Neues aus Ostfriesland
Stadtfest Leer 2025: Drei Tage Musik, Begegnung & Familienfreude
Leer, 13. bis 15. Juni 2025 – Drei Tage lang wurde die Innenstadt von Leer zur Festmeile für Jung und Alt. Mit dem Motto „Hier spielt die Musik!“ lockte das Stadtfest Besucherinnen und Besucher aus ganz Ostfriesland an und bot ein buntes Programm voller Musik, Kulinarik und Gemeinschaft.
Livemusik auf fünf Bühnen
Über das gesamte Wochenende hinweg traten insgesamt elf Bands und Künstler auf fünf verschiedenen Bühnen auf. Ob Rock, Pop, Funk oder Soul – für jeden Musikgeschmack war etwas dabei. Eröffnet wurde das Fest am Freitagabend um 19:30 Uhr auf der Sparkassen-Bühne am Denkmalsplatz.
Das musikalische Line-up sorgte an allen Tagen für ausgelassene Stimmung. Mit dabei waren unter anderem:
- Wild Boys (Show- & Coverband)
- Jay & Friends Acoustic (Soul & Disco)
- Stamp Heat, #Hashtag, No Trix und viele weitere
- Für Familien besonders beliebt: Peach, Yoshi & Mario als Walking-Acts
Abwechslungsreiches Familienprogramm
Neben Musik wurde den Gästen ein vielfältiges Rahmenprogramm geboten:
- Kunst- und Handwerkermarkt
- Großer Flohmarkt
- Kinderschminken, Hüpfburg und Feuershow
- Leckereien aus der Region an zahlreichen Ständen
Der Sonntag (15.06.) stand ganz im Zeichen der Familie. Entspannte Atmosphäre, ein familienfreundliches Bühnenprogramm und viele Aktionen luden zum Verweilen ein – ideal für einen sommerlichen Ausklang des Wochenendes.
Innenstadt voller Leben
Ob beim Schlendern durch die Fußgängerzone, beim Genuss regionaler Köstlichkeiten oder vor den Bühnen – die Innenstadt von Leer zeigte sich an diesem Wochenende von ihrer schönsten Seite. Das Fest bot nicht nur Unterhaltung, sondern auch einen wichtigen Impuls für den lokalen Einzelhandel und die Gastronomie.
📍 Veranstaltungsort: Innenstadt Leer, Mühlenstraße
📅 Datum: 13.–15. Juni 2025
🎟️ Eintritt: Frei
🎤 Veranstalter: Verein reisender Schausteller Ostfriesland e. V.
Das Stadtfest ist nur noch heute (Sonntag, 15.06.) – also nichts wie los in die Innenstadt von Leer und das Finale genießen! 🌞🎶🍟
Redaktion LeserECHO Emden
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PISA-Ergebnisse: Paritätischer fordert höheres Teilhabepaket für Schulkinder
Angesichts der aktuellen PISA-Studie fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband Niedersachsen politische Maßnahmen gegen Kinder- und Familienarmut sowie eine Anhebung der staatlichen Teilhabeleistungen. Auslöser sind die Studienergebnisse, wonach der schulische Erfolg in Deutschland im internationalen Vergleich besonders stark von den finanziellen Voraussetzungen des Elternhauses bestimmt wird.
Nach Angaben des Verbandes erreichen von 100 Jugendlichen aus sozial benachteiligten Familien lediglich zwei den Spitzenbereich der Kompetenzen. Bei Gleichaltrigen aus wohlhabenderen Haushalten sind es hingegen 25. Zudem seien die herkunftsbedingten Unterschiede in Deutschland seit 2015 wieder gewachsen, während sie international im Schnitt sanken. Mehr als 90 Prozent der untersuchten Staaten gelingt die Entkopplung von Herkunft und schulischem Erfolg mittlerweile besser als Deutschland.
Kosten zum Schulstart übersteigen staatliche Pauschale deutlich
Welche finanziellen Hürden bereits bei der Einschulung entstehen, belegt eine Auswertung des Paritätischen auf Grundlage realer Materiallisten für die erste Klasse. Für die elementare Grundausstattung – bestehend aus Schulranzen-Set, Mäppchen, Heften, Schreib- und Zeichenutensilien sowie Sport- und Kunstbekleidung – fallen bei preisgünstigen Angeboten bereits rund 475 Euro an.
Kommen die Eigenanteile für Schulbücher und Arbeitshefte in Höhe von etwa 70 Euro sowie die Befüllung der Schultüte mit rund 30 bis 100 Euro hinzu, belaufen sich die Gesamtkosten für den Einstieg in die Grundschule auf 550 bis über 600 Euro. Hinzu kommt eine spürbare Preissteigerung: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verteuerten sich Schreibwaren und Zeichenmaterialien seit 2020 um etwa 27,5 Prozent, was deutlich über der allgemeinen Inflationsrate liegt.
Diesen Ausgaben stehen Leistungen aus dem staatlichen Bildungs- und Teilhabepaket gegenüber. Dieses sieht aktuell einen jährlichen Betrag von insgesamt 195 Euro vor, aufgeteilt auf zwei Auszahlungszeitpunkte zu Schuljahresbeginn und zum Halbjahr.
Verband fordert Ausweitung des Empfängerkreises
Stefan Kamer, Kreisverbandsgeschäftsführer beim Paritätischen, kritisiert diesen Betrag als unzureichend, da die Pauschale nicht einmal die Hälfte der tatsächlich anfallenden Kosten zum Schulstart abdecke. Wenn Kinder aus einkommensarmen Haushalten bereits zum Schulbeginn finanziell benachteiligt würden, gefährde dies ihre gesamte weitere Bildungsbiografie.
Der Paritätische Niedersachsen verlangt daher eine spürbare Anhebung der Beträge im Bildungs- und Teilhabepaket. Zudem soll der Kreis der Anspruchsberechtigten geöffnet werden, um auch Familien mit geringem Einkommen zu unterstützen, die knapp über den bisherigen Einkommensgrenzen liegen und die Kosten für Schulmaterialien derzeit vollständig selbst tragen müssen.
— Redaktion: LeserECHO Emden
Neues aus Emden
Zukunft des VW-Werks in Emden: Ministerpräsident Olaf Lies macht Hoffnung bei Standortbesuch
Die Diskussionen um die Zukunft des Volkswagen-Werks in Emden gehen in eine entscheidende Phase. Am Montag, 31. August 2026, trafen sich Vorstand und Betriebsrat vor Ort mit Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD), um über die Zukunft des Standortes zu sprechen. Bisher hatte Lies eine Schließung des Emder Werks stets abgelehnt und sich wiederholt klar zum Standort bekannt. Auch bei diesem Besuch stand die Frage im Mittelpunkt, wie es mit dem reinen E‑Auto-Werk in Ostfriesland weitergehen soll.
Lies zeigt sich nach den Gesprächen zuversichtlich
Nach dem Austausch mit Vorstand und Betriebsrat äußerte sich Ministerpräsident Lies in Emden hoffnungsvoll. Seiner Einschätzung nach hat das Werk sämtliche Sparvorgaben erfüllt, auf die man sich bereits im Jahr 2024 verständigt hatte. Damals hatte sich der Betriebsrat gemeinsam mit dem Konzern auf ein umfangreiches Sparpaket geeinigt, um den Standort wirtschaftlich zukunftsfähig aufzustellen.
Lies machte deutlich, dass im Werk in Emden nach wie vor viel ungenutzter Platz vorhanden sei, um dort in größerem Umfang E‑Autos zu bauen. Die Elektromobilität sei ein klarer Wachstumsmarkt, den Volkswagen aus seiner Sicht konsequent mitdenken müsse. Bemerkenswert dabei: Emden ist bereits heute ein Werk, in dem ausschließlich Elektrofahrzeuge produziert werden – dennoch ist die Anlage nach Angaben von Lies derzeit nicht vollständig ausgelastet. Für ihn persönlich sei es nicht vorstellbar, dass an diesem Standort künftig keine E‑Autos mehr vom Band laufen.
Hohe Erwartungen der Belegschaft im Vorfeld des Besuchs
Bereits im Vorfeld des Treffens hatten die Beschäftigten des Werks von Ministerpräsident Lies ein klares und unmissverständliches Bekenntnis zu ihrem Standort erwartet. Die Haltung der Belegschaft war dabei eindeutig: Es existiert ein fester Vertrag mit Volkswagen. Dieser besagt, dass die Ostfriesen ab dem Jahr 2031 einen Nachfolger des Modells ID.4 bauen sollen – vorausgesetzt, das Emder Werk erreicht bis zum Jahresende eine Kosteneinsparung von 20 Prozent.
Nach Informationen des NDR will Lies dieses Anliegen auch auf höchster Ebene weiterverfolgen: Bei der kommenden, letzten Sitzung des Aufsichtsrats am Freitag will er demnach erneut auf eine einvernehmliche Lösung drängen, die sowohl im Sinne der Beschäftigten als auch im Sinne der gesamten Region ausfällt.
VW-Chef Blume: Endgültige Entscheidung zu Emden erst in Monaten
Ganz anders klangen zuletzt die Aussagen von VW-Chef Oliver Blume. Er hatte deutlich gemacht, dass eine finale Entscheidung über die Zukunft des Standorts Emden erst in sechs bis zwölf Monaten fallen werde. Blume betonte wiederholt, dass die Lage in gleich mehreren Werken – neben Emden auch in Zwickau und Hannover – als schwierig einzustufen sei.
Zusätzlich Brisanz erhält die Debatte durch Überlegungen innerhalb des Konzerns, ob im VW-Werk in Osnabrück künftig Rüstungsgüter produziert werden könnten. Hintergrund der angespannten Situation sind deutliche Gewinneinbrüche im Jahr 2025, in deren Folge Volkswagen einen umfassenden Sparkurs eingeleitet hat. Laut Unternehmensangaben sollen bis zum Jahr 2030 allein in Deutschland rund 50.000 Stellen abgebaut werden.
Kultusministerin Hamburg fordert tragfähige Lösung mit Perspektive
Neben Olaf Lies reiste am Montag auch Niedersachsens stellvertretende Ministerpräsidentin Julia Willie Hamburg (Grüne) nach Emden. Gegenüber dem NDR Niedersachsen machte sie deutlich, dass sie von allen Beteiligten die Bereitschaft erwarte, aufeinander zuzugehen. Es dürfe bei den Gesprächen nicht darum gehen, wer sich am Ende durchsetzt, sondern vielmehr darum, was gemeinsam für die Zukunft von Volkswagen und der Beschäftigten erreicht werden könne.
Wörtlich erklärte die niedersächsische Kultusministerin: „Wir brauchen jetzt keine kleinste gemeinsame Position, sondern eine tragfähige Lösung mit Perspektive.“ Damit dies gelingen könne, müssten aus ihrer Sicht alle Beteiligten bereit sein, Verantwortung für den Prozess zu übernehmen.
Lies zur Arbeitszeit-Debatte: „Das müssen die Tarifparteien machen“
Für Diskussionsstoff sorgte zuletzt auch ein Vorschlag von Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der eine Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden ins Gespräch gebracht hatte. Auf diesen Vorstoß angesprochen, positionierte sich Olaf Lies klar: Die Politik dürfe sich nicht hinstellen und derart konkrete tarifliche Vorgaben machen. Das sei allein Aufgabe der Tarifparteien, so Lies weiter.
Auch von gewerkschaftlicher Seite kam am Montag in Emden eine klare Reaktion: Gesamtbetriebsratschefin Daniela Cavallo erteilte dem Vorschlag einer Arbeitszeitverlängerung eine deutliche Absage.
Ein Standort zwischen Hoffnung und Unsicherheit
Der Besuch in Emden macht deutlich, wie stark die Interessen von Landespolitik, Konzernführung, Betriebsrat und Belegschaft in der aktuellen VW-Krise aufeinandertreffen. Während Ministerpräsident Lies auf die erfüllten Sparvorgaben und ungenutzte Kapazitäten für die E‑Mobilität verweist, hält sich der Konzern mit einer endgültigen Standortentscheidung noch Monate Zeit. Für die Beschäftigten in Emden bleibt der zugesagte Bau eines ID.4‑Nachfolgers ab 2031 dabei ein zentraler Bezugspunkt, an dem sich die weiteren Verhandlungen messen lassen müssen.
Quellen:
NDR: „VW-Chef Blume in Emden: Wir kämpfen um industrielle Perspektiven“ vom 26. August 2026
— Redaktion: LeserECHO Emden




