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KfW unter­stützt Mey­er Werft mit 200 Mil­lio­nen Euro.

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„Gemein­sam über­win­den wir die­se Krise“

Archiv­fo­to: Ingo Tonsor@LeserECHO.de

Der Welt­han­del ist ein­ge­bro­chen, die Werf­ten­land­schaft liegt brach, die Welt­leit­mes­se SMM muss­te ver­scho­ben wer­den: Die wirt­schaft­li­chen Fol­gen der Coro­na-Pan­de­mie erschüt­tern die mari­ti­me Bran­che. Wie kom­men Ree­der, Werf­ten und Zulie­fe­rer aus der Kri­se? Wird das Virus ihr Geschäft nach­hal­tig ver­än­dern? Ein Marktüberblick.

Ham­burg, 14.07.2020 – Die glo­ba­le Wirt­schaft hat die Covid-19-Pan­de­mie schwer getrof­fen. „Die Rezes­si­on in die­sem Jahr dürf­te tie­fer sein und die Erho­lung 2021 lang­sa­mer aus­fal­len, als noch vor zwei Mona­ten gedacht“, sagt Gita Gopi­nath, Chef­volks­wir­tin des Inter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds IWF. Dem­nach wer­de die Welt­wirt­schaft um fast fünf Pro­zent schrump­fen. Das trifft die mari­ti­me Indus­trie beson­ders hart: Durch den welt­wei­ten Lock­down wur­den wich­ti­ge Han­dels­ket­ten unter­bro­chen. Beim Bran­chen­pri­mus Maer­sk ging der Con­tai­ner­trans­port im zwei­ten Quar­tal um min­des­tens 15 Pro­zent zurück.

Auch die SMM 2020 blieb von Coro­na nicht ver­schont: Eine Ver­an­stal­tung mit über 2.000 Aus­stel­lern und rund 50.000 Besu­chern im Sep­tem­ber war schlicht nicht vor­stell­bar. Die mari­ti­me Welt­leit­mes­se wur­de des­halb auf den 2. bis 5. Febru­ar 2021 ver­scho­ben. Die Reso­nanz der Bran­che auf den neu­en Ter­min ist posi­tiv: „Wir kön­nen erfreu­li­cher­wei­se sagen, dass rund 90 Pro­zent der Aus­stel­ler der SMM 2020 auch an der SMM 2021 teil­neh­men wer­den“, sagt Claus Ulrich Sel­bach, Geschäfts­be­reichs­lei­ter Mari­ti­me und Tech­no­lo­gie­mes­sen bei der Ham­burg Mes­se und Con­gress (HMC). „Gemein­sam wer­den wir die­se Kri­se über­win­den“, so Selbach.

Zuver­sicht­lich stim­men all­mäh­li­che Locke­run­gen in vie­len Län­dern. Chi­nas Wirt­schaft fasst Fuß, zahl­rei­che Staa­ten öff­nen wie­der ihre Gren­zen. Eine Rück­kehr in die Nor­ma­li­tät ist das jedoch  noch nicht: Denn in vie­len Schwel­len- und Ent­wick­lungs­län­dern steu­ert die Pan­de­mie erst auf ihren Höhe­punkt zu. Eine unge­wis­se Situa­ti­on, die auch die mari­ti­me Wirt­schaft vor enor­me Her­aus­for­de­run­gen stellt.

Renais­sance durch Digitalisierung

„Wir wis­sen zwar, dass wir die Zukunft nicht vor­her­sa­gen kön­nen. Aber wir kön­nen ver­su­chen, uns auf Ver­än­de­run­gen vor­zu­be­rei­ten, die ein­deu­tig auf der Hand lie­gen”, sagt Mar­tin Stopford, Prä­si­dent von Clark­son Rese­arch. „Sich nicht vor­zu­be­rei­ten kann ris­kan­ter und teu­rer sein, als die ‚siche­re’ Opti­on, nichts zu tun“, so der Schiff­fahrts­ex­per­te. Die Coro­na­kri­se zwin­ge die mari­ti­me Bran­che, sich schnell neu­en Wegen zu öff­nen. Inno­va­ti­ve digi­ta­le Pro­duk­te wer­den in Rekord­zeit ent­wi­ckelt und an den Start gebracht. „Die Pan­de­mie hat die Digi­ta­li­sie­rung der Bran­che beschleu­nigt und sie um ein hal­bes Jahr­zehnt vor­ver­legt”, sagt Knut Ørbeck-Niels­sen, CEO der Klas­si­fi­ka­ti­ons­ge­sell­schaft DNV GL — Mari­ti­me. „Die Kri­se hat das Poten­zi­al, vie­le Inno­va­tio­nen und neue Ideen in der gesam­ten mari­ti­men Welt anzu­sto­ßen – und die Bran­che so zu einer Renais­sance zu füh­ren.“ Der Haupt­spon­sor der SMM ist einer der Vor­rei­ter bei digi­ta­len Fern­war­tun­gen, dem Ein­satz von Digi­tal Twins und Daten­ana­ly­sen. Davon pro­fi­tiert auch die „grü­ne“ Schiff­fahrt. Wie die Bran­che den Tech­no­lo­gie-Boost in nach­hal­ti­ge Antriebs­lö­sun­gen ummün­zen will, dis­ku­tie­ren Exper­ten im Febru­ar 2021 im Rah­men der SMM-Umwelt­kon­fe­renz gmec und beim Mari­ti­me Future Sum­mit. Dri­ving the mari­ti­me tran­si­ti­on – das Leit­mo­tiv der mari­ti­men Welt­leit­mes­se – hat durch Coro­na wei­ter Fahrt aufgenommen.

Zulie­fe­rer zeh­ren vom Umsatzpuffer

Dass gute Vor­be­rei­tung die hal­be Mie­te ist, weiß Mar­tin Johanns­mann, Vor­stands­vor­sit­zen­der der VDMA Mari­ne Equip­ment and Sys­tems und Vor­sit­zen­der der Geschäfts­füh­rung von SKF: „Wir sind ins­ge­samt in der Bran­che gut auf­ge­stellt. In der Coro­na­kri­se hat sich das aus­ge­zahlt. Wir haben sehr schnell gelernt, mit der Pan­de­mie umzu­ge­hen.“ Die Pro­duk­ti­on lief fast ohne Unter­bre­chun­gen wei­ter, Auf­trä­ge konn­ten abge­ar­bei­tet wer­den. Aller­dings zeh­ren die deut­schen Zulie­fe­rer hier noch von einem Auf­trags­plus um 3,4 Pro­zent aus dem ver­gan­ge­nen Geschäftsjahr.

Sor­gen berei­tet den Fir­men aber die spür­ba­re Kauf­zu­rück­hal­tung der Kun­den. Klaus Dele­roi, Geschäfts­füh­rer beim Getrie­be­spe­zia­lis­ten Reint­jes, hofft des­halb auf Unter­stüt­zung der Bun­des­re­gie­rung. So steht eine Mil­li­ar­de Euro für Ersatz­be­schaf­fun­gen von Schif­fen und digi­ta­le Pro­jek­te, sau­be­re Schif­fe, LNG-Betan­kungs­schif­fe und Land­strom­an­la­gen zur Verfügung.

Fahrt ins Ungewisse

Ein Blick in die welt­wei­ten Order­bü­cher zeigt: Die Werf­ten sind die gro­ßen Ver­lie­rer der Kri­se. Bereits vor Coro­na war der Auf­trags­be­stand auf 13 Mil­lio­nen Gross-Ton­na­ge gesun­ken (2009: 30 Mil­lio­nen GT). Ins­be­son­de­re die erfolgs­ver­wöhn­te Kreuz­fahrt­bran­che steht vor tur­bu­len­ten Zei­ten. Um eine Schief­la­ge zu ver­mei­den, haben die zum malay­si­schen Kon­zern Gen­ting gehö­ren­den MV Werf­ten 175 Mil­lio­nen Euro Sofort­hil­fe erhal­ten. Die staat­li­che KfW unter­stütz­te die Mey­er Werft mir 200 Mil­lio­nen Euro. Der Markt­füh­rer im Kreuz­fahrt­seg­ment rech­net bis 2023 mit kei­nen neu­en Auf­trä­gen. Aktu­el­le Bau­pro­jek­te wer­den gestreckt, um Beschäf­ti­gungs­lü­cken zu ver­mei­den. Gin­ge es nach den Kreuz­fahr­tree­de­rei­en, wür­den sie ihre Flot­ten lie­ber redu­zie­ren als erwei­tern. „Es ist sehr wahr­schein­lich, dass eini­ge Schif­fe auf dem Markt abge­wrackt wer­den“, sagt Car­ni­val-CEO Arnold Donald. Seit fast vier Mona­ten haben die welt­weit 400 Kreuz­fahrt­schif­fe Zwangs­ur­laub. Den Bran­chen­füh­rer Car­ni­val kos­tet das pro Monat eine Mil­li­ar­de US-Dol­lar. Ers­te zag­haf­te Aus­flugs­ver­su­che – mit deut­lich weni­ger Pas­sa­gie­ren und stren­gem Hygie­nekon­zept – star­te­te jüngst die nor­we­gi­sche Ree­de­rei Hur­tig­ru­ten. Wann der Nor­mal­be­trieb wie­der rich­tig los­ge­he, sei die Mil­lio­nen-Dol­lar-Fra­ge, so CEO Dani­el Skjel­dam. Sogar „Crui­ses to Nowhe­re“, also Rei­sen ohne Land­gang, sind denk­bar. Ein Hoff­nungs­schim­mer für die Bran­che sind die kon­stant ein­ge­hen­den Buchun­gen für die nächs­te Kreuzfahrtsaison.

 

Feh­len­de Koope­ra­ti­on der Staaten

Welt­weit hof­fen Crews an Bord von Han­dels- und Kreuz­fahrt­schif­fen, dass die Rei­se­be­schrän­kun­gen auf­ge­ho­ben wer­den. „In eini­gen Fäl­len sind See­leu­te nun mona­te­lang über ihre ver­trag­lich ver­ein­bar­te Zeit hin­aus auf Schif­fen fest­ge­hal­ten wor­den. Sie sind direkt von der Untä­tig­keit und man­geln­den Koope­ra­ti­on der Staa­ten rund um den Glo­bus betrof­fen“, kri­ti­siert Estel­le Brent­nall, Head of Mari­ti­me beim Euro­päi­schen Trans­port­ar­bei­ter­ver­bands ETF. Sie for­dert: „Lasst sie nach Hau­se gehen!”. Auch die Ree­der set­zen sich hier mas­siv für eine Lösung ein: „Mit­hil­fe der Inter­na­tio­na­len See­schiff­fahrts-Orga­ni­sa­ti­on IMO haben wir etwa allen Staa­ten welt­weit schon vor Wochen ein detail­lier­tes Ver­fah­ren an die Hand gege­ben, durch das auch in Coro­na-Zei­ten Crew-Wech­sel sicher mög­lich sind“, sagt Alfred Hart­mann, Prä­si­dent des Ver­bands Deut­scher Reeder.

Im Pri­va­ten wie im Geschäft­li­chen wird vie­les momen­tan online abge­wi­ckelt – die Begeg­nung Face-to-Face kann das aber kaum erset­zen. „Man kann die gan­ze Welt über das Inter­net tref­fen, aber es ist nicht das Glei­che, wie auf der SMM zu sein, wo alle Mit­glie­der der Schiff­fahrts­ge­mein­schaft zusam­men­kom­men, sich ver­net­zen und ihre The­men dis­ku­tie­ren”, sagt BIM­CO-Prä­si­den­tin Sadan Kap­ta­no­g­lu. Man müs­se eben zusam­men lachen, spa­ßen und fei­ern, um schließ­lich auch mit­ein­an­der Geschäf­te zu machen, sagt Dirk Leh­mann, Mana­ging Direc­tor des Ham­bur­ger Unter­neh­mens Becker Mari­ne Sys­tems und stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der von SEA Europe.

Des­halb sind Ver­an­stal­tun­gen wie die SMM so wich­tig. Nur im per­sön­li­chen Kon­takt springt der Fun­ke für neue Ideen, Part­ner­schaf­ten und Geschäf­te über. Die welt­wei­te mari­ti­me Com­mu­ni­ty freut sich dar­auf, vom 2. bis 5. Febru­ar 2021 in Ham­burg zusam­men­zu­kom­men. Die HMC ent­wi­ckelt aktu­ell in Koope­ra­ti­on mit den zustän­di­gen Behör­den und den Health & Safe­ty Exper­ten aus­ge­wähl­ter Aus­stel­ler ein Kon­zept, das auf den gel­ten­den Maß­nah­men zur Ein­däm­mung der Coro­na-Pan­de­mie beruht. Ziel ist es, ein Maxi­mum an Sicher­heit und einen erfolg­rei­chen Mes­se­ver­lauf zu gewähr­leis­ten. Das Kon­zept wird im Okto­ber 2020 präsentiert.

Über die SMM

Die SMM ist die Welt­leit­mes­se der mari­ti­men Wirt­schaft und fin­det alle zwei Jah­re auf dem Gelän­de der Ham­burg Mes­se und Con­gress GmbH (HMC) statt. Auf­grund der Coro­na­kri­se wur­de die 29. Auf­la­ge der Mes­se von Sep­tem­ber 2020 auf den 2. bis 5. Febru­ar 2021 ver­scho­ben. Schiff­fahrts­un­ter­neh­men, Werf­ten, Zulie­fe­rer: Die SMM bil­det auf dem Gelän­de der HMC die gesam­te Wert­schöp­fungs­ket­te der mari­ti­men Indus­trie ab. Vom Welt­markt­füh­rer bis zum Start-up tref­fen sich Ent­schei­der, Exper­ten und Mul­ti­pli­ka­to­ren aus allen Tei­len der Welt in Ham­burg. Das macht die SMM zur größ­ten inter­na­tio­na­len Platt­form für Inno­va­tio­nen in der mari­ti­men Branche.


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Nur für Senio­ren: Stei­gen­de Haus­prei­se cle­ver nutzen

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Senio­ren, die schon seit Jahr­zehn­ten Wohn­ei­gen­tü­mer sind, kön­nen sich freu­en. Denn seit dem haben die Immo­bi­li­en­prei­se fast über­all in Deutsch­land kräf­tig zuge­legt, zuletzt wie­der seit 2010.
 
Doch wie lan­ge hält der Boom noch an? Und was nützt einem die­ser hüb­sche Wert­zu­wachs, wenn er genau wie das Ver­mö­gen sel­ber fest in der Immo­bi­lie gebun­den ist? „Es gibt eine cle­ve­re Lösung“, sagt Fried­rich Thie­le, Vor­stands­vor­sit­zen­der der Deut­sche Leib­ren­ten AG. „Mit einer so genann­ten Immo­bi­li­en-Leib­ren­te ist es mög­lich, das Ver­mö­gen flüs­sig zu machen, ohne dass die Senio­ren Haus oder Woh­nung ver­las­sen müs­sen.“ So kön­nen sie vom ein­ge­tre­te­nen Wert­zu­wachs sel­ber noch zu Leb­zei­ten profitieren.
 
Bei einer Immo­bi­li­en-Leib­ren­te wer­den die eige­nen vier Wän­de „ver­ren­tet“, das heißt an ein spe­zia­li­sier­tes Unter­neh­men wie den Markt­füh­rer Deut­sche Leib­ren­ten AG ver­kauft. Im Gegen­zug zahlt einem die Fir­ma aus Frank­furt am Main eine lebens­lan­ge Zusatz-Ren­te, die Monat für Monat zuver­läs­sig mehr Geld ins Porte­mon­naie spült. Ein­ge­stellt wird die Zah­lung erst, wenn der Seni­or ver­stirbt bzw. bei Paa­ren der Län­ger­le­ben­de ver­stor­ben ist. Außer­dem garan­tiert der Käu­fer ein lebens­lan­ges Wohn­recht für alle Leib­ren­ten­be­rech­tig­ten. So kann man bis zum Lebens­en­de in der ver­trau­ten Umge­bung woh­nen bleiben.
 
Zugrun­de gelegt wird beim Ankauf der Immo­bi­lie ihr aktu­el­ler Ver­kehrs­wert. Ver­kauft man an die Deut­sche Leib­ren­ten AG, wird der Ver­kehrs­wert von einem unab­hän­gi­gen Gut­ach­ter wie zum Bei­spiel dem TÜV Süd ermit­telt. „Vom Anstieg der Immo­bi­li­en­prei­se­pro­fi­tie­ren auch unse­re Kun­den, und zwar in Form eines bes­se­ren monat­li­chen Leib­ren­ten-Ange­bots oder einer höhe­ren Ein­mal­zah­lung“, sagt Thie­le. „Immo­bi­li­en­ver­mö­gen macht sich so dop­pelt bezahlt: Lebens­lan­ge Wohn­si­cher­heit in den eige­nen vier Wän­den und die Rea­li­sie­rung von Wert­stei­ge­run­gen in einer güns­ti­gen Markt­pha­se.“ Ein wei­te­rer Vor­teil des Leib­ren­ten-Modells: In der Regel ver­pflich­tet sich der neue Eigen­tü­mer, die ange­kauf­te Immo­bi­li­en instand zu hal­ten und dies­be­züg­li­che Kos­ten zu über­neh­men. Weil der Ver­käu­fer von die­ser Last befreit wird, ver­schafft ihm das zusätz­li­chen finan­zi­el­len Spiel­raum. Und soll­te er spä­ter mal in ein Pfle­ge­heim umzie­hen müs­sen, kann er die Immo­bi­lie ver­mie­ten oder von einem Anbie­ter wie der Deut­sche Leib­ren­ten AG auch ver­mie­ten las­sen. So erzielt er Ein­nah­men zusätz­lich zur Leib­ren­te. Selbst dabei pro­fi­tiert er übri­gens von den gestie­ge­nen Immo­bi­li­en­prei­sen, denn: Auch die Mie­ten sind in den letz­ten Jah­ren kräf­tig nach oben geklettert.
 

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Olaf Lies: „Bau­ge­neh­mi­gun­gen sol­len digi­tal, bequem und von über­all gestellt wer­den können”

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Ände­rung der Nie­der­säch­si­schen Bau­ord­nung — Bau­mi­nis­ter Olaf Lies: „Bau­ge­neh­mi­gun­gen sol­len digi­tal, bequem und von über­all gestellt wer­den können”

Mit einer Ände­rung der Nie­der­säch­si­schen Bau­ord­nung sol­len künf­tig über­all in Nie­der­sach­sen Bau­an­trä­ge von zuhau­se aus elek­tro­nisch gestellt und die Ver­fah­ren elek­tro­nisch abge­wi­ckelt wer­den kön­nen. Die Lan­des­re­gie­rung hat am (heu­ti­gen) Diens­tag dem Ent­wurf eines Geset­zes zur Ände­rung der Nie­der­säch­si­schen Bau­ord­nung und des Nie­der­säch­si­schen Denk­mal­schutz­ge­set­zes zuge­stimmt und beschlos­sen, den Ent­wurf zur Ver­bands­be­tei­li­gung frei­zu­ge­ben und den Land­tag hier­über zu unterrichten.

„Ziel ist es, dass dem­nächst jeder sei­ne Bau­ge­neh­mi­gung bequem, kom­plett digi­tal und von über­all bean­tra­gen kann. Die­se Ände­run­gen in der Nie­der­säch­si­schen Bau­ord­nung sind ein ech­ter Mei­len­stein bei der Digi­ta­li­sie­rung von Ver­wal­tungs­ver­fah­ren”, sag­te Bau­mi­nis­ter Olaf Lies. Und auch das Arbei­ten in den Behör­den wer­de sich ändern und schnel­ler wer­den. „Künf­tig wird das par­al­le­le Abar­bei­ten von Anträ­gen inner­halb der Ämter die Regel wer­den. Das bedeu­tet, dass die Anträ­ge nicht mehr nach­ein­an­der in Rei­he abge­ar­bei­tet wer­den müss­ten. Die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter könn­ten dann zu jedem Zeit­punkt die ein­zel­nen, spe­zi­ell ihren Fach­be­reich betref­fen­den Tei­le einer Bau­ge­neh­mi­gung par­al­lel bear­bei­ten”, erläu­ter­te der Minis­ter. Die­ses lie­ge aller­dings in der Orga­ni­sa­ti­ons­ho­heit der Kom­mu­nen. Mit ent­spre­chen­der Soft­ware könn­ten bei­spiels­wei­se auch die Ver­fah­rens­stän­de von den Bau­her­rin­nen und Bau­her­ren ein­ge­se­hen und die Bau­ge­neh­mi­gun­gen abge­ru­fen wer­den. „Durch die Digi­ta­li­sie­rung der Ver­fah­ren läge hier eine enor­me Chan­ce für spür­bar beschleu­nig­te Bearbeitung.”

Die Nie­der­säch­si­sche Bau­ord­nung sei dann das ers­te Fach­ge­setz in Nie­der­sach­sen, das detail­lier­te Rege­lun­gen für ein elek­tro­ni­sches Antrags­ver­fah­ren vor­se­he. Im Vor­der­grund stün­de, für alle Betei­lig­ten ein rechts­si­che­res und effek­ti­ves Ver­fah­ren zu gewähr­leis­ten. „Bau­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren kön­nen durch die Digi­ta­li­sie­rung effek­ti­ver, schnel­ler und kos­ten­güns­ti­ger durch­ge­führt wer­den”, ver­wies Lies auf die Vor­tei­le. „Am Ende soll jeder sei­ne Bau­ge­neh­mi­gung am sprich­wört­li­chen Küchen­tisch stel­len können.”

„Die nie­der­säch­si­schen Land­krei­se begrü­ßen die über­fäl­li­ge Digi­ta­li­sie­rung des nie­der­säch­si­schen Bau­rechts. Das ist auch ein wich­ti­ger Schritt zur Beschleu­ni­gung der Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren. Wir erhof­fen uns dadurch zudem einen Schub für die Digi­ta­li­sie­rung der öffent­li­chen Ver­wal­tung ins­ge­samt”, kom­men­tier­te NLT-Haupt­ge­schäfts­füh­rer Hubert Mey­er die Vor­la­ge des Ent­wurfs durch den Bauminister.

In Nie­der­sach­sen gibt es ins­ge­samt rund 100 Bau­ge­neh­mi­gungs­be­hör­den. Laut Lies sind eini­ge Behör­den bereits sehr weit: „Der Land­kreis Osna­brück, der Hei­de­kreis und der Land­kreis Lüchow-Dan­nen­berg sind hier sicher­lich unter den Vor­rei­tern, ande­re ste­hen in den Start­lö­chern oder haben sich schon auf den Weg gemacht.” Mit den geplan­ten Ände­run­gen wür­de das elek­tro­ni­sche Bau­ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren nicht mehr die Aus­nah­me sein. „Ein wich­ti­ger Punkt: Mit der Novel­le machen wir die digi­ta­le Antrags­stel­lung in Nie­der­sach­sen künf­tig zum Regel­ver­fah­ren. Das wird einen Schub auch bei den Bau­ge­neh­mi­gungs­be­hör­den aus­lö­sen, die viel­leicht noch nicht so weit sind.”

Ange­strebt wird, dass die Ände­run­gen gemein­sam mit der Nie­der­säch­si­schen Bau­vor­la­gen­ver­ord­nung am 1. Janu­ar 2022 in Kraft tre­ten. Über­gangs­re­ge­lun­gen sol­len es Bür­ge­rin­nen und Bür­gern sowie den Kom­mu­nen ermög­li­chen, sich auf das neue Ver­fah­ren ein­zu­stel­len. Mit den geplan­ten Ände­run­gen wür­den auch Vor­ga­ben der Euro­päi­schen Uni­on und des Online­zu­gangs­ge­set­zes umgesetzt.

Zahl­rei­che Ver­bän­de haben nun sechs Wochen lang die Mög­lich­keit, ihre Auf­fas­sung über den Ent­wurf dem Bau­mi­nis­te­ri­um mitzuteilen.


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Land kauft 34 neue Züge für den Regio­nal­ver­kehr in Niedersachsen

Althus­mann: Größ­te Inves­ti­ti­on in Nie­der­sach­sens Schie­nen­ver­kehr — 760 Mil­lio­nen Euro für moder­ne Mobi­li­tät und Klimaschutz Nie­der­sach­sen soll ins­ge­samt 34 neue...

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Siche­re und fai­re Abschluss­prü­fun­gen in der Corona-Pandemie

Mit zwei wei­te­ren Bau­stein aus der „10-Punk­te-Agen­da” sind die Schu­len am heu­ti­gen Don­ners­tag über die Abläu­fe der Abschluss­prü­fun­gen 2021 im...

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Top-Azu­bis kom­men aus Ostfriesland

Lisa­Harms: Ihr Gesel­len­stück fer­tig­te sie für eine fik­ti­ve Umwelt­or­ga­ni­sa­ti­on an. Foto: Scha­de­wald Fotografie Im Leis­tungs­wett­be­werb des Hand­werks rei­hen sich drei...