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Gemeinsam durch herausfordernde Zeiten: Neue Selbsthilfegruppen in Emden bieten Raum für Austausch
Herausforderungen lassen sich gemeinsam oft leichter bewältigen als allein. In Emden wächst die Selbsthilfelandschaft weiter. In diesem Jahr sind vier neue Gruppen entstanden, weitere Initiativen stehen in den Startlöchern. Ob persönliche Lebenskrisen, familiäre Umbrüche oder die Pflege von Angehörigen – die Angebote schaffen geschützte Räume für Austausch, Verständnis und gegenseitige Unterstützung.
Die Selbsthilfekontaktstelle des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes in Emden begleitet Interessierte und unterstützt Neugründungen. Als unabhängige Anlaufstelle kann sie Gruppen nicht selbst gründen, da persönliche Betroffenheit dafür Voraussetzung ist. Die Mitarbeiterinnen informieren, beraten und schaffen verlässliche Rahmenbedingungen. Alle Mitarbeitenden unterliegen der Schweigepflicht.
Vier neue Gruppen im Aufbau
„Adoptiert — Unsere Geschichte“ (Adoptionsgruppe Ostfriesland)
Erwachsene Menschen mit Adoptionshintergrund beschäftigen häufig Fragen nach ihrer Herkunft, Identität und den eigenen Wurzeln. Auch Unsicherheiten, Ängste und innere Unruhe können eine Rolle spielen. Gründerin Sukanta de Boer hat deshalb einen vertraulichen Begegnungsort geschaffen. Menschen ab 18 Jahren können ihre Erfahrungen teilen und sich gegenseitig stärken. Jede Person entscheidet selbst, was sie erzählen möchte.
Kontakt: Sukanta de Boer, E‑Mail: adoptionsgruppe.ostfriesland@outlook.com
Selbsthilfegruppe „Unerfüllter Kinderwunsch“
Ein unerfüllter Kinderwunsch kann eine große seelische Belastung sein. Hoffnung und Enttäuschung wechseln sich häufig ab und prägen den Alltag. Die Gruppe richtet sich an Menschen, die sich weiterhin ein Kind wünschen und ihren persönlichen Weg dorthin verfolgen. In einem geschützten Rahmen können sie sich auf Augenhöhe austauschen – ohne Tabus und Rechtfertigungsdruck.
Kontakt: shg.kwunsch.emden@gmx.de. Informationen zu Ort, Wochentag und Treffen per E‑Mail
Selbsthilfegruppe „Kuddelmuddel“
Wenn das Chaos in der Wohnung überhandnimmt, werden Einladungen und Besuche für manche Menschen zur Belastung. Scham und Rückzug können die Folge sein. Die Gruppe „Kuddelmuddel“ möchte Betroffene dabei unterstützen, ihre Wohnsituation schrittweise zu verbessern und Isolation zu überwinden. Auch Menschen, die das Problem bereits bewältigt haben und andere unterstützen möchten, sind willkommen.
Treffen: Alle 14 Tage mittwochs von 16 bis 17 Uhr in den barrierefreien Räumen des Kulturbunkers Emden.
Kontakt: shg_kuddelmuddel@web.de
Selbsthilfegruppe „Wurzeln bleiben“
Wenn erwachsene Kinder den Kontakt zu ihren Eltern oder einem Elternteil abbrechen, bleiben häufig Schmerz, Hilflosigkeit und Verzweiflung zurück. Die Sehnsucht nach den Kindern kann schwer zu ertragen sein. „Wurzeln bleiben“ bietet betroffenen Eltern und Großeltern die Möglichkeit, über ihre Gefühle zu sprechen, Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig Mut zu machen.
Kontakt: über die Selbsthilfekontaktstelle Emden
Selbsthilfekontaktstelle des Paritätischen Emden. Foto: LeserECHO Emden
Neue Angebote für pflegende Angehörige geplant
Ein Schwerpunkt der Kontaktstelle ist derzeit die Pflegeselbsthilfe. Wer den Partner, ein Elternteil, ein Kind oder andere Angehörige pflegt, ist im Alltag häufig körperlich und seelisch stark gefordert. Ein Austausch mit Menschen in ähnlichen Situationen kann entlasten und neue Perspektiven eröffnen. Dazu lädt die Kontaktstelle zu einer kostenlosen Informationsveranstaltung für pflegende Angehörige am Donnerstag, 5. November 2026, um 14 Uhr ein. Veranstaltungsort ist das Gemeindehaus der Roten Mühle, Brückstraße 116 in Emden. Bei Kaffee, Tee und Keksen sollen die Bedürfnisse der Pflegenden ermittelt und die Grundlage für eine neue Selbsthilfegruppe geschaffen werden. Beteiligt sind auch der Seniorenstützpunkt der Stadt Emden und eine Vertreterin der Alzheimergesellschaft Emden-Ostfriesland e. V.
Anfang 2027 ist außerdem eine Informationsveranstaltung für Familien geplant, in denen ein Kind pflegebedürftig ist. Darüber hinaus soll eine Frauen-Krebs-Selbsthilfegruppe entstehen. Begleitend ist zum Weltkrebstag am 4. Februar ein Fachvortrag vorgesehen.
Die Selbsthilfekontaktstelle Emden bedankt sich bei der AOK Niedersachsen für die finanzielle Unterstützung bei der Bewerbung verschiedener Projekte wie die der Paritätischen Meile & Selbsthilfetag im Jahr 2026.“
Unterstützung und Information
Wer Interesse an einer der Gruppen hat, selbst über eine Neugründung nachdenkt oder Fragen zur Selbsthilfe hat, kann sich jederzeit vertrauensvoll an die Kontaktstelle wenden.
Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen e. V.
Selbsthilfekontaktstelle
Friedrich-Naumann-Straße 11,
26725 Emden
Telefon: 04921 / 93 06–14
E‑Mail: selbsthilfe-emden@paritaetischer.de
— Redaktion: LeserECHO Emden
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„Diese Arbeit hat mich gefunden“: Die Suppenküche an der Christuskirche in Leer
Foto: Sigrid Duhn-Jäckel in der Suppenküche vor Ort. — Quelle: Privat
Eine warme Mahlzeit, ein gedeckter Tisch und Menschen, die zuhören: Seit 1998 ist die Suppenküche an der Christuskirche in Leer ein Anlaufpunkt für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Gegründet wurde sie von der inzwischen pensionierten Pastorin Sigrid Duhm-Jäckel. Was mit fünf Gästen begann, erreicht heute Woche für Woche durchschnittlich 70 bis 90 Menschen.
Aus der Kälte an einen gedeckten Tisch
Die Idee zur Suppenküche entstand im Herbst 1998. Damals kamen Menschen ohne Obdach zum Gottesdienst in die Christuskirche, um sich aufzuwärmen. In einer nahe gelegenen Übernachtungsstation konnten sie zwar die Nacht verbringen, tagsüber mussten sie jedoch wieder hinaus in die Kälte.
Für Sigrid Duhm-Jäckel war das ein Anlass zu handeln: „Wir predigen Nächstenliebe, Wärme und Geborgenheit – und schicken die Menschen dann wieder hinaus.“
Am ersten Advent 1998 öffnete die Suppenküche erstmals ihre Türen. Das Team hatte 50 Portionen Erbsensuppe vorbereitet, fünf Gäste kamen. Sie nahmen an einem gedeckten Tisch mit Blumen und Kerzen Platz und wurden bedient. Besonders in Erinnerung geblieben ist der Gründerin eine Frau, die sich über diese Gastlichkeit und Würde freute.
„Diese Arbeit habe ich nicht gesucht – sie hat mich gefunden“, sagt Duhm-Jäckel rückblickend.
Mehr als eine warme Mahlzeit
Heute besuchen Menschen mit unterschiedlichen Geschichten und Sorgen die Suppenküche: Menschen ohne Wohnung, Menschen mit wenig Geld, ältere und jüngere Menschen in schwierigen Lebenslagen sowie Menschen mit Suchterfahrungen oder psychischen Problemen.
Neben dem Essen spielt die Gemeinschaft eine wichtige Rolle. Auch Einsamkeit sei eine Form von Armut, sagt die Gründerin. Sie erinnert sich an eine Besucherin, die ihr erzählte, wie schwer es ihr falle, sonntags allein zu essen. In der Suppenküche dagegen treffe sie andere Menschen.
Wer längere Zeit nicht kommt, nach dem wird gefragt. Für viele sei es wichtig zu wissen, dass jemand auf sie achte. Der Begriff „Gäste“ ist dabei bewusst gewählt: Die Menschen sollen sich am gemeinsamen Tisch willkommen fühlen.
Glaube und praktische Hilfe gehören zusammen
Für Sigrid Duhm-Jäckel sind ihr christlicher Glaube und die Arbeit in der Suppenküche eng miteinander verbunden. „Beten und Handeln gehören für mich zusammen, Gottesdienst und Dienst am Nächsten ebenso“, sagt sie.
Wenn es ihr möglich ist, besucht sie die Suppenküche sonntags selbst, spricht ein Gebet oder gibt einen kurzen geistlichen Impuls. Ihr Anliegen ist es, den Menschen zu vermitteln, dass sie gesehen und wertgeschätzt werden.
Mehr als 40 Ehrenamtliche unterstützen die Suppenküche
Dass die Suppenküche an der Christuskirche seit so vielen Jahren besteht, verdankt sie nach den Worten ihrer Gründerin vielen helfenden Händen. Heute engagieren sich mehr als 40 Ehrenamtliche. Hinzu kommen Spenderinnen und Spender, Vereine und weitere Unterstützer.
Auch während der Corona-Pandemie blieb die Versorgung bestehen. Weil die Gäste nicht wie gewohnt im Gemeindehaus empfangen werden konnten, packten die Helfenden Essen und Lebensmittel und brachten sie jedes Wochenende zu den Menschen nach Hause. Dank zahlreicher Spenden konnten außerdem Lebensmittelgutscheine ausgegeben werden.
Manche Gäste helfen ebenfalls mit. Einer von ihnen unterstützt beim Saubermachen und beschreibt seinen Beitrag so: „Für mich ist das Gottesdienst, wenn ich hier den Saal sauber mache. Ich gebe etwas zurück von dem, was ich bekomme.“
Bundesverdienstkreuz als Anerkennung für die Gemeinschaft
Für ihr Engagement wurde Sigrid Duhm-Jäckel mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Über die Anerkennung habe sie sich sehr gefreut. Zugleich betont sie, dass sie die Auszeichnung mit allen Menschen teile, die in der Suppenküche mitarbeiten.
Entscheidend ist für sie, nicht wegzusehen, sondern verlässlich für andere da zu sein: Menschen anzusprechen, zuzuhören und ihnen zu zeigen, dass sie nicht übersehen werden.
— Redaktion: LeserECHO Emden
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„Yilanta“ in Emden: Merten Asmus lädt zu einer fantastischen Reise ans Ende der Zeit ein
Eine lebenslange Suche, weite Landschaften und Begegnungen voller Sehnsucht: Mit „Yilanta – Eine fantastische Reise ans Ende der Zeit“ präsentiert der in Emden lebende Künstler Merten Asmus seine erste Soloausstellung. Zur Vernissage lädt der Emder Kunstverein e. V. am Samstag, 7. November 2026, um 14 Uhr ins Müllerhaus der Vrouw Johanna Mühle ein. Anschließend könnt ihr die Ausstellung bis zum 29. November besuchen.
Eine Geschichte in Bildern und Skulpturen
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Yilanta, die ihr ganzes Leben der Suche nach ihrem Geliebten widmet. Weite Landschaften, kleine Skulpturen und dargestellte Begegnungen erzählen von ihrem Weg.
Dabei reicht die Geschichte über das Schicksal der Hauptfigur hinaus. Sehnsucht, Suche und Begegnungen bilden die Themen der Ausstellung und laden euch dazu ein, auch über den eigenen Lebensweg nachzudenken. So verbindet „Yilanta“ eine fantastische Erzählung mit Fragen, die im eigenen Alltag ihren Platz haben können.
Erste Soloausstellung für Merten Asmus
Merten J. Asmus wurde in Bremen geboren und lebt seit 2005 in Emden. Seit etwa zwei Jahren gehört er dem Emder Kunstverein an. Er arbeitet überwiegend mit Öl- und Acrylfarben und beschäftigt sich besonders mit Köpfen und Landschaften. In seinen Motiven hält er Stimmungen, Geschichten und besondere Momente fest.
Mit „Yilanta“ stellt Asmus seine Arbeiten erstmals in einer eigenen Soloausstellung vor. Zugleich schließt die Schau das diesjährige Ausstellungsprogramm im Müllerhaus ab.
Zuvor hatte der Kunstverein dort „Emden Kreativ 2“ gezeigt. An der Gemeinschaftsausstellung konnten sich alle Emderinnen und Emder als Ausstellende beteiligen. Nach Angaben des Vereins ging sie erfolgreich zu Ende.
Vernissage am 7. November im Müllerhaus
Zur Eröffnung am Samstag, 7. November, um 14 Uhr sind alle Interessierten willkommen. Ein kleines Büfett begleitet die Vernissage im Müllerhaus der Vrouw Johanna Mühle am Marienwehrster Zwinger 13.
Bis einschließlich 29. November 2026 ist die Ausstellung jeweils freitags, samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Damit habt ihr an den folgenden Wochenenden Gelegenheit, Yilantas Geschichte in Bildern und Skulpturen zu entdecken.
Weitere Treffpunkte beim Emder Kunstverein
Auch neben dem Ausstellungsprogramm bietet der Verein regelmäßige Gelegenheiten für Kreativität und Austausch. Mittwochs findet von 18 bis 21 Uhr der „KREATIV-RAUM für alle“ statt. Freitags lädt das Kunst-Café von 15 bis 18 Uhr ein.
Für die Adventszeit stehen ebenfalls Termine fest: Der Weihnachtsbasar im Müllerhaus öffnet am 5. und 6. Dezember sowie am 12. und 13. Dezember 2026 jeweils von 11 bis 17 Uhr.
Termin auf einen Blick
- Ausstellung: „Yilanta – Eine fantastische Reise ans Ende der Zeit“
- Künstler: Merten Asmus
- Vernissage: Samstag, 7. November 2026, um 14 Uhr, mit kleinem Büfett
- Ausstellungszeitraum: 7. bis 29. November 2026
- Öffnungszeiten: Freitag, Samstag und Sonntag, jeweils 14 bis 18 Uhr
- Ort: Müllerhaus der Vrouw Johanna Mühle, Marienwehrster Zwinger 13, Emden
- Veranstalter: Emder Kunstverein e. V.
— Redaktion: LeserECHO Emden



