Neues aus Ostfriesland

Grün­don­ners­tag: Zwi­schen bibli­scher Tra­di­ti­on und ost­frie­si­scher Gemütlichkeit

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Emden. Mit dem Grün­don­ners­tag beginnt die christ­li­che Zeit des Lei­dens und Ster­bens Jesu, das soge­nann­te „Tri­du­um Sacrum“. Doch wäh­rend der Tag in der Kir­che tief reli­gi­ös geprägt ist, haben sich in Ost­fries­land ganz eige­ne, welt­li­che Tra­di­tio­nen rund um die­sen beson­de­ren Don­ners­tag ent­wi­ckelt, die den Über­gang in das Oster­wo­chen­en­de markieren.

Ent­ge­gen der weit­läu­fi­gen Mei­nung hat der Name „Grün­don­ners­tag“ ver­mut­lich nichts mit der Far­be Grün zu tun. Sprach­for­scher lei­ten den Begriff eher vom mit­tel­hoch­deut­schen Wort „grînan“ ab, was so viel wie „wei­nen“ oder „weh­kla­gen“ bedeu­tet. Es bezieht sich auf die Büßer, die nach ihrer Fas­ten­zeit am „Tag der Wei­nen­den“ wie­der in die Kir­chen­ge­mein­schaft auf­ge­nom­men wur­den. Den­noch hat sich die Far­be Grün fest im Brauch­tum ver­an­kert: Tra­di­tio­nell kom­men an die­sem Tag grü­ne Spei­sen auf den Tisch – in vie­len Regio­nen ist die „Sie­ben-Kräu­ter-Sup­pe“ ein Klas­si­ker, um die Lebens­kraft des Früh­lings zu begrüßen.

Ost­frie­si­sche Tra­di­tio­nen: Eier-Sam­meln und Geselligkeit

In Ost­fries­land wird der Grün­don­ners­tag oft weni­ger kla­gend, son­dern eher gemein­schaft­lich began­gen. Ein alter Brauch, der in eini­gen Dör­fern noch gepflegt wird, ist das Eier­sam­meln. Frü­her zogen Kin­der von Haus zu Haus, sag­ten klei­ne Rei­me auf und erhiel­ten dafür Eier oder Süßig­kei­ten für das bevor­ste­hen­de Oster­fest. Auch kuli­na­risch gibt es eine Beson­der­heit: Wäh­rend der Kar­frei­tag ein stren­ger Fisch­tag ist, wird am Grün­don­ners­tag in vie­len ost­frie­si­schen Haus­hal­ten ger­ne Grün­kohl – oft als letz­tes Mal der Sai­son – oder Gerich­te mit fri­schen Kräu­tern gegessen.

Vor­be­rei­tun­gen für das „Eier­trul­lern“

Der Grün­don­ners­tag mar­kiert in Ost­fries­land zudem den Start­schuss für die Vor­be­rei­tun­gen zum „Eier­trul­lern“ oder „Eier­s­mie­ten“. Die Eier wer­den nun in gro­ßen Men­gen hart­ge­kocht und tra­di­tio­nell mit Zwie­bel­scha­len oder Natur­far­ben gefärbt. In der Emder Innen­stadt und den umlie­gen­den Gemein­den ist die Vor­freu­de auf die Oster­ta­ge deut­lich spür­bar: Die Geschäf­te sind belebt, und die Vor­be­rei­tun­gen für die gro­ßen Oster­feu­er lau­fen auf Hochtouren.

Trotz der geschäf­ti­gen Vor­freu­de bleibt der Grün­don­ners­tag ein Tag des Inne­hal­tens. In den Kir­chen wird an das letz­te Abend­mahl erin­nert, bevor mit dem Kar­frei­tag der stills­te Tag des Jah­res folgt. In Ost­fries­land ver­bin­det sich die­se reli­giö­se Stil­le per­fekt mit der wei­ten, ruhi­gen Land­schaft, bevor am Oster­sonn­tag die Lebens­freu­de mit den tra­di­tio­nel­len Feu­ern zurückkehrt.


Redak­ti­on: Lese­r­ECHO Emden

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Tages­aus­flugs­tipp: Ener­gie erle­ben im EEZ Aurich – Jetzt auch mit PLAYMOBIL-Sonderausstellung

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Aurich/Emden. Wer auf der Suche nach einem span­nen­den Aus­flugs­ziel für die gan­ze Fami­lie ist, soll­te einen Blick über die Stadt­gren­zen hin­aus nach Aurich wer­fen. Das Ener­gie Erleb­nis Zen­trum (EEZ) Ost­fries­land bie­tet eine ein­zig­ar­ti­ge Mischung aus Wis­sen­schaft, Tech­nik und Spiel­spaß, die das kom­ple­xe The­ma Ener­gie für alle Alters­grup­pen greif­bar macht.

Die inter­ak­ti­ve Erleb­nis­aus­stel­lung nähert sich den Ele­men­ten Erde, Was­ser, Son­ne und Wind auf spie­le­ri­sche Wei­se. An zahl­rei­chen Mit­mach­sta­tio­nen kön­nen Besu­cher selbst expe­ri­men­tie­ren und die Ener­gie­quel­len der Zukunft ent­de­cken. Ein beson­de­res High­light ist das Ener­gie­spiel, bei dem Gäs­te an Touch­screens ihr Wis­sen tes­ten und ihre ganz per­sön­li­che Ener­gie­wen­de gestal­ten kön­nen. Wer tie­fer in die Mate­rie ein­tau­chen möch­te, kann das Ange­bot durch einen Audio-Gui­de auf dem eige­nen Smart­phone ergänzen.

Spek­ta­ku­lä­re Ein­bli­cke im Ener­gie­turm und Tech­nik zum Anfassen

Emo­tio­nal und visu­ell beein­dru­ckend wird es im Ener­gie­turm. In einer 360-Grad-Pro­jek­ti­on mit atem­be­rau­ben­den Visua­li­sie­run­gen lässt sich die Kraft der Ener­gie haut­nah spü­ren. Wer danach den Blick in die Fer­ne schwei­fen las­sen möch­te, kann vom Aus­sichts­turm aus die gro­ße Pho­to­vol­ta­ik-Anla­ge des Zen­trums sowie einen Rund­blick über ganz Aurich genießen.

Für Tech­nik­be­geis­ter­te bie­tet die ENERCON Ener­gie­welt exklu­si­ve Ein­bli­cke. Im Show­room sind Model­le aktu­el­ler Wind­kraft­an­la­gen zu sehen, und ein ori­gi­na­les Maschi­nen­haus einer E‑115 kann sogar bar­rie­re­frei von innen besich­tigt wer­den. Zudem gewährt ein Blick in die glä­ser­nen Aus­bil­dungs­werk­stät­ten der Fir­ma Ener­con span­nen­de Ein­bli­cke in die moder­ne Arbeitswelt.

Neu: „Baue dei­ne Welt mit PLAYMOBIL“

Ein beson­de­res High­light erwar­tet Besu­cher ab dem Früh­jahr: Vom 28. März bis zum 1. Novem­ber 2026 zeigt das EEZ die Son­der­aus­stel­lung „Baue dei­ne Welt mit PLAYMOBIL“. Der Ham­bur­ger Diora­ma-Artist Oli­ver Schaf­fer hat mit viel Lie­be zum Detail ver­schie­de­ne The­men­wel­ten gestal­tet – von Welt­raum­aben­teu­ern bis zur Tiny-House-Sied­lung. Nahe­zu lebens­gro­ße PLAY­MO­BIL-Figu­ren und ein gro­ßer Spiel­be­reich laden zum Stau­nen und Mit­bau­en ein.

Auch im Außen­be­reich geht das Aben­teu­er wei­ter: Im Ener­gie­gar­ten kann gekur­belt, gedreht und gehüpft wer­den, wäh­rend auf die kleins­ten Gäs­te ein eige­nes Ener­gie­spiel­haus war­tet. Nach der Ent­de­ckungs­tour lädt das haus­ei­ge­ne Bis­tro „Wind­kö­ken“ mit Außen­ter­ras­se zum Ver­wei­len ein. Für Besu­cher, die mit dem Elek­tro­fahr­rad anrei­sen, steht direkt vor dem Gebäu­de eine E‑Bike-Lade­sta­ti­on zur Verfügung.

Alle Infos auf einen Blick:

  • Ort: Ener­gie Erleb­nis Zen­trum (EEZ), Oster­busch 2, 26607 Aurich
  • Son­der­aus­stel­lung: „Baue dei­ne Welt mit PLAYMOBIL“ (28.03. – 01.11.2026)
  • Tickets & Infos: Online unter www.eez-aurich.de


Redak­ti­on: Lese­r­ECHO Emden

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Neues aus Emden

Kri­mi­nal­sta­tis­tik 2025: Emden bleibt ver­gleichs­wei­se sta­bil – Poli­zei sieht den­noch Handlungsbedarf

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Emden/Leer. Die Poli­zei­in­spek­ti­on Leer/Emden hat die Kri­mi­nal­sta­tis­tik für 2025 vor­ge­stellt – mit einem ins­ge­samt sta­bi­len Bild, aber auch kla­ren Hin­wei­sen auf neue Her­aus­for­de­run­gen. Wäh­rend die Zah­len im gesam­ten Zustän­dig­keits­be­reich leicht gestie­gen sind, zeigt sich für die Stadt Emden selbst eine posi­ti­ve Entwicklung.

Ins­ge­samt wur­den 13.472 Straf­ta­ten regis­triert, was einem Anstieg von rund drei Pro­zent ent­spricht. In Emden hin­ge­gen sank die Zahl der Fäl­le auf 4.154 Straf­ta­ten (–3,82 %). Damit liegt die Stadt wei­ter­hin unter dem Niveau frü­he­rer Jah­re. Posi­tiv fällt auch die Auf­klä­rungs­quo­te von 70,7 % auf, die zu den bes­ten in Nie­der­sach­sen zählt. Poli­zei­in­spek­ti­ons­lei­ter Tho­mas Meme­ring spricht von einer „rela­tiv sta­bi­len Kri­mi­na­li­täts­la­ge“ und betont die erfolg­rei­che Ermittlungsarbeit.

Zunah­me bei Roh­heits­de­lik­ten und Messerangriffen

Trotz der ins­ge­samt sta­bi­len Lage sieht die Poli­zei ins­be­son­de­re bei den soge­nann­ten Roh­heits­de­lik­ten Hand­lungs­be­darf. Die­se stie­gen auf 2.574 Fäl­le. Vor allem Raub­de­lik­te haben deut­lich zuge­nom­men. Auch die Zahl der Mes­ser­an­grif­febleibt mit 83 Fäl­len auf einem erhöh­ten Niveau, davon 46 in Emden. Häu­fig han­delt es sich dabei um Bedro­hun­gen oder Kör­per­ver­let­zun­gen, bei denen ein Mes­ser ein­ge­setzt oder ange­droht wird. Die Poli­zei kün­digt an, hier ver­stärkt auf Prä­ven­ti­on und kon­se­quen­te Straf­ver­fol­gung zu setzen.

Häus­li­che Gewalt und Dieb­stahl im Fokus

Im Bereich der häus­li­chen Gewalt wur­den 814 Fäl­le erfasst. Zwar liegt die Zahl leicht unter dem Vor­jahr, bleibt jedoch wei­ter­hin hoch. Die Poli­zei unter­streicht die Bedeu­tung von Hilfs­an­ge­bo­ten und früh­zei­ti­ger Unter­stüt­zung für Betroffene.

Ein deut­li­cher Anstieg ist bei den Dieb­stahls­de­lik­ten zu ver­zeich­nen. Ins­ge­samt wur­den 3.670 Fäl­le regis­triert, wobei ins­be­son­de­re Fahr­rad­dieb­stäh­le zuge­nom­men haben. Auch die Zahl der Woh­nungs­ein­brü­che ist leicht gestie­gen, bewegt sich jedoch wei­ter­hin auf einem ver­gleichs­wei­se nied­ri­gen Niveau.

Digi­ta­le Kri­mi­na­li­tät und Jugend im Blick

Die Zahl der Sexu­al­de­lik­te liegt mit 442 Fäl­len leicht über dem Vor­jahr. Auf­fäl­lig ist ins­be­son­de­re die Zunah­me bei der Ver­brei­tung por­no­gra­fi­scher Inhal­te im digi­ta­len Raum. Die Poli­zei betont hier die Bedeu­tung von Medi­en­kom­pe­tenz – vor allem bei Kin­dern und Jugendlichen.

Auf­fäl­lig ist zudem ein Anstieg bei tat­ver­däch­ti­gen Kin­dern in Emden. Hin­ter­grund ist laut Poli­zei unter ande­rem eine iden­ti­fi­zier­te Jugend­grup­pe. Die Behör­den set­zen ver­stärkt auf Prä­ven­ti­ons­ar­beit und Koope­ra­tio­nen mit Schu­len, um früh­zei­tig gegenzusteuern.

Betrugs­ma­schen und Drogenentwicklung

Ein deut­li­cher Zuwachs zeigt sich bei Straf­ta­ten zum Nach­teil älte­rer Men­schen. 225 Fäl­le von Betrug, ins­be­son­de­re durch Schock­an­ru­fe oder fal­sche Amts­per­so­nen, wur­den regis­triert – vie­le davon blie­ben im Ver­suchs­sta­di­um. Die Poli­zei warnt ein­dring­lich und setzt auf inten­si­ve Aufklärung.

Die Rausch­gift­kri­mi­na­li­tät ist hin­ge­gen leicht zurück­ge­gan­gen. Als mög­li­cher Fak­tor wird die Teil­le­ga­li­sie­rung von Can­na­bis genannt. Den­noch bleibt der ille­ga­le Dro­gen­markt aktiv und stellt die Ermitt­ler wei­ter­hin vor Herausforderungen.

Fazit: Sta­bil, aber mit kla­ren Aufgaben

Die Kri­mi­na­li­täts­ent­wick­lung in Emden zeigt ein ins­ge­samt sta­bi­les Niveau, jedoch mit ein­zel­nen Berei­chen, die erhöh­te Auf­merk­sam­keit erfor­dern. Die Poli­zei setzt wei­ter­hin auf eine Kom­bi­na­ti­on aus Prä­ven­ti­on, Auf­klä­rung und kon­se­quen­ter Straf­ver­fol­gung. Für die Bevöl­ke­rung gilt: auf­merk­sam blei­ben, sich infor­mie­ren und im Zwei­fel früh­zei­tig die Poli­zei kontaktieren.


Redak­ti­on: Lese­r­ECHO Emden

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