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Zwischen Stärke und Verantwortung: Was Selbsthilfegruppen leisten können – und wo ihre Grenzen liegen
Ein trauriger Stuhlkreis, gedrückte Stimmung und Gespräche, die sich ausschließlich um Sorgen drehen: Über das Thema Selbsthilfe kursieren nach wie vor viele hartnäckige Vorurteile. Viele Menschen vermuten hinter einer Selbsthilfegruppe ein eher tristes Zusammenkommen von Laien. Wer die Praxis der Selbsthilfe jedoch vor Ort erlebt, sieht ein völlig anderes, lebendiges Bild.
Eine Selbsthilfegruppe muss keineswegs im geschlossenen Raum stattfinden. Viele Gruppen verabreden sich zu Spaziergängen an der frischen Luft, treffen sich ganz ungezwungen in einem Café oder unternehmen gemeinsame Aktivitäten. Die Atmosphäre ist oft überraschend heiter und offen. Weil alle Teilnehmenden das Thema aus eigener Anschauung kennen, fallen Berührungsängste schnell weg – es wird nicht nur über Belastungen gesprochen, sondern genauso gemeinsam gelacht, Kraft geschöpft und Zuversicht geteilt.
Verständnis ohne viele Worte: Halt bei chronischen und dauerhaften Erkrankungen
Ein unschätzbarer Vorteil liegt darin, dass man sich in der Gruppe nicht erst lange erklären oder rechtfertigen muss. Alle Anwesenden wissen aus eigenem Erleben ganz genau, wie sich der Alltag mit den jeweiligen Einschränkungen anfühlt.
Das ist besonders wertvoll bei langwierigen, dauerhaften oder unheilbaren Erkrankungen. Wer beispielsweise mit chronischen Schmerzen leben muss oder mit den fortschreitenden körperlichen Beeinträchtigungen von Muskelerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose (MS) konfrontiert ist, stößt im Alltag oft auf Unverständnis. Im medizinischen Regelbetrieb fehlen Ärztinnen und Ärzten häufig die zeitlichen Ressourcen, um Betroffene über Jahre hinweg bei der emotionalen und praktischen Alltagsbewältigung engmaschig zu begleiten.
Hier schließt die Selbsthilfe eine entscheidende Lücke: Sie bietet einen Raum für alltagspraktische Tipps, gegenseitigen Beistand und echtes Mitgefühl. Viele Selbsthilfegruppen bestehen daher seit Jahrzehnten, und manche Mitglieder besuchen ihre Gruppe über viele Jahre hinweg als feste, verlässliche Stütze im Leben.
Warum das Fehlen von Fachkräften die größte Stärke ist
Ein zentrales Merkmal einer Selbsthilfegruppe ist, dass sie bewusst nicht von medizinischen oder therapeutischen Fachkräften geleitet wird. Genau darin liegt ihr größter Wert. Die Gruppenmitglieder begegnen sich auf Augenhöhe, weil die eigene Betroffenheit die gemeinsame Basis bildet. Aus den persönlichen Erfahrungen, kombiniert mit Workshops, Supervisionen und gezielten Schulungsangeboten für die ehrenamtliche Gruppenleitung, entsteht über die Zeit ein beachtlicher Erfahrungsschatz und ein tiefes praktisches Verständnis für den Umgang mit der jeweiligen Situation.
Selbsthilfegruppen haben dabei niemals den Anspruch, Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten oder andere Fachkräfte zu ersetzen. Sie verstehen sich als wertvolle alternative Angebote in der individuellen Gesundheitsfürsorge und als unterstützende Säule, um die eigene Selbstwirksamkeit im Alltag wiederzuentdecken und zu stärken.
Voraussetzungen für die Teilnahme: Selbstwirksamkeit und Stabilität
So wirkungsvoll dieser Austausch auf Augenhöhe ist, so deutlich müssen auch die Grenzen der Selbsthilfe benannt werden. Eine Selbsthilfegruppe ist kein therapeutischer Notdienst und kein geschützter Behandlungsraum für akute Krisen. Damit das Miteinander funktioniert, gelten grundlegende Rahmenbedingungen: Der Besuch einer Selbsthilfegruppe dient dazu, selbst etwas an der eigenen Situation zu verändern oder eine bereits erreichte positive Entwicklung zu festigen. Wer mit der Erwartung kommt, dass andere die Lösung der eigenen Probleme übernehmen oder einen „retten“, stößt in der Selbsthilfe schnell an Grenzen.
Hinzu kommt, dass Teilnehmende an den regulären Gruppen in der Regel mindestens 18 Jahre alt sein müssen. Auch wenn seelische Belastungen eine Rolle spielen, ist eine gewisse Grundstabilität erforderlich: Befindet sich jemand beispielsweise in einer akuten schweren Krise oder schweren depressiven Phase ohne fachärztliche oder therapeutische Anbindung, kann eine Gruppe diese intensive Versorgung nicht auffangen.
Einfluss von Versorgungslücken im Gesundheitssystem
Die Grenzen der Selbsthilfe sind daher immer eng mit den persönlichen Ressourcen der einzelnen Menschen und den Belastungsgrenzen der Gruppe verknüpft. Gleichzeitig spiegeln sich in den Gruppen oft auch die aktuellen Herausforderungen des Gesundheitssystems wider: Lange Wartezeiten auf Facharzttermine und Therapieplätze führen mitunter dazu, dass Betroffene in instabilen Phasen nach Unterstützung suchen.
Umso wichtiger ist es, die Rolle von Selbsthilfegruppen klar einzuordnen. Sie bieten einen unverzichtbaren, warmen und stärkenden Raum für gegenseitigen Halt, praktischen Erfahrungsaustausch und ein Miteinander auf Augenhöhe – als kraftvolle Ergänzung auf dem Weg zu mehr Eigenverantwortung und Lebensqualität.
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Redaktion: LeserECHO Emden
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Stricken für den guten Zweck: „Brückenwolle“ in Emden unterstützt Aktion für Kinder in Not
Foto: Brückenwolle -
Kreativ mit den eigenen Händen arbeiten, zu Wolle und Stricknadeln greifen und damit zugleich Kindern in existenziellen Notlagen beistehen: Das neu eröffnete Emder Fachgeschäft „Brückenwolle“ in der Brückstraße setzt ein deutliches Zeichen für gelebte Solidarität. Ab Freitag, den 16. Oktober 2026, beteiligt sich der Handarbeitsladen an der bundesweiten Initiative „Ein Schal fürs Leben“, einer traditionsreichen Gemeinschaftsaktion der Frauenzeitschrift BRIGITTE und des renommierten Garnherstellers LANA GROSSA.

Zehn Euro Spende pro Wollpaket fließen an „Save the Children“
Im Mittelpunkt der Spendenaktion steht die unmittelbare, wirksame Unterstützung für die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Für jedes bei „Brückenwolle“ verkaufte Aktionspaket werden automatisch 10 Euro direkt an die weltweit tätige Kinderrechtsorganisation „Save the Children“ weitergeleitet. Die Organisation setzt sich seit vielen Jahrzehnten unermüdlich für den Schutz, die medizinische Versorgung, Bildung und die grundlegenden Rechte von Kindern in weltweiten Kriegs‑, Krisen- und Katastrophengebieten ein.
Mit dem Erwerb eines Pakets sichern sich Handarbeitsbegeisterte nicht nur exklusives Qualitätsgarn von LANA GROSSA samt passender Strickanleitung für ein wärmendes Kleidungsstück, sondern leisten einen messbaren Beitrag zur Finanzierung überlebenswichtiger Hilfsprojekte. Für Inhaberin Marion Saß und ihr Team ist die Beteiligung an der Kampagne eine Herzensangelegenheit: Sie möchten die wachsende Emder Handarbeitsgemeinschaft dazu ermutigen, das eigene Hobby mit wirkungsvoller Nächstenliebe zu verbinden.
Reinschauen, das eigene Nadelspiel bereithalten und mithelfen
Die limitierten Aktionswollpakete sind ab Freitag, den 16. Oktober 2026, zu den regulären Ladenzeiten direkt im Ladengeschäft erhältlich. Ob man den Schal für sich selbst anfertigt, als persönliches Weihnachtsgeschenk für Familie oder Freunde plant oder gemeinsam in der gemütlichen Strickecke des Ladens an den Maschen arbeitet – jede Teilnahme zählt. Wer den langen Donnerstagabend nutzt, kann sich zudem bis 22:00 Uhr in geselliger Runde über Fortschritte, Muster und Kniffe austauschen.
Die Spendenaktion auf einen Blick
- Aktion: „Ein Schal fürs Leben“ (Gemeinschaftsinitiative von BRIGITTE und LANA GROSSA)
- Begünstigte Organisation: Save the Children e. V. (10 Euro Spendenanteil pro verkauftem Wollpaket)
- Aktionsstart im Laden: Ab Freitag, 16. Oktober 2026
- Verkaufsort: Brückenwolle, Marion Saß, Brückstraße 2, 26725 Emden
- Kontakt: Telefon 0151 / 10513227, E‑Mail info@brueckenwolle.de
- Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag von 14:00 bis 18:00 Uhr, Donnerstag von 14:00 bis 22:00 Uhr, Samstag von 10:00 bis 14:00 Uhr
— Redaktion: LeserECHO Emden
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Dem Watt auf den Grund gehen: Watterkundung am Naturstrand an der Knock
Foto: Nationalpark-Haus Greetsiel -
Was krabbelt eigentlich verborgen im Schlick, welche Muscheln graben sich in den Sand ein und wie überstehen winzige Meeresbewohner den steten Wechsel der Gezeiten? Am Freitag, den 23. Oktober 2026, lädt das Nationalpark-Haus Greetsiel zu einer herbstlichen Exkursion an den Naturstrand an der Knock ein. Unter dem Motto „Wat is wat in Watt und Pfütze?“ erhalten neugierige Naturfreunde, Familien und Kinder ab sechs Jahren die Gelegenheit, das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer direkt vor den Toren Emdens aus nächster Nähe zu erforschen.
Spannende Einblicke in ein einzigartiges Ökosystem
Gemeinsam mit zertifizierten Nationalpark-Wattführerinnen und ‑Wattführern betreten die Teilnehmenden den freigelegten Meeresboden. Durch die besonderen landschaftlichen Gegebenheiten am Strand der Knock bleibt die zurückgelegte Wegstrecke angenehm kurz und überschaubar. So bleibt reichlich Zeit, immer wieder innezuhalten, mit der Schaufel im Sand zu graben und Fragen an die Fachleute zu richten.
Im Fokus der Führung steht die erstaunliche Anpassungsfähigkeit der tierischen und pflanzlichen Bewohner des Watts. Ob winzige Krebstiere, Schlickkrebse und Wattwürmer in den verbliebenen Prielen und Pfützen oder die charakteristischen Rippelmarken, die das ablaufende Wasser im Boden hinterlässt: Die Erkundung macht ökologische Zusammenhänge für Groß und Klein greifbar. Die Tour dauert insgesamt rund zwei Stunden, von denen etwa 90 Minuten direkt im Watt verbracht werden. Aus Rücksicht auf die sensible Tierwelt des Schutzgebietes und die Gruppendynamik können Hunde bei dieser Veranstaltung nicht mitgeführt werden.
Die passende Ausrüstung für den herbstlichen Spaziergang
Da im Oktober an der offenen Emsmündung stets eine steife und kühle Brise wehen kann, empfiehlt sich wind- und wetterfeste Kleidung im Zwiebelprinzip. Für das sichere Laufen im Schlick sind zu dieser Jahreszeit klassische Gummistiefel die beste Wahl, um die Füße warmzuhalten. Wer lieber etwas beweglicher unterwegs ist, greift zu festsitzenden Surfschuhen, speziellen Strandsocken wie „Beachies“ oder alten Tennissocken, die zuverlässig vor scharfkantigen Muschelschalen schützen.
Da die Gruppengröße begrenzt ist, um eine individuelle Betreuung zu gewährleisten, ist eine vorherige Reservierung unerlässlich. Tickets können direkt beim Nationalpark-Haus Greetsiel gebucht werden.
Alle Infos und Eckdaten auf einen Blick
- Veranstaltung: Watterkundung „Wat is wat in Watt und Pfütze?“
- Veranstalter: Nationalpark-Haus Greetsiel (Telefon: 04926 / 2041)
- Datum: Freitag, 23. Oktober 2026
- Uhrzeit: 15:00 bis 17:00 Uhr (Gesamtdauer ca. 2 Stunden, davon ca. 1,5 Stunden im Watt)
- Treffpunkt: Parkplatz am Restaurant Strandlust, Jannes-Ohling-Straße 39, 26723 Emden-Knock
- Zielgruppe: Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 6 Jahren (ohne Hunde)
- Preise: Erwachsene 12,00 Euro (mit Nordsee-ServiceCard: 11,00 Euro), Kinder 7,00 Euro (mit Nordsee-ServiceCard: 6,00 Euro)
- Anmeldung: Zwingend erforderlich über das Ticketportal oder beim Nationalpark-Haus Greetsiel
— Redaktion: LeserECHO Emden


