für die Flotte – die MS MÜNSTERLAND kehrt nach Umrüstung auf einen Dual-Fuel-Motor mit LNG zurück. Sie ist das dritte LNG-Schiff der AG EMS.

Foto: AG Ems Nederland B.V.- BORKUMLIJN: Provinz-Minister Erik Jan Bennema, Groningen Seaports CEO Bart-Jan Hoevers, AG EMS Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Bernhard Brons, AG EMS Vorstand Warner Warnders en AG EMS Vorstands-Vorsitzender Dr. Wessel P. Brons.
Starke Zahlen, klare Richtung
Heute ist die Linie Eemshaven–Borkum für Einheimische, Gäste und die Wirtschaft gleichsam unverzichtbar. Die hohe Nachfrage – insbesondere aus Nordrhein-Westfalen – unterstreicht die Rolle als kurze, bequeme und gut getaktete Verbindung zur Insel. Gleichzeitig entwickelt sich der Eemshaven zum Knotenpunkt für Offshore-Dienstleistungen: Die BORKUMLIJN profitiert von der Lage und investiert in Infrastruktur, die sowohl dem Passagierverkehr als auch der maritimen Wirtschaft zugutekommt.
„50 Jahre Borkumlijn stehen für Verlässlichkeit, maritime Kompetenz und enge Verbundenheit mit der Insel Borkum“, so Dr. Brons. „Wir investieren weiter in Komfort und nachhaltige Antriebstechnologien, damit die Verbindung Eemshaven–Borkum stark bleibt.“ Das Jubiläum würdigt nicht nur die Historie, sondern vor allem die Menschen dahinter: Mitarbeitende, Partner und Gäste, die die Route seit fünf Jahrzehnten tragen.
Blick nach vorn
Mit dem modernen Terminal im Beatrixhaven, der Bahnanbindung aus Groningen, hoher Abfahrtsdichte und der konsequenten Umstellung von Schiffen auf effizientere, emissionsärmere Antriebe setzt die BORKUMLIJN ihre Linie fort: zuverlässiger Inselverkehr, verlässliche Logistik, mehr Nachhaltigkeit – und gelebte Nachbarschaft zwischen Niedersachsen und den nördlichen Niederlanden.
Kontakt und weitere Informationen
AG Ems Nederland B.V. – BORKUMLIJN
Zum Borkumanleger 6, 26723 Emden-Außenhafen
www.ag-ems.de
Social Media: Instagram @Borkumfaehre, facebook.com/borkumfaehre
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Redaktion: LeserECHO Emden




