Neues aus Ostfriesland
Klinikum Leer modernisiert Endoskopie: Neue Aufbereitungseinheit verbessert Hygiene und Umweltschutz
Das Team der Endoskopie freut sich über die neue Aufbereitungseinheit.
Klinikum Leer nimmt neue Aufbereitungseinheit für Endoskope in Betrieb
Die Endoskopie-Abteilung des Klinikums Leer hat Ende April erfolgreich eine neue Generation von Reinigungs- und Desinfektionsgeräten in Betrieb genommen. Mit den modernen Aufbereitungsmaschinen der Firma STERIS setzt das Klinikum einen wichtigen Meilenstein für mehr Patientensicherheit, Hygiene und Arbeits- sowie Umweltschutz.
Moderne Technik für mehr Sicherheit
Nach über zwölf Jahren zuverlässiger Nutzung waren die bisherigen Aufbereitungsgeräte zunehmend störanfällig geworden. Im Rahmen eines Umbaus, der Ende März begann, wurden die neuen Geräte schrittweise installiert und gemäß hygienischer Standards validiert. Diese Validierung ist essenziell, um den hohen Anforderungen an die Sicherheit in der Endoskopie gerecht zu werden.
Betrieb lief trotz Umbau weitgehend weiter
Trotz der logistischen Herausforderungen konnte der Betrieb in der Endoskopie-Abteilung größtenteils aufrechterhalten werden. Ambulante Termine fanden in den meisten Fällen wie geplant statt – ein Ergebnis des engagierten Einsatzes des gesamten Endoskopie-Teams.
Umweltfreundliche Technik auf dem neuesten Stand
Ein besonderes Augenmerk lag auf der Umstellung der Aufbereitungsmethode. Die neuen Maschinen arbeiten mit Peressigsäure statt dem bisher verwendeten Glutaraldehyd. Dies bedeutet eine spürbare Entlastung für Mitarbeitende im Hinblick auf den Arbeitsschutz und trägt gleichzeitig zum Umweltschutz bei. Zudem war es notwendig, alle Endoskope im Rahmen der Umstellung mehrfach aufzubereiten, um die vollständige Entfernung von Biofilmen sicherzustellen.
Klinikum Leer investiert in Zukunft und Qualität
Dr. med. Jörn-Carsten Studt, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin/Gastroenterologie, betont:
„Wir freuen uns, mit der neuen Ausstattung die Patientenversorgung und die Sicherheit weiter zu stärken und dank der modernen Technologie einen Beitrag zum nachhaltigen Umweltschutz zu leisten. Nach fünf intensiven Wochen sind wir wieder voll einsatzfähig. Ein besonderer Dank gilt dem Team aus der Endoskopie.“
Nachhaltigkeit und Qualität Hand in Hand
Mit der Investition in die neue Aufbereitungseinheit unterstreicht das Klinikum Leer seinen Anspruch, technische Innovation, Sicherheit und Nachhaltigkeit miteinander zu verbinden. Die Patienten profitieren von einer noch sichereren Diagnostik – und die Mitarbeitenden von verbesserten Arbeitsbedingungen.
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Neues aus Emden
Zwischen Geisterstunde und Herbstgemütlichkeit: Wie Halloween in Emden und Ostfriesland gefeiert wird
Wenn der Herbstnebel dicht über die Kanäle zieht, der Wind das bunte Laub durch den Emder Stadtgarten peitscht und die Abende merklich dunkler werden, schlägt am 31. Oktober die Stunde der Hexen, Geister und Vampire. Halloween hat längst auch an der ostfriesischen Nordseeküste seinen festen Platz im Jahreskalender gefunden. Doch im traditionsbewussten Ostfriesland trifft der US-geprägte Gruselspaß auf eine ganz eigene regionale Kultur – und teilt sich den Kalender harmonisch mit einem gesetzlichen Feiertag sowie einem uralten ostfriesischen Heischebrauch.
Gruselnde Gestalten an den Kanälen: „Süßes oder Saures“ auf Ostfriesisch
In den Emder Wohnvierteln von Barenburg bis Borssum, von Wolthusen bis hin zur Friesenstraße erstrahlen am Abend des 31. Oktober die kunstvoll geschnitzten Kürbisfratzen vor den Haustüren, in Vorgärten und auf den Fensterbänken. Sobald die Dämmerung einsetzt, ziehen kleine und große Gruselfans in schaurigen Kostümen von Tür zu Tür. Der klassische Ruf „Süßes oder Saures!“ wird an den ostfriesischen Haustüren meist mit viel Herzlichkeit, Humor und prall gefüllten Schalen voller Bonbons, Schokolade und Mandarinen erwidert.
Dabei gilt auch bei uns an der Küste eine ungeschriebene, bewährte Nachbarschaftsregel: Geklingelt wird vor allem dort, wo ein flackernder Kürbis, Deko-Spinnweben oder herbstlicher Schmuck signalisieren, dass kleiner Gruselbesuch herzlich willkommen ist. Auf diese Weise bleibt der Spaß für die verkleideten Kinder ungetrübt, während Anwohnerinnen und Anwohner, die einen ruhigen Feiertagsabend auf dem Sofa bevorzugen, ganz entspannt ungestört bleiben.
Feiern im Emder Nachtleben: Vom Wohnzimmer bis zum Club
Für Jugendliche und Erwachsene verlagert sich das schaurige Treiben zu späterer Stunde in die Emder Kneipen und Lokale. Feste Größen im Veranstaltungskalender – wie etwa die beliebte Halloweenparty im „Grusy – Dein musikalisches Wohnzimmer“ an der Neutorstraße – locken mit detailverliebter Gruseldekoration, Kostümwettbewerben und Musik bis in die frühen Morgenstunden. Hier zeigt sich die Seehafenstadt von ihrer feierfreudigen Seite: Wenn Hexen mit Zombies anstoßen und die kreativsten Verkleidungen prämiert werden, wird die Nacht zum Tag gemacht.
Halloween vs. Martinisingen: Der kleine Unterschied an der Küste
Wer in Ostfriesland über das herbstliche Umherziehen spricht, kommt an einem Thema nicht vorbei: der scheinbaren Konkurrenz zum traditionsreichen Martinisingen am 10. November. Seit Generationen ziehen ostfriesische Mädchen und Jungen am Vorabend des Martinstags – zu Ehren des Reformators Martin Luther – mit bunt leuchtenden, oft selbstgebastelten Laternen durch die Straßen. Sie stimmen plattdeutsche oder hochdeutsche Verse wie „Marten, Marten, hett een Baard“ an und bitten traditionell mit „Kipp-Kapp-Köh“ um kleine Gaben und Süßigkeiten.
Als das amerikanisch geprägte Halloween vor einigen Jahrzehnten nach Europa schwappte, fürchteten manche Brauchtumspfleger ein Verdrängen des heimischen Martinisingens. Doch der Alltag an der Küste beweist einmal mehr die sprichwörtliche ostfriesische Gelassenheit: Beide Feste haben ihren eigenen Charakter gefunden und existieren friedlich nebeneinander. Während am 31. Oktober das Verkleiden, der wohlige Gruselfaktor und ausgelassene Partys im Fokus stehen, bleibt das Martinisingen zehn Tage später das besinnliche, musikalische und heimatverbundene Lichterfest. Die meisten Familien und Kinder genießen schlichtweg das Beste aus beiden Welten.
Doppelter Anlass: Ein Feiertag voller Kontraste
Dass der 31. Oktober in Niedersachsen zugleich der gesetzliche Reformationstag ist, verleiht diesem Datum einen besonders reizvollen Kontrast: Tagsüber nutzen viele Menschen die arbeitsfreie Zeit für einen weiten Deichspaziergang an der Knock oder genießen frisch gebratene ostfriesische „Reefkooks“ (Kartoffelpuffer) mit Apfelmus und einer Tasse Tee am heimischen Kamin. Wenn dann am Abend die Kürbisse aufleuchten und die kleinen Geister durch die Straßen huschen, verschmelzen moderner Gruselspaß und echte ostfriesische Gemütlichkeit zu einem stimmungsvollen Herbstabend.
Halloween in Ostfriesland auf einen Blick
- Anlass: Gruselfest am Vorabend von Allerheiligen (31. Oktober)
- Zeitgleicher Feiertag: Gesetzlicher Reformationstag in Niedersachsen mit Feiertagsruhe und traditionellen Reefkooks
- Nachbarschafts-Knigge: Klingeln nur an Häusern mit sichtbarer Beleuchtung oder Kürbisdeko
- Nachtleben-Tipp: Halloweenpartys in Emder Lokalen wie dem Grusy in der Neutorstraße mit Kostümwettbewerb
- Regionaler Brauch: Kein Widerspruch zum ostfriesischen Martinisingen mit Lampions am 10. November („Marten, Marten, hett een Baard“)
— Redaktion: LeserECHO Emden
Neues aus Emden
Reformationstag in Ostfriesland: Tag des Nachdenkens, der Freiheit – und der ostfriesischen Gemütlichkeit
Am 31. Oktober gedenken evangelische Christinnen und Christen der Reformation. Seit 2018 ist der Reformationstag in Niedersachsen und damit auch in ganz Ostfriesland ein gesetzlicher Feiertag. Während vielerorts vor allem an Martin Luthers historischen Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg im Jahr 1517 erinnert wird, besitzt dieser Tag auf der ostfriesischen Halbinsel eine ganz eigene, historisch tief verwurzelte Bedeutung. Er steht für gelebte religiöse Toleranz, kirchliche Vielfalt und liebgewonnene regionale Bräuche wie die traditionellen Reefkooks.
Ostfrieslands besondere Rolle: Emden als Zufluchtsort und Mutterkirche
In Ostfriesland verlief die Reformation gänzlich anders als in vielen anderen Territorien des Heiligen Römischen Reiches: Sie wurde den Menschen nicht von einer fernen Obrigkeit nach dem Grundsatz bestimmt, sondern wuchs organisch aus den Gemeinden selbst heraus. Maßgeblichen Anteil daran hatte die weitsichtige Politik der ostfriesischen Landesherrin Gräfin Anna von Oldenburg, die im 16. Jahrhundert konsequent auf Ausgleich, Dialog und religiöse Duldsamkeit setzte.
Statt sich strikt auf eine Konfession festzulegen, bot die Region sowohl Lutheranern als auch Reformierten Raum für ein friedliches Miteinander. Die Seehafenstadt Emden erlangte damals Weltgeltung als „Moederkerk“ (Mutterkirche) des niederländischen Protestantismus, weil Glaubensflüchtlinge aus den Niederlanden hier verlässlich Zuflucht und Schutz fanden. Bis heute prägt dieses reiche Erbe die hiesige Kirchenlandschaft: Reformierte und lutherische Gemeinden wirken seit Jahrhunderten Seite an Seite, eng verbunden durch gegenseitige Wertschätzung und ökumenische Zusammenarbeit.
Feste Tradition am Feiertag: Duftende Reefkooks aus der Pfanne
Der Reformationstag ist in Ostfriesland nicht allein ein Anlass für feierliche Gottesdienste und kirchenmusikalische Andachten, sondern wird von vielen Familien traditionell kulinarisch zelebriert. Untrennbar mit dem 31. Oktober verknüpft ist der ostfriesische Reefkook – der klassische Reibekuchen.
In zahllosen heimischen Küchen brutzeln an diesem freien Herbsttag die frisch geriebenen Kartoffelpuffer in der Pfanne: Außen goldbraun und herrlich knusprig gebacken, innen zart und saftig. Serviert werden sie klassisch mit feinem Apfelmus oder deftig auf einer frischen Scheibe Schwarzbrot. Für viele Ostfriesinnen und Ostfriesen gehört dieses bodenständige Traditionsgericht ebenso unverzichtbar zum Reformationstag wie der anschließende ausgedehnte Klönschnack bei einer dampfenden Tasse echten Ostfriesentees mit Kluntje und Sahne.
Haltung, Erneuerung und Verantwortung im Alltag
In den Kirchen der Region erinnert der 31. Oktober daran, dass die reformatorische Bewegung kein starres Ereignis der Vergangenheit war, sondern ein dauerhafter Impuls zur Weiterentwicklung: Das bekannte theologische Leitmotiv „ecclesia semper reformanda“ mahnt, dass Institutionen und die Gesellschaft als Ganzes sich beständig hinterfragen und den Herausforderungen der Gegenwart stellen müssen.
Fragen der Gewissensfreiheit, der gelebten Nächstenliebe und der gesellschaftlichen Verantwortung stehen daher traditionell im Zentrum der Predigten, Vorträge und Gemeindeveranstaltungen zwischen Krummhörn, Leer und Aurich.
Ein Datum, zwei Welten: Wenn Reformation auf Halloween trifft
Da der 31. Oktober kalendarisch mit Halloween zusammenfällt, begegnen sich am Abend zwei völlig gegensätzliche Welten: Während in den Kirchen Orgelmusik, Kerzenschein und ruhige Andachten zur Besinnung einladen, ziehen vor den Haustüren fantasievoll verkleidete Kinder von Haus zu Haus, um fröhlich Süßigkeiten zu fordern.
In Ostfriesland begegnen die Menschen diesem Kontrast mit ihrer sprichwörtlichen norddeutschen Gelassenheit: Man genießt den freien Arbeitstag für einen stärkenden Spaziergang am Deich, verbringt Zeit mit der Familie am Esstisch – und hält für die kleinen Hexen, Geister und Vampire an der Haustür einfach eine Schale Bonbons bereit.
Der Reformationstag auf einen Blick
- Anlass: Gedenken an den Beginn der Reformation 1517
- Datum: Jährlich am 31. Oktober (gesetzlicher Feiertag in Niedersachsen seit 2018)
- Historische Besonderheit: Emden als europäische „Moederkerk“, Miteinander von Lutheranern und Reformierten unter Gräfin Anna
- Kulinarischer Brauch: Frische Reefkooks (ostfriesische Reibekuchen), serviert mit Apfelmus oder Schwarzbrot
- Regionaler Akzent: Feiertagsruhe, Festgottesdienste und geselliger Ostfriesentee treffen am Abend auf Halloween-Bräuche
— Redaktion: LeserECHO Emden




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