Neues aus Emden
Pfingsten: Ursprung, Bedeutung und ostfriesische Traditionen
Emden/Ostfriesland. Pfingsten gilt als „Geburtstag der Kirche“ – fünfzig Tage nach Ostern, abgeleitet vom griechischen „pentekosté“. Nach der biblischen Überlieferung (Apg 2) erlebten die Jünger in Jerusalem ein machtvolles Geist-Ereignis: Aus Angst wurde Mut, aus Verschlossenheit Sprachkraft. Die junge Gemeinde begann, die Botschaft Jesu über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg zu teilen. Theologisch steht Pfingsten bis heute für Gemeinschaft, Verständigung und Aufbruch – Gott wirkt nicht nur in Tempeln, sondern mitten unter den Menschen. In vielen Kirchen endet hier die österliche Festzeit; Rot als liturgische Farbe symbolisiert Feuer, Begeisterung und Lebenskraft.
In Ostfriesland trifft diese geistliche Tiefe auf gelebte Nachbarschaft und Vereinswesen. Pfingstfeuer und Maibüsche knüpfen an alte Frühlings- und Schutzrituale an: Am Pfingstwochenende werden vielerorts Feuer entzündet – heute meist als Dorffest mit Musik, gemeinsamem Essen und Sammelaktionen zugunsten von Jugend- oder Vereinsarbeit. Birkenzweige und Maigrün schmücken Eingänge, Höfe und Festplätze als Zeichen des erwachenden Lebens. In einigen Gegenden ziehen Pfingstburschen und ‑mädchen singend durch die Orte, wünschen Segen für Haus und Hof und stärken so den Zusammenhalt der Generationen; nicht selten fließen die Spenden in die Vereinsjugend.
Wenn der Wind über die Felder zieht und die Tage länger werden, ist auch die Zeit für Friesensport. Boßelrunden auf Landstraßen oder Deichwegen gehören ebenso zum Pfingstbild wie Touren mit dem Bollerwagen: Tee- und Snackpausen verbinden Humor, Bewegung und gute Nachbarschaft. Ostfriesische Gastfreundschaft zeigt sich an der gedeckten Tafel – in der „Teetied“ mit Kluntje und Wulkje und bei üppigen Kuchen- und Tortenbuffets. Nach dem Gottesdienst am Pfingstsonntag oder beim Familienbesuch am Pfingstmontag wird gemeinsam gegessen: ein weltlich-herzlicher Ausdruck des pfingstlichen Miteinanders.
Die Küste liefert dazu die Kulisse: Viele Orte nutzen das verlängerte Wochenende für Märkte, Shantychöre, kleine Regatten oder Deichspaziergänge. Die Weite von Marsch und Watt erinnert an die pfingstliche Freiheit und an die Kraft gemeinschaftlichen Handelns – Tugenden, die in einer vom Meer geprägten Region seit jeher zählen. So wird Pfingsten in Ostfriesland zu einem Fest des Geistes und der Gemeinschaft: Die biblische Botschaft von Verständigung, Mut und Neubeginn verbindet sich mit friesischer Lebensfreude, Vereinskultur und Nachbarschaftshilfe. Zwischen Kirchenbank, Deich und Teetisch entfaltet sich ein Wochenende, das Glaube, Kultur und Landschaft stimmig zusammenbringt.
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Redaktion: LeserECHO Emden
Neues aus Emden
Delft- und Hafenfest 2026 in Emden: Maritimes Wochenende mit Musik und WaterRollChallenge
Vom 17. bis 19. Juli 2026 steht die Emder Innenstadt wieder ganz im Zeichen des Wassers. Beim traditionellen Delft- und Hafenfest verwandelt sich der Delft in eine lebendige Festmeile mit Live-Musik, kulinarischen Angeboten, Schaustellern und zahlreichen Mitmachaktionen. Das beliebte Stadtfest zählt seit Jahren zu den Höhepunkten des Veranstaltungssommers in Emden und lockt regelmäßig tausende Besucherinnen und Besucher an.
Drei Tage maritimes Flair im Herzen von Emden
An drei Veranstaltungstagen erwartet die Gäste ein abwechslungsreiches Programm entlang des Emder Delfts. Das besondere Hafenambiente, zahlreiche Stände sowie ein vielfältiges Bühnenprogramm sorgen für Unterhaltung für die ganze Familie.
Ob ein gemütlicher Spaziergang entlang des Wassers, ein Besuch der gastronomischen Angebote oder Live-Musik unter freiem Himmel – das Delft- und Hafenfest bietet für jede Altersgruppe das passende Erlebnis.
WaterRollChallenge sorgt für Action auf dem Wasser
Ein besonderes Highlight erwartet die Besucherinnen und Besucher am Samstag, 18. Juli 2026. Dann findet die spektakuläre WaterRollChallenge statt.
Bei diesem außergewöhnlichen Wettbewerb treten Zweierteams gegeneinander an und müssen gemeinsam in einer schwimmenden Wasserrolle ihr Gleichgewicht, Geschick und ihre Ausdauer unter Beweis stellen. Dabei ist nicht nur Teamarbeit gefragt – auch für das Publikum verspricht der Wettbewerb jede Menge Spaß und spannende Momente.
Vereine, Unternehmen und Freundeskreise können teilnehmen
Mitmachen können Teams aus Unternehmen, Vereinen, Schulen, Freundeskreisen oder anderen Organisationen. Die WaterRollChallenge bietet die Möglichkeit, gemeinsam eine außergewöhnliche Herausforderung zu meistern und gleichzeitig den eigenen Verein oder das Unternehmen auf unterhaltsame Weise zu präsentieren.
Interessierte Teams können sich weiterhin anmelden und Teil des maritimen Wettbewerbs werden.
Unterhaltung für die ganze Familie
Neben der WaterRollChallenge erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Live-Musik, verschiedene Aktionen sowie zahlreiche kulinarische Angebote machen das Delft- und Hafenfest zu einem beliebten Treffpunkt für Einheimische und Gäste aus der Region.
Die einzigartige Atmosphäre direkt am Wasser trägt jedes Jahr dazu bei, dass das Fest weit über die Stadtgrenzen hinaus Besucher nach Emden zieht.
Weitere Informationen und Anmeldung
Weitere Informationen zum Programm des Delft- und Hafenfestes sowie zur Anmeldung für die WaterRollChallenge sind auf der Internetseite der Emden Touristik erhältlich:
Vom 17. bis 19. Juli dürfen sich Besucherinnen und Besucher auf ein Wochenende voller maritimer Atmosphäre, abwechslungsreicher Unterhaltung und gemeinsamer Erlebnisse im Herzen der Seehafenstadt Emden freuen.
Quellen/Kontakt/Hinweise:
Weitere Informationen und Anmeldung: Emden Touristik – https://www.emden-touristik.de/veranstaltungen/delft-und-hafenfest
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Redaktion: LeserECHO Emden
Neues aus Emden
Zum Ferienstart: Paritätischer Niedersachsen fordert mehr Unterstützung für Care Leaver
Mit dem Beginn der Sommerferien endet für viele Schülerinnen und Schüler nicht nur ein Schuljahr, sondern häufig auch ein wichtiger Lebensabschnitt. Während zahlreiche junge Menschen beim Start in Ausbildung, Studium oder Beruf auf die Unterstützung ihrer Familien bauen können, stehen sogenannte Care Leaver oft vor deutlich größeren Herausforderungen. Darauf macht der Paritätische Niedersachsen zum Start der Sommerferien aufmerksam und fordert eine bessere Begleitung junger Menschen beim Übergang ins Erwachsenenleben.
Care Leaver starten oft ohne familiären Rückhalt
Als Care Leaver werden junge Erwachsene bezeichnet, die in Pflegefamilien oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe aufgewachsen sind. Für sie bedeutet das Ende der Schulzeit häufig gleichzeitig den Beginn eines selbstständigen Lebens – oftmals ohne ein stabiles familiäres Netzwerk.
Neben dem Einstieg in Ausbildung, Studium oder Beruf müssen viele von ihnen gleichzeitig eine eigene Wohnung finden, ihren Lebensunterhalt sichern und zahlreiche organisatorische sowie behördliche Angelegenheiten regeln.
Erhöhtes Risiko für Wohnungsunsicherheit und Ausbildungsabbrüche
Nach Angaben des Paritätischen Niedersachsen sind Care Leaver überdurchschnittlich häufig von Wohnungsunsicherheit betroffen. Zudem brechen sie ihre Ausbildung häufiger ab als gleichaltrige junge Menschen mit familiärer Unterstützung.
Hinzu kommt, dass viele Betroffene darum kämpfen müssen, auch nach ihrem 18. Geburtstag weiterhin Leistungen und Unterstützung der Jugendhilfe zu erhalten.
Paritätischer fordert verlässliche Begleitung
„Der Übergang ins Erwachsenenleben darf nicht zur Überforderung werden. Junge Menschen in den Hilfen zur Erziehung brauchen verlässliche Begleitung – und zwar nicht erst, wenn Probleme entstehen“, erklärt Stefan Kamer, Kreisverbandsgeschäftsführer des Paritätischen Niedersachsen.
Wer ohne ein stabiles familiäres Netzwerk ins Erwachsenenleben starte, dürfe nicht allein gelassen werden. Es sei Aufgabe der Gesellschaft, allen jungen Menschen gleiche Chancen zu ermöglichen.
Unterstützung über das 18. Lebensjahr hinaus
Der Paritätische Niedersachsen spricht sich dafür aus, die Begleitung junger Menschen auch über die Volljährigkeit hinaus sicherzustellen. Gleichzeitig fordert der Verband den Ausbau von Selbstvertretungsstrukturen, damit Care Leaver ihre Interessen eigenständig vertreten und ihre Anliegen gegenüber Politik und Behörden besser einbringen können.
Nach Auffassung des Verbandes handelt es sich dabei nicht nur um eine soziale Aufgabe, sondern auch um eine Investition in die Zukunft. Ein gut abgestimmtes Unterstützungssystem könne dazu beitragen, Ausbildungsabbrüche zu vermeiden, Wohnungslosigkeit vorzubeugen und jungen Menschen langfristig stabile Perspektiven zu eröffnen.
Rund 16.000 junge Menschen in Niedersachsen betroffen
Nach Angaben des Paritätischen leben in Niedersachsen rund 16.000 Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien oder Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.
Mit dem von der Aktion Mensch geförderten Projekt „Wir reden mit!“ setzt sich der Paritätische Niedersachsen dafür ein, die Mitbestimmung dieser jungen Menschen zu stärken und ihnen eine stärkere Stimme bei politischen Entscheidungen zu geben, die ihr Leben unmittelbar betreffen.
Quellen/Kontakt/Hinweise:
Quelle: Paritätischer Niedersachsen.
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Redaktion: LeserECHO Emden




